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Deutsche Post: Zumwinkel geht ohne Abfindung und mit Gehaltsverzicht

STEUERHINTERZIEHUNG  

Zumwinkel geht ohne Abfindung und mit Gehaltsverzicht

19.02.2008, 14:25 Uhr | dpa/ AFP/ T-Online, t-online.de

Post-Chef Klaus Zumwinkel (Foto: dpa)Post-Chef Klaus Zumwinkel (Foto: dpa) Der frühere Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel erhält nach seinem unrühmlichen Abgang im Zuge der Steueraffäre keine Abfindung und auch kein weiteres Gehalt. Als Nachfolger von Zumwinkel übernahm der bisherige Logistik-Vorstand Frank Appel (46) erwartungsgemäß das Spitzenamt. Der Aufsichtsrat hatte ihn am Montagabend einstimmig und innerhalb von nur vier Tagen nach dem überraschenden Auftauchen der Steuerfahnder bei Zumwinkel ernannt. Appel betonte zum Amtsantritt: "Ich werde rasch und konsequent Handlungsschwerpunkte setzen."

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Aktienoptionen als Alternative
Mit seiner Entscheidung, sein Amt vorzeitig niederzulegen, verzichte Zumwinkel auch auf die restlichen Bezüge aus dem regulär bis November laufenden Vertrag, hieß es es aus dem Konzern. Das wären schätzungsweise deutlich mehr als eine Million Euro gewesen. Eine Abfindung habe gar nicht zur Debatte gestanden, da Zumwinkels Vertrag ohnehin bald ausgelaufen wäre. Allerdings verfügt Zumwinkel noch über Aktienoptionen und sogenannte Aktien-Wertsteigerungsrechte in Millionenhöhe, die in den vergangenen Jahren Teil seiner Gesamtvergütung waren und die er noch zu Geld machen kann.

Stiller Abschied nach 18 Jahren
Für den nach rund 18 Jahren an der Post-Spitze zurückgetretenen Zumwinkel gab es einen stillen Abschied. Er selbst trat nicht mehr in Erscheinung. Aufsichtsratschef Jürgen Weber dankte ihm für seine "hervorragenden Leistungen" und sagte: "Den Verdiensten dieses Mannes für das Unternehmen ist schwer in kurzen Worten gerecht zu werden." Vor seiner Steueraffäre hatte Zumwinkel noch über die Vorbildfunktion von Managern geredet: Sie sollten auch "Werte vorleben". Die aktuelle Mitarbeiterzeitung des Unternehmens verbreitete einen Tag, bevor am vergangenen Donnerstag die Steuerfahnder bei Zumwinkel auftauchten, Auszüge aus einer entsprechenden Rede, die er Mitte Januar auf einer internen Führungskräftetagung in Berlin gehalten hatte.

Polizei sucht Zumwinkels Bruder Hartwig
Im Zusammenhang mit der Affäre um eine mögliche Steuerhinterziehung des früheren Deutsche-Post-Chefs Klaus Zumwinkel ist einem Medienbericht zufolge auch gegen dessen Bruder Hartwig ein Haftbefehl erlassen worden. Die Staatsanwaltschaft Bochum suche den 73-Jährigen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, berichtet das Internetportal "Bild.de". Hartwig Zumwinkel halte sich derzeit offenbar nicht in Deutschland auf, hieß es dort weiter. Die Bochumer Staatsanwaltschaft hatte auch gegen Klaus Zumwinkel einen Haftbefehl erlassen, diesen aber außer Vollzug gesetzt, da der ehemalige Spitzenmanager mit den Ermittlern kooperiert habe.

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Verkaufspläne liegen auf Eis
Zumwinkel hat sich bisher öffentlich nicht zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert. Auch den Beschäftigten gegenüber habe er sich nicht erklärt, hieß es aus der Konzernzentrale. Noch immer seien viele Mitarbeiter aus seinem Umfeld fassungslos über die überraschenden Vorgänge. Sein Büro im 40. Stock des Post Towers habe Zumwinkel inzwischen für Appel geräumt. Nach dem Wechsel an der Post-Spitze liegen die Vorbereitungen für einen möglichen Verkauf der Postbank nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) auf Eis. Die vom Mehrheitseigner Post mit einer Sondierung des Marktes beauftragte Investmentbank Morgan Stanley habe erst einmal alle Vorgespräche eingestellt. Bisher habe es aber noch keine wie auch immer gearteten Verkaufsverhandlungen mit einem Interessenten gegeben.

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