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Abgeltungsteuer: Richtig in Fonds investieren

Vor der Abgeltungsteuer  

Richtig in Fonds investieren

| Thorsten Wiese, dpa, dpa, dpa-tmn, t-online.de

Wertpapier-Kombination - Fonds sind von der Abgeltungsteuer unterschiedlich betroffen (Foto: Archiv)Wertpapier-Kombination - Fonds sind von der Abgeltungsteuer unterschiedlich betroffen (Foto: Archiv) Es bleibt nur noch wenig Zeit: Wer für die Altersvorsorge Fonds kaufen will, sollte das noch in diesem Jahr tun. Denn vom neuen Jahr an wird auf Gewinne von Anteilen, die von dann an erworben werden, Abgeltungssteuer fällig. Die Anbieter sind daher schon seit Wochen in der Offensive: "Abgeltungssteuer ausschalten" und "Jetzt Steuervorteile sichern" wird da geraten. Aber nicht jeder Fonds eignet sich für die Altersvorsorge - und nicht jeder für jeden Anlegertyp.

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Nicht wegen Steuervorteilen investieren

"Wer mit Aktien schlecht schläft, der tut jetzt besser gar nichts", sagt Niels Nauhauser, Anlageexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Nur weil aktuelle Steuervorteile bald entfallen, sollten Sparer nicht plötzlich am Kapitalmarkt investieren, wenn sie das bislang nie vorhatten. Aber wer von den dort zum Teil höheren Renditen im Vergleich zu Spareinlagen profitieren will, sollte die noch geltenden Regelungen nutzen.

Stichtag 1. Januar 2009

Hintergrund ist folgende Stichtagsregelung: Gewinne aus der Veräußerung von Fondsanteilen, die vor dem 1. Januar 2009 erworben werden, unterliegen nicht der Besteuerung, erklärt der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) in Frankfurt. Wer die Anteile also in 10 oder 20 Jahren verkauft, kann die Gewinne steuerfrei realisieren. Wer sein Depot umstrukturieren will, sollte daher bis zum Jahreswechsel aktiv werden.

Sparpläne sind Reihe von Einmal-Anlagen

Bei Einmal-Anlagen ist das besonders einfach nachzuvollziehen. Für Sparpläne sieht die Situation ein wenig komplizierter aus: Hier ist jede Einzahlung und jeder regelmäßige Anteilskauf als Einmal-Anlage zu betrachten - alle vor dem Jahreswechsel erworbenen Anteile unterliegen laut dem BVI also der alten Regelung, die später mit Sparraten erworbenen Anteile der neuen.

Dachfonds mit Vorteilen

Von der Branche stark beworben werden derzeit zum Beispiel Dachfonds. Sie sind laut dem BVI die "Fonds der Fonds" - das bedeutet, mehrere Fondsinvestments werden unter einem Dach vereint. Das ist auch der Grund, warum Anleger der Abgeltungssteuer mit Dachfonds ein Schnippchen schlagen können: "Der Fondsmanager kann zwischen Investments in Aktien- und Rentenfonds wechseln. Er kann in unsicheren Börsenzeiten zum Beispiel Aktiengewinne realisieren und das Geld in sicherere Rentenpapiere umschichten", erklärt Niels Nauhauser.

Steuerfrei auf Fondsebene

Und: "Vom Fondsmanagement realisierte Kursgewinne bleiben auf Fondsebene steuerfrei", so das Deutsche Aktieninstitut in Frankfurt. "Für Anleger ist die Umschichtung des Managements steuerneutral - bei eigenen Umschichtungen müsste er immer die Steuer zahlen", sagt Nauhauser. Das klingt attraktiv - Anleger müssen aber wissen, dass sie für das komfortable Konstrukt Kosten in Kauf nehmen. Denn Gebühren für Anteilserwerb und Management fallen auf zwei Ebenen an: Auf der des Dachfonds und der der einzelnen Fonds. "Und diese Kosten muss der Manager erst einmal reinholen."

BVI empfiehlt langfristig auch Aktienfonds

Langfristige Wertzuwächse lassen sich laut dem BVI mit Aktienfonds erwirtschaften: vergleichsweise hohe Ertragsmöglichkeiten und ein überschaubares Risiko durch die Streuung im Fonds - so charakterisiert der Verband Aktienfonds. Für allem für den Vermögensaufbau junger Leute seien sie die richtige Fondsklasse. Auch Nauhauser empfiehlt, sich einen oder mehrere passende Aktienfonds zu suchen. Und er rät zu Indexfonds, die ein Börsenbarometer wie den DAX oder den europäischen EuroStoxx abbilden: Bei ihnen entfallen Gebühren für das Management - und sie seien oft sogar besser als aktiv gemanagte Fonds.

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