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Butter wieder billiger

Lebensmittelpreise  

Butter wieder billiger

04.03.2008, 18:21 Uhr | AFP/ T-Online, t-online.de

Deutsche Markenbutter (Foto: ddp) Nach dem Preishoch in den Wintermonaten wird Butter wieder billiger. Grund ist nach Angaben des Milchindustrieverbandes das derzeit große Milchangebot auf dem Weltmarkt. "Das Überangebot drückt die Preise deutlich", sagte Michael Brandl vom Milchindustrieverband. Der Discounter Aldi hatte kürzlich den Preis für eine 250-Gramm-Packung Butter dauerhaft um zehn Cent auf 79 Cent gesenkt. So viel kostete Butter zuletzt vor der Preiserhöhung im Winter. Zwischenzeitlich war der Preis auf 1,19 Euro gestiegen.

Milch-Mythen -

Sinkende Preise wären für die Landwirte eine mittlere Katastrophe
Der Milchindustrie-Verband wollte keine Prognose darüber abgeben, ob nach der Preissenkung für Butter auch weitere Milchprodukte billiger werden. Die Preise für Trinkmilch würden über längere Zeiträume festgelegt, sagte Brandl. "Deswegen müssen wir noch bis in Frühsommer warten, bis Milcherzeuger und Lebensmitteleinzelhandel neue Abgabepreise verhandeln." Die Verträge für Trinkmilch laufen in der Regel über den Zeitraum von einem halben Jahr. Die Preise für Butter dagegen sind nur für zwei Monate festgelegt. Der Referatsleiter Milch beim Deutschen Bauernverband, Rudolf Schmidt, befürchtet angesichts sinkender Milchpreise "für die Landwirte eine mittlere Katastrophe".



Überangebot aus dem Süden
Den Erzeugern sei es offensichtlich nicht gelungen, in den jüngsten Verhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel das bisherige Preisniveau zu halten. Hintergrund ist der sinkende Weltmarktpreis für Milch. Derzeit besteht ein starkes Überangebot, weil Neuseeland und Australien in den Sommermonaten auf der Südhalbkugel besonders viel Milch produzieren.

Erste Preissenkung
Der Lebensmitteldiscounter Aldi hatte am Montag die Preise für Butter um zehn Cent auf 79 Cent gesenkt. Der Einzelhandelsverband HDE hält es für wahrscheinlich, dass die Konkurrenz diesem Schritt folgen wird. In den Wintermonaten kostete Butter zwischenzeitlich bis zu 1,19 Euro.

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Nicht nur Butter wird billiger
Der Preisverfall der Butter belastet die Milcherzeuger nach Angaben des Bauernverbandes deutlich. So hätten die Landwirte in den vergangenen Monaten rund ein Sechstel ihres Einkommens verloren, sagte Schmidt. Zwar würden nur etwa 20 Prozent der produzierten Milch für die Weiterverarbeitung zu Butter verwendet. Jedoch sänken auf dem Weltmarkt auch die Preise für andere Produkte wie beispielsweise Milchpulver. Zusätzlich belasteten steigende Preise für Futtermittel die Landwirte. Für den Sommer erwartet der Bauernverband aber, dass die Milchpreise wieder steigen.

EU erwartete zuletzt noch steigende Preise
Vergangene Woche noch hatte die EU-Kommission mitgeteilt, sie erwarte steigende Milchpreise in Europa. Unter den jetzigen Bedingungen werde die Produktion die künftige Nachfrage nicht decken können, hatte der Milchexperte der EU-Kommission, Thorkild Rasmussen, bei einem Milchkongress in Berlin gesagt. Die Nachfrage nach Käse und Frischprodukten in Europa wachse, allerdings gehe das Interesse an Butter und Milchpulver zurück. Vor allem der Butterpreis war im vergangenen Jahr drastisch gestiegen.

Bauernverband fordert flexiblere Mengensteuerung
Die EU-Kommission warb für die geplante Erhöhung der Milchquote um zwei Prozentpunkte zum 1. April, die von der Bundesregierung, dem Deutschen Bauernverband und dem Europäischen Bauernverband abgelehnt werden. Die Milchproduktion in der EU ist durch Zuteilungsmengen pro Land begrenzt. Der Europäische Bauernverband fordert eine flexiblere Mengensteuerung, an der der Verband beteiligt wird. Die Milchquotenregelung, die 2015 ausläuft, ist bereits 25 Jahre alt.

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