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Datenpanne: Fiskus verschickt falsche Steuernummern

Neue Steuernummer  

Großes Daten-Chaos in Stade

28.08.2008, 18:13 Uhr | oca, t-online.de, AFP

Deutsche Brüder stammen plötzlich aus Pakistan und Eritrea.  (Foto: dpa)Deutsche Brüder stammen plötzlich aus Pakistan und Eritrea. (Foto: dpa) Die neuen Steuernummern (Steuer-ID) für jeden Bundesbürger haben in der Stadt Stade in Niedersachsen für ein Datenchaos gesorgt. Hunderte von Bürgern beschwerten sich über falsche Informationen auf den zum Wochenende versandten Bescheiden des Bundeszentralamtes für Steuern. "Bei uns stehen die Menschen vor dem Einwohnermeldeamt Schlange", sagte der Erste Stadtrat Dirk Kraska. Die Ursache für die Panne sei noch unbekannt. In den Bescheiden tauchen vielfach falsche Namen und falsche Herkunftsländer auf.

Neue Steuer-ID - Das müssen Sie 2008 beachten

Stadt verwandelt sich in eine Multikulti Stadt

Mit dem Versand der neuen Steuer-Identifikationsnummer verwandelte sich die 45.000-Einwohner-Stadt Stade über das Wochenende in eine Multikulti-Gesellschaft. Ein in Deutschland geborener Arzt, seine Frau und ein Sohn bekamen beispielsweise britische Wurzeln, der zweite Sohn soll dagegen Russe sein. Zwei ebenfalls eindeutig deutsche Brüder stammen den Papieren nach aus Pakistan und Eritrea. Eine Elfjährige wurde nicht nur zur Rumänin, sondern ist dem Bescheid zufolge auch schon verheiratet.

600 Beschwerden bereits zu Beginn

Allein am Montag hatten sich seinen Angaben zufolge 600 Menschen im Einwohnermeldeamt über falsche Informationen auf den verschickten Bescheiden des Bundeszentralamtes für Steuern beschwert. "Einige finden das gar nicht witzig", sagte Kraska. Er selbst hatte einen Bescheid erhalten, demzufolge er Solonin heißt und aus dem Libanon stammt.

Ursache noch unklar

Nach dem großen Datenchaos suchen Experten akribisch nach der Ursache. "Das Problem zu finden, ist eine technisch große Herausforderung", sagte der Kraska. "Das kann noch viel Zeit in Anspruch nehmen."

Daten kommen aus Bonn

EDV-Spezialisten der Stader Stadtverwaltung und externe Experten hatten die Daten, die die Stadt an die Finanzbehörde geliefert hatte untersucht - sie waren einwandfrei. Trotzdem wolle er noch nicht ausschließen, dass der Fehler in Stade entstanden sei, betonte Kraska. "Es ist aber auch möglich, dass er bei der Datenverwendung in Bonn passiert ist".

Steuer-ID wird erst 20 Jahre nach dem Tod gelöscht

Das Bundeszentralamt für Steuern hat am 1. August damit begonnen, jedem amtlich registrierten Bundesbürger eine unveränderliche, persönliche Steuer-Identifikationsnummer zuzuteilen, die erst 20 Jahre nach dem Tod gelöscht wird. So will der Fiskus die Steuerverwaltung vereinfachen sowie den Steuerbetrug bekämpfen. Doch die neuen Steuernummern finden nicht überall ungeteilte Zustimmung. Der Bund der Steuerzahler sieht Mängel im Datenschutz.

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