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Zahlungsverkehr: Geldautomaten erfreuen Banken, Bürger und Verbrecher

Bargeld-Spender  

Geldautomaten erfreuen Banken, Bürger und Verbrecher

03.10.2008, 15:56 Uhr | oca, AFP

40 Jahre Bargeld-Spender (Foto: Archiv)40 Jahre Bargeld-Spender (Foto: Archiv) Sie sind rund um die Uhr zugänglich und spucken jedes Jahr Milliardensummen aus. Die inzwischen mehr als 53.000 Geldautomaten in Banken, Postfilialen, Kaufhäusern und an Tankstellen haben hierzulande einen Siegeszug angetreten. In diesen Tagen feiert der Geldautomat einen runden Geburtstag: Der erste Bankomat der Republik wurde vor 40 Jahren im Schwäbischen von der Kreissparkasse Tübingen in Betrieb genommen. Er war zwar ein bürokratisches Monster, doch das tat dem Erfolg keinen Abbruch. Und seine Geschwister in England und Übersee waren nicht minder skurril.

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Schlüssel, Identifikationskarte und je eine Lochkarte

Dass die Computer-Technologie damals noch in den Kinderschuhen steckte, wurde den Kunden vor 40 Jahren bei jeder Transaktion aufs Neue bewusst: Sie mussten sich am Tübinger Bankomat mit einem gelochten Plastikausweis identifizieren und die Maschine dann wiederum jeweils mit einer Lochkarte füttern, um dafür einen 100-Mark-Schein zu erhalten. Die Kunden konnten maximal nur 400 Mark abheben und mussten das Geld aus einem Tresorfach entnehmen, das sie mit einem eigenen Hochsicherheitsschlüssel zu öffnen hatten. Jeder der 1000 registrierten Kunden bekam im sparsamen Schwabenland maximal zehn der Lochkarten zum Geld abheben.



England: Identifizierung mit radioaktiven Schecks

Der in England nahezu zeitgleich von John Sheperd-Barron entwickelte Automat funktionierte dagegen schon mit einer persönlichen vierstelligen Geheimzahl. Anstatt Lochkarten schluckte der Automat allerdings Schecks, die zur Identifizierung schwach radioaktiv behandelt waren. Damit konnten Bankkunden dann den jeweiligen Gegenwert der Schecks abheben.

Der erste EC-Geldautomat in Deutschland

Erst 1978 kam dann hierzulande ein EC-Geldautomat auf den Markt, der seinen Namen verdiente. Die von der Firma Nixdorf entwickelte Maschine erlaubte es den Kunden der Kreissparkasse Köln, innerhalb von nur 35 Sekunden mit Karte und PIN Geld abzuheben und Kontoauszüge zu drucken. Ein Erfolg war der Automat zunächst aber nicht: Er stand in der Filiale und war nur während der regulären Öffnungszeiten zugänglich.

Bares rund um die Uhr

Erst in den 80er Jahren entwickelten sich dann bankübergreifende Automaten-Netze. Das größte mit derweil über 25.000 Maschinen betreiben die Sparkassen in Deutschland. Die Bankomaten, die seitdem Bares rund um die Uhr ausgeben, veränderten seitdem nicht nur das Konsumverhalten der Bürger und vernichteten in den Geldhäusern Tausende Arbeitsplätze.

Kaum noch Bargeld an Kundenschaltern

Sie schufen auch eine neue Form intelligenter Kriminalität, die klassische Bankräuber mit Pistole und Damenstrumpf über dem Gesicht dumm aussehen lassen. Zwar erleichterten diese Gangster die Geldhäuser im vergangenen Jahr bei 552 Überfällen um rund 11,5 Millionen Euro. Aber mehr als durchschnittlich 20.000 Euro waren es pro Raub nicht: Die Banken halten an ihren Kundenschaltern kaum noch Bargeld vor und leisten sich auch nicht mehr die "Pharaonen-Gräber im Keller" wie in früheren Zeiten, heißt es im Bundeskriminalamt (BKA).

Moderner Bankraub

Die intelligenten Bankräuber agieren dagegen gewaltlos und mit geringerem Risiko. Sie spähen beim sogenannten Skimming am Bankomat die PIN von Kunden aus, nutzen dazu Minikameras, täuschend echt imitierte Eingabefelder oder präparieren die Tasten mit einem Ölfilm, um so an die vierstelligen PIN-Zahlen zu gelangen. Den Schaden, den sie damit und mit gestohlenen Kreditkarten 2007 anrichteten, belief sich dem BKA zufolge auf rund 32,4 Millionen Euro. Tendenz steigend. Auch für diese Branche sind die Bankautomaten demnach ein voller Erfolg.

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