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Fast alle Steuersünder haben gestanden

Steuerhinterziehung  

Fast alle Steuersünder haben gestanden

26.02.2008, 09:34 Uhr | Spiegel-Online, Spiegel Online

Steuerfahnder im Einsatz (Foto: Imago)Steuerfahnder im Einsatz (Foto: Imago) Für die Fahnder ist heute ein Festtag: Die Staatsanwaltschaft Bochum will eine erste Bilanz des Steuerskandals ziehen - sie wird äußerst positiv ausfallen. Seit sie vor elf Tagen bei Post-Chef Zumwinkel zuschlugen, ermittelten die Fahnder gegen mehr als 100 Beschuldigte. Fast alle haben gestanden. #

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Erste Welle erfolgreich
Die erste Welle dauerte elf Tage, jetzt ist sie vorbei. Zehn Tage lang haben die Fahnder der "EK (Einsatzkommission) Liechtenstein II" gegen deutsche Steuersünder ermittelt, sie haben Privathäuser durchsucht, Verdächtige vernommen, belastendes Material zusammen getragen. Heute ziehen sie erstmals Bilanz. Eine überaus positive Bilanz.

Staatsanwaltschaft meldet fast 40 Einsätze
Den Auftakt machte die Razzia beim inzwischen zurückgetretenen Post-Chef Klaus Zumwinkel. Danach gingen 37 Steuerfahnder aus dem Bereich der Oberfinanzdirektion Rheinland unter der Leitung der Bochumer Staatsanwaltschaft nach einem lange vorbereiteten Plan in fünf Städten gegen Steuersünder vor. Unterstützt wurden sie von mehreren hundert Polizeikräften. Schwerpunkt war München, wo fast 40 Einsätze durchgeführt wurden.

Erdrückende Beweise
Dabei konnten die Ermittler außergewöhnlich gutes Belastungsmaterial präsentieren - neben Kopien der Personalausweise von Besitzern liechtensteinischer Stiftungen auch umfangreiche Konten-Unterlagen, sowie Details aus Beratungsgesprächen mit der liechtensteinischen LGT-Bank. Die Beweise waren so erdrückend, dass nach Informationen des Spiegel fast alle der mehr als 100 Beschuldigten direkt gestanden haben.

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Kaffee und Kuchen zum Geständnis
Fahnder, die bei ähnlichen "Hausbesuchen" schon Wutgeschrei und Nervenzusammenbrüche erlebt haben, berichten von ausgesprochen sachlichen Gesprächen. Teilweise wurden ihnen sogar Kaffee und Kuchen zum Geständnis serviert.

600 Stiftungen im Visier
In den nächsten Wochen sollen die Ermittlungen in neuen Wellen weiter gehen. Noch gut 600 Stiftungen müssen abgearbeitet werden. Wie die Bochumer Staatsanwaltschaft und die Wuppertaler Steuerfahndung vorgehen werden, soll in dieser Woche besprochen werden.

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DVD-Beschaffungskosten längst eingespielt
Die bisher gezahlten "Sicherungsleistungen", allein vier Millionen Euro von Klaus Zumwinkel, übertreffen die Ausgaben für das Informationsmaterial des BND schon jetzt bei weitem, heißt es in Ermittlungskreisen. Der BND hatte rund fünf Millionen Euro für die Beschaffung einer DVD mit belastendem Bank-Material aus Liechtenstein ausgegeben.

Geheimnisvolle zweite Bank
Ein Geheimnis machen die Ermittler noch um die zweite Bank, die ebenfalls in Liechtenstein Gelder von Deutschen steuersparend verwalten soll. Auf diese Bank sollen die Fahnder bei Vernehmungen in der vergangenen Woche gestoßen sein. Ein Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft berichtet von "Querverbindungen". Details sind noch nicht bekannt.

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