Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern >

LESER FRAGEN - EXPERTEN ANTWORTEN

LESER FRAGEN - EXPERTEN ANTWORTEN

| t-online.de

Frage von H. Sch. zur Verrechnung von Aktiengewinnen und -verlusten (21.10.2008):

Kann ich in 2009 Kursgewinne aus in 2009 erworbener Aktien mit Kursverlusten aus Verkäufen in 2009 aus in früheren Jahren erworbener Aktien (Neuer Markt!) verrechnen?


Die Antworten der Experten:

Markus Zschaber (Foto: Archiv)

Markus Zschaber,
Fonds-Experte, Leiter der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft,
Buch-Autor „Abgeltungssteuer - na und!"

Eine Verlustverrechnung wird es auch nach Einführung der Abgeltungssteuer geben. Ab dem Jahr 2009 wird die Bank einen Verlustverrechnungstopf einführen. Hier werden negative Kapitaleinnahmen summiert und mit positiven Kapitaleinnahmen des gleichen Jahres verrechnet. Bleiben Verluste übrig, so werden diese automatisch ins Folgejahr übertragen. Sollten diese Verluste mit weiteren positiven Erträgen verrechnet werden, so muss ein schriftlicher Antrag auf Ausstellung einer Verlustbescheinigung gestellt werden. Der Verlustverrechnungstopf wird von der ausstellenden Bank auf Null zurückversetzt. In der Einkommensteuererklärung können dann entsprechend bescheinigte Verluste gegen positive Kapitaleinkünfte bei weiteren Banken (bzw. auf den dort zuviel gezahlten Steuerbetrag) geltend gemacht werden. Jedoch stehen entsprechende Verluste nicht mehr im Folgejahr zur Verfügung. Wichtig zu wissen ist, dass Kursverluste aus Aktien nicht mit Zins- und Dividendeneinnahmen verrechnet werden dürfen. Des Weiteren gilt der Grundsatz, dass ab 2009 Kursgewinne auch nur mit Kursverlusten verrechnet werden können,  die in 2009 erworbenen und realisieret wurden. Für in 2008 erworbene Papiere gilt weiterhin das bisherige geltende Steuerrecht, somit auch die Spekulationsfrist von 1 Jahr und die anschließende steuerfreie Realisierung der Kursgewinne.


Andreas Beys (Foto: Archiv)


Andreas Beys,
Steuer- und Dachfonds-Experte, Vorstandsmitglied der Sauren Fonds-Service AG

Liegt zwischen Kauf und Verkauf mehr als 1 Jahr, so können die realisierten Kursverluste weder mit steuerpflichtigen Kursgewinnen nach aktuellem Recht, noch nach neuem Recht verrechnet werden. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, überlegen Sie gerade in 1999 oder 2000 erworbene und im Verlust stehende Aktien zu verkaufen, um damit einen steuerlichen Verlustvortrag zu bilden. Wie schon beschrieben, würde dies nicht funktionieren.



Dr. Franz-Josef Leven (Foto: Archiv)


Dr. Franz-Josef Leven
Investmentanalyst, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft beim Deutschen Aktieninstitut (DAI), Buchautor

Veräußerungsverluste von vor 2009 erworbenen Aktien sind nur dann gegen Veräußerungsgewinne von ab dem 1.1.2009 erworbenen Aktien aufzurechnen, wenn die Spekulationsfrist noch nicht abgelaufen ist. D.h., die mit Verlust veräußerten Aktien müssen in 2008 erworben worden sein. Altbestände, z.B. aus den Zeiten des Neuen Marktes, sind außerhalb der Spekulationsfrist. Daher sind weder in 2009 realisierte Kursverluste noch (hypothetische) in 2009 realisierte Kursgewinne steuerrelevant.




Zurück zu den Fragen






Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Entdecken Sie die neue Herbst-Winter-Business-Kollektion
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenhappy-size.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern

shopping-portal