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Deutsche essen immer mehr Brot

Lebensmittel  

Deutsche essen immer mehr Brot

02.08.2007, 15:32 Uhr | dpa / AFP / onWirtschaft, 02.08.2007, t-online.de

Die Bäcker rechnen wegen der höheren Getreide- und Milchpreise damit, dass Brot und Backwaren in Deutschland teurer werden. "Die steigenden Getreidepreise schlagen mittlerweile bei den Betrieben ganz massiv durch", sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, Eberhard Groebel. Die teurere Butter erhöhe den Druck zusätzlich. "Die Betriebe werden in dieser Situation aufgrund des harten Wettbewerbs und ohne große Kapitalreserven auf jeden Fall darauf angewiesen sein, die Ertragslage zu stabilisieren", sagte Groebel.

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Knochenharter Wettbewerb bei Brot und Backwaren
Einen so drastischen Preisruck wie bei Milchprodukten erwartet das Bäckerhandwerk jedoch bei Brot, Brötchen und Croissant nicht. Ein solches Ausmaß sei wegen der großen Konkurrenz im Bäckerhandwerk eher unwahrscheinlich. "Der knochenharte Wettbewerb bei Brot und Backwaren macht es den Betrieben unglaublich schwer, Preiserhöhungen am Markt durchzusetzen", sagte der Hauptgeschäftsführer. Besonders die kleineren Betriebe seien wegen des hohen Mehlpreises und der starken Konkurrenz unter Druck geraten.

Milch wird bis zu 50 Prozent teurer
Der Milchindustrie-Verband hatte für Milchprodukte einen Preisschub von bis zu 50 Prozent angekündigt. Der Preis für ein Päckchen Butter war in manchen Discountern und Supermärkten seit dem Wochenende von 79 Cent auf bis zu 1,19 Euro geklettert. Die Preise sind nach Ansicht des Bäckerhandwerks auch eine Qualitätsfrage. "Qualität kostet Geld", sagte Groebel. Die Bäcker würden die Butter nach seiner Einschätzung trotz des höheren Preises nicht ersetzen, weil dies zu Geschmackseinbußen führen würde.

Vollkorn immer beliebter
Unterdessen teilte die Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung (GMF) in Berlin mit, dass die Deutschen immer mehr Brot und Brötchen essen. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag in den letzten zwölf Monaten bis einschließlich Juni bei 86,9 Kilogramm und damit so hoch wie noch nie seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebung vor zwölf Jahren. Der Trend geht laut GMF dabei zu Vollkorn. 28 Prozent der Deutschen nannten laut einer Umfrage "Vollkornbrot" oder "Schwarzbrot" als Lieblingssorte. Im Jahr 2000 seien es acht Prozent weniger gewesen. Besonders bei 30- bis 50-Jährigen sei Vollkorn angesagt. Die Liebhaber von "Weißbrot" oder "Weizenbrot" verdoppelten sich auf 15 Prozent. Immer weniger beliebt seien Weizen- und Roggenmischbrote.

Umfrage - Wo die Deutschen ihr Brot kaufen

Weltweit gestiegene Nachfrage
Wegen der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Getreide hält auch die Branchenorganisation GMF steigende Preise für Backwaren für möglich. Der Verband geht jedoch nicht davon aus, dass die Preise explodieren. Die Erfahrung der letzten 30 Jahre habe gezeigt, dass Brot und Brötchen "nicht sehr preissensibel" seien, sagte GMF-Geschäftsführer Heiko Zentgraf in Berlin. Nach früheren Angaben der Markt- und Preisberichtsstelle für Agrarerzeugnisse ZMP lag der Weizenpreis im Juli mit rund 190 Euro pro Tonne gut zwei Drittel höher als im Vorjahr. Bei einem im Verkauf 750 Gramm schweren Weißbrot schlägt laut ZMP der Preisanstieg für den Rohstoff Getreide mit etwa sechs Cent zu Buche. Ihren Verbrauchsberechnungen legt die GMF die Menge des in deutschen Mühlen hergestellten Mehls und Schrots zugrunde. Zum Pro-Kopf-Brotverbrauch gehören beispielsweise auch Croissants, Brezel und Tiefkühlbackwaren, nicht aber "feine Backwaren" wie Gebäck, Kuchen und Torten.

Immer weniger Anbaufläche
Trotz der steigenden Nachfrage wird in Deutschland immer weniger Getreide angebaut. Nach vorläufigen Ergebnissen einer Erhebung des statistischen Bundesamtes werden von 11,9 Millionen Hektar (ha) Bodenfläche nur noch 55 Prozent für den Anbau von Getreide genutzt. Das ist der niedrigste Stand seit 1995. Die wichtigste Getreideart – der Winterweizen – beansprucht 2,97 Millionen Hektar und hat damit um knapp drei Prozent gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Lediglich der Anbau von Roggen hat nach Jahren der Verringerung wieder zugenommen. Stark zugenommen hat im Gegenzug der Anbau von Winterraps und anderen Nutzpflanzen, die zur Produktion erneuerbarer Energien verwendet werden.

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