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Abgeltungsteuer: Anleger laut Studie weitgehend ahnungslos

Abgeltungsteuer  

Studie: Anleger ahnungslos

12.02.2008, 10:00 Uhr | dpa-afxp / T-Online Wirtschaft , t-online.de

Euro-Geldscheine (Foto: dpa)Euro-Geldscheine (Foto: dpa) Wertpapierbesitzer sind bisher kaum auf die am 01. Januar 2009 in Kraft tretende Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge vorbereitet, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Fidelity International zeigt. Nur 14 Prozent der Wertpapierbesitzer wissen, was mit dem Begriff Abgeltungsteuer gemeint ist. Jeder dritte der informierten Anleger will in Zukunft übriges Geld lieber für den Konsum ausgeben, anstatt es zu sparen.#

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Umschichtungen werden teuer
Die Abgeltungsteuer trifft in Zukunft vor allem diejenigen Anleger, die ihr Depot häufig umschichten und dabei hohe Beträge bewegen. Mehr als jeder dritte Wertpapierbesitzer hat in den vergangenen zwölf Monaten sein Depot umgeschichtet, wie aus der Umfrage hervorgeht. Nahezu die Hälfte der Anleger hat dabei Anteile im Gesamtwert von mehr als 5.000 Euro verkauft und neu investiert.

Große Mehrheit ahnungslos
"Die Abgeltungsteuer hat für die Anleger in Deutschland hohe Relevanz. Allerdings ist der großen Mehrheit der Anleger bislang unbekannt, welche Veränderungen auf sie zukommen", sagte Alfred Strebel, Sprecher der Geschäftsleitung von Fidelity International in Deutschland. "Die Finanzbranche trägt eine hohe Verantwortung, den Bürgern die Konsequenzen der Abgeltungsteuer deutlich zu machen. Der Aufklärungsbedarf ist sehr hoch."

Berater haben großen Einfluss
Eine besonders wichtige Rolle kommt dabei den Bank- und Finanzberatern zu, da diese das Umschichtungsverhalten der Wertpapierbesitzer maßgeblich beeinflussen. Für 72 Prozent der Anleger, die umgeschichtet haben, lag die Ursache für die Depot-Veränderungen bei den Beratern. Jeder vierte Wertpapierbesitzer nannte Medienberichte als entscheidenden Impuls für eine Umschichtung in den vergangenen zwölf Monaten.

Anleger wollen mehr konsumieren statt sparen
Jeder dritte Wertpapierbesitzer, der den Begriff Abgeltungsteuer kennt, will nach ihrer Einführung zur Verfügung stehendes Geld lieber für den Konsum oder Reisen ausgeben anstatt es anzulegen. "Die Abgeltungsteuer läuft in dieser Form den Bestrebungen zuwider, die Menschen stärker zur privaten Vorsorge zu ermuntern. Es kommt nun darauf an, Argumente zu liefern, warum sich langfristiges Sparen dennoch lohnt", betonte Strebel. Ob mit oder ohne Abgeltungsteuer - entscheidend ist es, eine möglichst hohe Nettorendite zu erzielen. Dies gelingt am ehesten mit einer Anlage in Aktien, am besten breit gestreut in Form von Aktienfonds.

Branche hofft auf Beratungswelle
Die bei einer Geldanlage anfallenden Kosten werden für viele Anleger in Zukunft zum zentralen Entscheidungskriterium: 72 Prozent der Depotinhaber, die den Begriff Abgeltungsteuer kennen, wollen stärker auf Gebühren achten als bisher. Bank- und Finanzberatern hoffen auf eine Beratungswelle, da viele noch vor Inkrafttreten der steuerlichen Änderungen ihre Anlagestrategie überprüfen lassen wollen. Dennoch wird die Abgeltungsteuer die Anleger nicht gänzlich vom Umschichten abhalten: Nur knapp ein Fünftel derjenigen, die den Begriff Abgeltungsteuer kennen, will in Zukunft auf Depotumschichtungen verzichten. Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest Finanzforschung im Auftrag von Fidelity International eine repräsentative Gruppe von 500 Wertpapierbesitzern über 18 Jahren. Erhebungszeitraum war September 2007.

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