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Oktoberfest in München: Die Wiesn bleibt ein Milliardengeschäft für die Region

Oktoberfest  

Milliardengeschäft: Auf der Wiesn wird nicht gespart

29.09.2008, 13:01 Uhr | mmr, dpa

Oktoberfest in München (Foto: ddp) Die Konjunktur schwächelt, die Preise steigen, die Konsumlaune sinkt: Trotzdem werden mit dem Münchner Oktoberfest, dem weltgrößten Volksfest, nach Angaben des Tourismus-Amtes heuer wieder knapp eine Milliarde Euro umgesetzt. "Die Wiesn ist rezessionsstabil", sagt Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl, "ich prognostiziere eine stabile Konsumlage." An dem noch bis zum 5. Oktober dauernden Spektakel verdienen nicht nur Wirte und Schausteller, sondern auch Hoteliers, Trachtenverkäufer und Souvenirhändler. Das Geschäft mit der Gaudi ist ein mächtiger Wirtschaftsfaktor für die Region.

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Jeder Besucher lässt im Schnitt 74 Euro auf der Wiesn

Die jährlich rund 6,5 Millionen Besucher geben, so die offiziellen Zahlen des Tourismusamtes, während der 16 Tage etwa 449 Millionen Euro direkt auf der Wiesn aus, pro Person durchschnittlich 74 Euro. Nur etwa 400.000 Wiesngänger beschränken sich auf reines Schauen, ohne auch nur irgendetwas zu konsumieren. 205 Millionen Euro berappen auswärtige Festgäste für Verpflegung, Einkäufe, Taxifahrten oder die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Weitere 301 Millionen Euro fließen ins Hotelgewerbe.



Welteinkaufsstadt München

Auch der lokale Einzelhandel profitiert vom Betrieb Oktoberfest, allen voran die Trachtenverkäufer und Souvenir-Händler. "Für viele Münchner Einzelhändler ist die Wiesn nach dem Weihnachtsgeschäft die umsatzstärkste Zeit", sagt Bernd Ohlmann vom Landesverband des Bayerischen Einzelhandels (LBE). Wichtiger noch als ein direkt messbarer Umsatzzuwachs sei dabei der "Image- und Marketingfaktor", der von der Wiesn ausgehe. "München kann sich den Besuchern als Welteinkaufsstadt präsentieren", so Ohlmann.

Wichtiger Arbeitgeber

Die Wiesn selbst ist längst ein wichtiger Arbeitgeber geworden. Vom Schankkellner bis zur Brezn-Verkäuferin arbeiten hier etwa 12.000 Menschen. Die Stadt kassiert nach eigenen Angaben 4,5 Millionen Euro Standgelder und Lizenzgebühren. Die allerdings fließen komplett in den Unterhalt der Theresienwiese, wie es heißt.

"Essen und Trinken läuft immer"

Am leiblichen Wohl wird auf der Theresienwiese am wenigsten gespart: Fast 7 Millionen Maß Bier wurden im vergangenen Jahr getrunken, dazu mehr als 520.000 Brathendl und gut 140.000 Schweinswürstl verzehrt. "Essen und Trinken läuft immer", bestätigt Weishäupl. Trotz steigender Bierpreise - ein Liter kostet mittlerweile bis zu 8,30 Euro - rechnet auch Wiesnwirte-Sprecher Toni Roiderer nicht mit Umsatzrückgängen. Wegen des kalten Wetters laufe das Gartengeschäft aber schlecht, heiße Getränke zum Aufwärmen seien deshalb heuer auch ein Renner - ebenso Tüten mit gebrannten Mandeln, an denen man die Hände aufwärmen kann, hieß es zur Zwischenbilanz.



Höherer Bierpreis soll Ausgaben der Wirte kompensieren

Der Bierpreis bleibt ohnehin ein Reizthema. Die Erhöhung sei laut Roiderer notwendig, weil die Festwirte höhere Ausgaben ausgleichen müssten. Allein die Platzmiete plus Kosten für Auf- und Abbau sowie Leasinggebühren der großen Zelte beziffert Roiderer auf zwei Millionen Euro pro Wirt. Der zweitgrößte Posten seien die Ausgaben für die Sicherheit der Gäste. Sicherheitsfirmen verlangten pro Zelt bis zu 250.000 Euro für ihre Dienste. Hinzu kämen Ausgaben für Musikkapellen, Personal, Versicherungen und nicht zuletzt die gestiegenen Herstellungskosten der Brauereien, die diese an die Festwirte weitergäben. "Die Gewinnmarge für die Wirte fällt nicht höher aus als im letzten Jahr", versichert Roiderer.

Schausteller klagen

Auch die rund 700 zugelassenen Schausteller und Marktkaufleute haben mit höheren Ausgaben zu kämpfen. "Vor allem die Transport- und Energiekosten sind gestiegen", sagt Yvonne Heckl von der Veranstaltungsgesellschaft der Münchner Schausteller. An der Schaustellerstraße sitze den Besuchern das Geld zwar weniger locker als in den Festzelten, doch das Oktoberfest sei für die Betreiber der Stände und Fahrgeschäfte noch immer eine "große Prestige-Sache".

Viele Nutznießer der Wiesn

"Die Wiesn gehört zu München wie Weihnachten und Ostern", sagt auch Wiesn-Chefin Weishäupl, "das wird zelebriert". Und so ist das Oktoberfest nicht nur ein prestigeträchtiges Aushängeschild der Stadt, sondern füllt auch die Kassen vieler Nutznießer, die direkt oder indirekt von der Riesengaudi profitieren.

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