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Multi-Asset-Fonds vor Boom?

Abgeltungsteuer  

Multi-Asset-Fonds vor Boom?

| FTD, t-online.de

Fondsgebühren: Kosten steigen immer mehr. (Bild: Archiv)Fondsgebühren: Kosten steigen immer mehr. (Bild: Archiv) Dass die Börse keine Einbahnstraße ist, mag zwar eine Binsenweisheit sein. Der Spruch ist aber aktueller denn je. Denn die jüngsten Ereignisse an den Aktienmärkten haben erneut bewiesen, dass die Diversifikation bei vielen Anlegern in Vergessenheit geraten ist.#

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Abgeltungsteuer schafft Zuwachs
Teilweise panisch reagierten Investoren auf die Kurskorrekturen, nicht wenige Anleger hatten den Großteil ihres Vermögens zuletzt nur auf Aktien gesetzt und die vielbeschworene Diversifikation stark vernachlässigt. Kein Wunder, dass bei vielen Investoren jetzt eine Fondskategorie stärker in den Blickpunkt rückt, die genau diese breite Streuung über mehrere Assetklassen in nur in einem Produkt bietet: Multi-Asset-Fonds. Doch nicht nur die Finanzkrise, auch die für Anfang 2009 beschlossene Abgeltungsteuer dürfte den breit gemischten Fonds stark zugute kommen.

Keine Steuern Innerhalb des Fonds
"In den nächsten Monaten wird es sicherlich einen Trend zum Multi-Asset-Fonds geben, denn im Rahmen der kommenden Abgeltungsteuer ist damit zu rechnen, dass viele Vermögensverwalter ihre Mandate in den Rahmen eines Multi-Asset-Fonds legen werden", sagt Andreas Heiming, Geschäftsführer der Argentum Vermögensberatung aus Hamburg. Denn innerhalb des Fonds fallen keine Steuern an, wenn der Fondsmanager Kursgewinne realisiert.

Anlagemix entscheidet
Für Anleger, die bis Ende 2008 in den Fonds einsteigen, bedeutet das einen deutlichen Vorteil. Zu den bekanntesten Produkten der Kategorie zählt der Fidelity Multi Asset Strategic Fund. Fondsmanager Trevor Greetham passt den Anlagemix aus Aktien, Anleihen, Immobilienaktien, Rohstoffen und Geldmarktpapieren nach eigener Aussage an das jeweilige Wirtschaftsumfeld an. Das gelang zuletzt nicht so gut, der Fonds befindet sich auf Sechs-Monats-Sicht im Minus.

Investitionen auch in Hedge Fonds
Eins der neuesten Produkte auf dem Markt ist der E&G-Multi-Asset-Fonds. "Er investiert in Renten, Aktien und Immobilien, aber auch in Private-Equity-Fonds, Schiffsbeteiligungen, den Lebensversicherungszweitmarkt und in weitere alternative Anlageformen wie beispielsweise Hedge Fonds", sagt Gerhard Baumeister, Leiter Private Banking beim Bankhaus Ellwanger & Geiger.

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Passable Durchschnittsrendite
Neu ist auch der Galiplan Vier Jahreszeiten AMI aus dem Haus Ampega Gerling. "Die Grundidee ist, unter Berücksichtigung der Marktzyklen eine optimale Gewichtung der vier Vermögensklassen - Aktien, Renten, Immobilien und alternative Investments - zu erzielen", beschreibt Manfred Köberlein, Mitglied der Geschäftsführung von Ampega Gerling, das Fondskonzept. Der Aachener Vermögensverwalter Galiplan, der das Portfolio-Management übernimmt, setzt die Anlagestrategie bereits seit 1997 im Individualkundengeschäft ein. In den vergangenen zehn Jahren sprang dabei eine durchschnittliche Rendite von jährlich sechs Prozent heraus.

Vorbilder Yale und Stanford
"Vorbilder der Multi-Asset-Fonds sind zumeist Stiftungsfonds wie Yale oder Stanford oder auch Staatsfonds wie beispielsweise der norwegische Ölfonds", sagt Björn Drescher vom Fondsinformationsdienst Drescher & Cie. Mit der breiten Streuung über mehrere unkorrelierte Anlageklassen, insbesondere mit alternativen Assets wie Hedge Fonds und Rohstoffen, erzielten sie über Jahre ansehnliche Renditen. Fondsexperte Drescher ist deshalb auch von der Idee der Multi-Asset-Fonds angetan: "Die Produkte verschaffen den Anlegern die Chance, mit überschaubaren Mitteln die Diversifikationsmöglichkeiten eines denkbar breiten Anlageuniversums zu nutzen."

Von konservativ bis risikoreich
Einen klassischen Multi-Asset-Fonds bieten die Hamburger Vermögensverwalter Herwig Weise und Martin Mack seit fünf Jahren mit dem M&W Capital an. "Die Multi-Asset-Strategie wird dank der Abgeltungsteuer ein Riesentrend werden", sagt Fondsmanager Martin Mack. Während der Fonds eher konservative Anleger ansprechen soll, richtet sich der neu aufgelegte M&W Privat mit einer Zielrendite von jährlich 15 Prozent an risikobereitere Investoren. Es gibt allerdings noch keine offizielle Fondskategorie "Multi-Asset", was die Produktsuche erschwert. Denn hinter Multi Asset verbergen sich viele Ansätze, etwa Misch- oder Dachfondskonstruktionen.

Vorsicht Verwaltungskosten
Argentum-Geschäftsführer Heiming warnt vor zusätzlichen Fallstricken: "Die Auflegung und das Management eines Fonds ist bei kleinen Volumina deutlich teurer als die Vermögensverwaltung, daher besteht die Gefahr, dass diese höheren Kosten auf die Kunden abgewälzt werden." Außerdem sollten Anleger auf die Größe des Fonds achten. "Denn bleibt das Fondsvolumen unter der Grenze von etwa 15 Mio. Euro, besteht das latente Risiko einer Fondsschließung, was dann einer Neuanlage des Kapitals unter den Richtlinien der Abgeltungsteuer zur Folge hätte."

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