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LESER FRAGEN - EXPERTEN ANTWORTEN

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Frage von Uwe G. zur Verrechenbarkeit von Altverlusten (bis 2008) mit sämtlichen Kapitaleinkünften ab 2009 (26.10.2008):

In den Neuen Wirtschaftsbriefen (NWB Nr. 30 vom 21.07.08, S. 2811) habe ich zu diesen Thema den folgenden Artikel gefunden:
"Liegen Verluste aus Spekulationsgeschäften vor, können diese mit "neuen" Gewinnen aus Kapitalvermögen verrechnet werden, letztmalig in 2013 (§52a Abs.11 Satz 11 EStG). Hier stellt sich zunächst die Frage, ob eine Verrechnung nur mit "Gewinnen" gem. §20 Abs.2 EstG - also insbesondere aus Aktien - oder sonstigen Wertpapierverkäufen - möglich ist, oder Altveräußerungsverluste mit sämtlichen Kapitaleinkünften ausgeglichen werden können. Für erstere Alternative spricht der Wortlaut in §23 Abs.3 Satz 9 EStG, für letztere der Text in §20 Abs.6 Satz 1 EstG (Mertes/Hagen, Die Unternehmenssteuereform 2008, S. 241: "positive Einkünfte aus Kapitalvermögen")."
Können auch nach Ihrer Auffassung Altveräußerungsverluste mit sämtlichen Kapitaleinkünften ausgeglichen werden?


Die Antworten der Experten:

Markus Zschaber (Foto: Archiv)

Markus Zschaber,
Fonds-Experte, Leiter der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft,
Buch-Autor „Abgeltungssteuer - na und!"

Eine Verlustverrechnung wird es auch nach Einführung der Abgeltungssteuer geben. Ab dem Jahr 2009 wird die Bank einen Verlustverrechnungstopf einführen. Hier werden negative Kapitaleinnahmen summiert und mit positiven Kapitaleinnahmen des gleichen Jahres verrechnet. Bleiben Verluste übrig, so werden diese automatisch ins Folgejahr übertragen. Sollten diese Verluste mit weiteren positiven Erträgen verrechnet werden, so muss ein schriftlicher Antrag auf Ausstellung einer Verlustbescheinigung gestellt werden. Der Verlustverrechnungstopf wird von der ausstellenden Bank auf Null zurückversetzt. In der Einkommensteuererklärung können dann entsprechend bescheinigte Verluste gegen positive Kapitaleinkünfte bei weiteren Banken (bzw. auf den dort zuviel gezahlten Steuerbetrag) geltend gemacht werden. Jedoch stehen entsprechende Verluste nicht mehr im Folgejahr zur Verfügung. Wichtig zu wissen ist, dass Kursverluste aus Aktien nicht mit Zins- und Dividendeneinnahmen verrechnet werden dürfen.

Ab 2009 werden in einem ersten Schritt die positiven bzw. negativen Einkünfte aus Kapitalvermögen, d.h. die Erträge (z.B. Dividenden, Zinsen) und Gewinne/Verluste (z.B. Gewinne/Verluste aus Wertpapieren, die ab 2009 angeschafft werden), untereinander verrechnet. Erst dann kommt es in einem zweiten Schritt zur Verrechnung der Altverluste. Bis zum Veranlagungszeitraum 2013 können diese im Rahmen der Einkünfte aus Kapitalvermögen mit übrig bleibenden realisierten Gewinnen, aber auch mit anderen Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften, wie z.B. aus dem steuerpflichtigen Verkauf von Grundstücken innerhalb der Zehnjahresfrist, verrechnet werden. Eine Verrechnung mit Erträgen, wie Zinsen oder Dividenden, ist allerdings nicht möglich. Nach 2013 können gegebenenfalls noch übrig gebliebene vorgetragene Altverluste nur noch mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden.


Andreas Beys (Foto: Archiv)


Andreas Beys,
Steuer- und Dachfonds-Experte, Vorstandsmitglied der Sauren Fonds-Service AG

Altverluste können nur mit realisierten Kursgewinnen aus Neuanlagen (Kauf ab 2009) verrechnet bzw. natürlich weiterhin auch mit Spekulationsgewinnen aus Immobilienverkäufen oder z. B. Edelmetallen. Eine Verrechnung Altverlusten mit Kapitalerträgen wie Zinserträgen oder Dividendenerträge wird nicht möglich sein.

Dr. Franz-Josef Leven (Foto: Archiv)


Dr. Franz-Josef Leven
Investmentanalyst, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft beim Deutschen Aktieninstitut (DAI), Buchautor

Laut Homepage des Bundesfinanzministeriums ist die Verrechnung mit Veräußerungsgewinnen aus Kapitaleinkünften möglich, nicht jedoch mit laufenden Kapitalerträgen wie Zinsen oder Dividenden. Voraussetzung ist jedoch, dass der Anleger die Verluste im Jahr ihrer Entstehung bei der Steuererklärung angegeben hat/angibt.




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