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Gericht erhält Daten über 1600 unbekannte Konten

Steuerskandal Liechtenstein  

Gericht erhält Daten über 1600 unbekannte Konten

04.08.2008, 16:30 Uhr | sky, Spiegel Online

Der Steuerskandal hat die LLB erfasst (Foto: imago)Der Steuerskandal hat die LLB erfasst (Foto: imago) Neuer Coup im Steuerskandal um Schwarzgeldkonten in Liechtenstein: Dem Landgericht Rostock wurden Belege für rund 1600 bisher unbekannte Konten mutmaßlicher deutscher Steuersünder vorgelegt. Sollten die Daten sich als echt erweisen, müssten Hunderte Steuersünder zittern.

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Liechtensteinische Landesbank (LLB) im Visier

Für die Justiz dürfte es ein Festtag gewesen sein: Die Hamburger Anwältin Leonore Gottschalk-Solger hat dem Rostocker Landgericht nach Spiegel-Informationen überraschend rund 1600 Kontodaten der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) vorgelegt. Die Juristin vertritt gemeinsam mit Astrid Denecke Michael Freitag, der die LLB erpresst haben soll und deshalb derzeit mit drei weiteren Angeklagten vor Gericht steht. Freitag bestreitet die Vorwürfe.

 

Unbekannter Maulwurf übergibt Daten

Für die LLB und ihre Kunden bedeutet der Coup der Hamburger Anwältinnen ein Desaster. Die Bank hatte Freitag in den Jahren 2005 und 2007 neun Millionen Euro gezahlt, um rund 1600 von 2325 entwendeten Kontodatensätzen zu kaufen. Die restlichen Dossiers wollte die LLB 2009 für vier Millionen von Freitag loseisen – doch der wurde Ende vorigen Jahres geschnappt. Vor kurzem noch hoffte die Bank, das Daten-Desaster unter Kontrolle zu bekommen: Ein "nicht am Rostocker Prozess" Beteiligter, so hatte die Bank dem Landgericht erklärt, habe den kompletten LLB-Datensatz an das Geldhaus übergeben. Nun zeigt sich, dass eine weitere Person über Unterlagen verfügte. Wer das ist, bleibt vorerst ungewiss. "Zur Quelle der Daten", so Anwältin Denecke, "äußern wir uns nicht."



Wahrscheinlich ergiebige Quelle

Das Gericht wird nun prüfen, ob es sich bei den Unterlagen tatsächlich um die Daten der Bank handelt. Trifft das zu, so erschließt sich deutschen Steuerfahndern eine Datenquelle, die sich als ähnlich ergiebig erweisen dürfte wie jener Datenträger, den der Bundesnachrichtendienst (BND) gekauft hatte. Dieser hatte den Skandal überhaupt erst ausgelöst - und unter anderem zur ersten Razzia bei Ex-Postchef Klaus Zumwinkel im Februar dieses Jahres geführt. Der BND hatte die Unterlagen für 4,6 Millionen Euro von Heinrich Kieber erhalten. Kieber ist ein Ex-Mitarbeiter der Liechtensteinischen LTG Treuhand.

Mittlerweile 350 Ermittlungsverfahren

Inzwischen laufen bei der Staatsanwaltschaft Bochum 350 Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche deutsche Steuersünder. Die Einleitung weiterer Verfahren gegen weitere 420 Verdächtige wird noch geprüft.

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