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LESER FRAGEN - EXPERTEN ANTWORTEN

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Frage von Okan K. zur Besteuerung von ausländischen Titeln und Verlustrechnung von Zertifikaten (21.10.2008):

Was muss ich künftig beachten, wenn ich Titel im Ausland erworben habe und im Ausland bereits Steuern bezahlt habe? Wie läuft die Verlustverrechnung bei Zertifikaten?


Die Antworten der Experten:

Markus Zschaber (Foto: Archiv)

Markus Zschaber,
Fonds-Experte, Leiter der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft,
Buch-Autor „Abgeltungssteuer - na und!"

Auch Erträge ausländischer Investments unterliegen der Abgeltungssteuer. Wird das Depot bei einer Bank im Inland (sprich in Deutschland) geführt, so wird der komplette Vorgang der steuerlichen Behandlung von entsprechender Hausbank durchgeführt und die ausländische Quellensteuer automatisch in Anrechnung gebracht.

Im anderen Fall ist die Anlage AUS auszufüllen und mit der Einkommensteuererklärung einzureichen. Die endgültige Besteuerung und Verrechnung der bereits im Ausland abgeführten Steuerbeträge erfolgt mittels Feststellungsbescheinigung. Evtl. zuviel gezahlte Beträge werden zurückerstattet.

Für den Zertifikate-Bereich ist die steuerliche Neuregelung der Abgeltungssteuer schon eingeführt und zwar mit Datum des Gesetzesbeschlusses zur Unternehmensteuerreform 2008 am 14. März 2007. Der Gesetzgeber hat den damaligen Trendboom rechtzeitig erkannt und Zertifikate als besonderes Anlagevehikel vorab geregelt. Zertifikate kommen bei der geplanten Einführung der Abgeltungssteuer auf Veräußerungsgewinne, Dividenden und Zinserträge lediglich in den Genuss eines eingeschränkten Bestandsschutzes.

Zertifikate, die nach dem 14.März 2007 erworben und bis zum 30.06.2009 verkauft werden, kommen ebenfalls noch in den Genuss nach Ablauf der Jahresfrist steuerfrei geführt zu werden. Diese Sonderregelung gilt jedoch nur bei einem Erwerb vor dem 01.01.2009. Wird ein Zertifikat nach dem 30.06.2009 veräußert, fällt auch hier die 25% Abgeltungssteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) an. Eine Versteuerung der Zinsen und der Veräußerungen von ab dem 31.12.2008 erworbenen Zertifikaten unterliegt der vollen Abgeltungsbesteuerung von 25% (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer).

Generell sollte geprüft werden, wo es eher sinnvoll ist, bis zum 30.6.2009 Gewinn auf Zertifikate-Positionen steuerfrei zu realisieren. Befinden sich entsprechende Papiere noch in der Spekulationsfrist, so greift die aktuelle Steuergesetzregelung.


Andreas Beys (Foto: Archiv)


Andreas Beys,
Steuer- und Dachfonds-Experte, Vorstandsmitglied der Sauren Fonds-Service AG

Antwort Titel Ausland: Sie müssen Ihre Erträge, die Sie im Ausland generieren immer spätestens im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung deklarieren. Im Ausland gezahlte Steuern, werden dann i.d.R. angerechnet.

Antwort Zertifikat: Verkaufen Sie Vollrisikozertifikate, welche Sie vor dem 15. März 2007 erworben haben und länger als ein Jahr gehalten haben, so sind diese Verluste steuerlich nicht verrechenbar, weder nach aktuellem noch nach neuem Recht. Verkaufen Sie Vollrisikozertifikate, welche Sie nach dem 14. März 2007 erworben haben innerhalb von 1 Jahr mit Verlust, so können diese Verluste mit anderen Spekulationsgewinnen nach aktuellem Recht verrechnet werden. Sind keine Spekulationsgewinne nach aktuellem Recht vorhanden, so können diese Verluste in das neue Recht vorgetragen werden und mit realisierten Veräußerungsgewinnen aus Neuanlagen (Kaufzeitpunkt ab 1. Januar 2009) bis spätestens 2013 verrechnet oder weiterhin mit Spekulationsgewinnen z. B. aus einem Immobilienverkauf oder durch einen Verkauf durch Edelmetalle verrechnet werden. Verkaufen Sie das Vollrisikozertifikat, welches Sie nach dem 14. März 2007 erworben haben, nach dem 30. Juni 2009 mit Verlust, so können Sie diese Verluste sogar mit anderen Kapitalerträgen wie Zinserträge im Rahmen der Einkommensteuererklärung verrechnen lassen.


Dr. Franz-Josef Leven (Foto: Archiv)


Dr. Franz-Josef Leven
Investmentanalyst, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft beim Deutschen Aktieninstitut (DAI), Buchautor

Für Auslandsaktien in inländischen Depot wird die ausländische Quellensteuer automatisch mit der Abgeltungsteuer verrechnet, so dass Sie als Anleger nicht mehr als 25% Steuern zahlen. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn die ausländische Quellensteuer höher als 25% ist, dann müssen Sie sich zu viel gezahlte Steuern in einem mehr oder weniger bürokratischen Verfahren beim ausländischen Fiskus wiederholen.

Liegen die Wertpapier in ausländischen Depots, wird keine Abgeltungsteuer abgeführt. Der Steuerzahler muss die Erträge (und etwaige bereits gezahlte Steuern) aber in der Steuererklärung angeben, dann wird die Steuer auf diesem Wege festgesetzt.



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