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Privatinsolvenzen: Creditreform erwartet Überschuldungswelle

Finanzmarktkrise  

Creditreform erwartet Überschuldungswelle

04.11.2008, 18:59 Uhr | bv, dpa, t-online.de

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwartet für 2009 eine Pleitewelle bei Verbrauchern (Foto: imago)Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwartet für 2009 eine Pleitewelle bei Verbrauchern (Foto: imago) Die Folgen der Finanzmarktkrise werden sich im nächsten Jahr auch in einem Anstieg der Verbraucherinsolvenzen zeigen. Das ist die Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Nachdem die Zahl der Überschuldungen in diesem Jahr leicht sinkt, werde 2009 und 2010 eine neue Welle von Verbraucherinsolvenzen durch Deutschland rollen. Wegen der sich abschwächenden Konjunktur und dem damit verbundenen Anstieg der Arbeitslosigkeit würden wieder viele Verbraucher in finanzielle Probleme geraten. Das sagte Creditreform-Chef Helmut Rödl bei der Vorstellung des Schuldneratlas 2008.

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Rückgang bei Überschuldung nur Momentaufnahme

Dass die Schuldnerquote derzeit zurückgehe, sei nur eine Momentaufnahme. Auch der Rückgang der Verbraucherinsolvenzen in diesem Jahr bedeute keineswegs eine Entspannung, sagte Rödl. Vielmehr seien die Schuldnerberatungsstellen heillos überlastet. Die Wartezeit für einen Beratungstermin betrage teilweise sechs Monate.

Jeder Zehnte gilt als überschuldet

Bis Anfang Oktober hatte die Creditreform einen leichten Rückgang der Schuldnerquote von 10,9 auf 10,1 Prozent festgestellt, das bedeutet, das jeder Zehnte als überschuldet gilt und damit seine Schulden nicht mehr innerhalb eines überschaubaren Zeitraums aus seinem verfügbaren Einkommen abtragen kann. Die Gesamtzahl der überschuldeten Bürger über 18 Jahre liegt bei 6,9 Millionen. "Das sind einfach zu viele für ein prosperierendes Land wie Deutschland", sagte Rödl.

Konjunktur-Aufschwung sorgte für positive Entwicklung

Den Rückgang bei den Verschuldungszahlen führte er vor allem auf den zurückliegenden konjunkturellen Aufschwung mit einem deutlichen Abbau der Arbeitslosigkeit zurück. Viele ehemalige Schuldner seien inzwischen in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, weil sie wieder einen Arbeitsplatz hätten und über ein regelmäßiges Einkommen verfügten.

Verschuldung regional unterschiedlich

Stark abgenommen habe die Verschuldung in den neuen Bundesländern. Die Schuldnerquote liege hier mit 10,3 Prozent nur unwesentlich höher als im Westen Deutschlands. Klar feststellbar sei darüber hinaus ein Süd-Nord-Gefälle. So führten Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen die Liste der Länder mit den niedrigsten Schuldnerquoten an. Schlusslichter sind Berlin und Bremen, die eine fast doppelt so hohe Schuldnerquote aufwiesen. Generell zeige sich, dass in Kernstädten und Ballungsräumen die Verschuldungsprobleme größer seien als in ländlichen Regionen, sagte Rödl.

Überschuldung kann jeden treffen

Nach Ansicht von Schuldnerexperten kann eine Überschuldung mit anschließender Privatpleite in Zeiten von Hartz IV jeden treffen. "Man hat immer mal eine Phase von Arbeitslosigkeit - und die kann einem mittlerweile schon den Hals brechen", sagte Schuldenexpertin Birgit Höltgen von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. Gefährdet seien dabei nicht nur die Armen. Seit den Arbeitsmarktreformen müssten gerade Menschen aus der Mittelschicht bei Jobverlust binnen kurzer Zeit mit viel weniger Geld auskommen als zuvor. "Es ist schwer, sich darauf einzustellen", sagte Höltgen.

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