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LESER FRAGEN - EXPERTEN ANTWORTEN

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Frage von Familie P. zur Abgeltungsteuer bei einem Tagesgeld-Konto (27.10.2008):

Was bedeutet das für mein Tagesgeld-Konto und ab welcher Summe muss ich die Abgeltungsteuer zahlen?


Die Antworten der Experten:

Markus Zschaber (Foto: Archiv)

Markus Zschaber,
Fonds-Experte, Leiter der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft,
Buch-Autor „Abgeltungssteuer - na und!"

Tagesgeldkonten sind Zinskonten und unterliegen der pauschalen Abgeltungssteuer  von 25% (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer). Wenn Ihr persönlicher Steuersatz über 25% liegt, kann es sinnvoll sein, die Zinserträge ins nächste Jahr zu verschieben. Dies geht z.B. mit Termingeldern. Sofern die Auszahlung nach dem 01.01.2009 stattfindet, unterliegen die Erträge dann dem günstigeren Abgeltungsteuersatz von 25%.

Bislang gab es für Zinserträge den so genannten Sparerfreibetrag, innerhalb dessen Zinsen und Dividenden steuerfrei vereinnahmt werden konnten. Dieser betrug seit seiner letzten Änderung 2007 750 Euro pro Person, bei gemeinsam veranlagten Personen also 1500 Euro. Dazu kam eine so genannte Werbungskostenpauschale von 51 Euro pro Person, bei gemeinsam veranlagten Personen also 102 Euro, welche in der Steuererklärung in Anspruch genommen werden konnte. Damit stand ein Freibetrag in Höhe von 801 Euro bzw. 1602 Euro bei Eheleuten in gemeinschaftlicher Veranlagung zur Verfügung.

Diese beiden Freibeträge – Sparerfreibetrag und Werbungskostenpauschale – werden mit Einführung der Abgeltungssteuer zum 1. Januar 2009 abgeschafft und durch den so genannten Sparerpauschbetrag ersetzt.

In seiner Höhe ist der Sparerpauschbetrag identisch mit der Summe aus bisherigem Sparerfreibetrag und der Werbungskostenpauschale, also 801 Euro pro Person bzw. 1602 Euro bei Eheleuten in gemeinschaftlicher Veranlagung. Um die alten bzw. den neuen Freibetrag nutzen zu können, muss der Anleger bei seiner Bank einen Freistellungsauftrag einreichen. Sollte er mehrere Konten oder Depots haben, kann er auch mehrere Freistellungsaufträge bei den einzelnen Banken einreichen, deren Summe aber nicht die besagten 801 Euro bzw. 1602 Euro bei Eheleuten in gemeinschaftlicher Veranlagung übersteigen darf.

Die Unterschiede zwischen der alten Regelung und dem neuen Sparerpauschbetrag liegen im Detail, denn ab 2009 werden auch Veräußerungsgewinne aus Aktien und anderen Wertpapieren unter die Regelung des Sparerpauschbetrages fallen.


Dr. Franz-Josef Leven (Foto: Archiv)


Dr. Franz-Josef Leven
Investmentanalyst, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft beim Deutschen Aktieninstitut (DAI), Buchautor

Wenn keine Freistellungsbescheinigung vorliegt, wird ab dem ersten Euro Abgeltungsteuer einbehalten. Freistellungsbescheinigungen werden bis zur Höhe des Sparerpauschbetrages von 801 Euro bzw. 1602 Euro p.a. ausgestellt.

Wenn Sie ausschließlich über ein Tagesgeldkonto verfügen und keine weiteren Kapitalerträge erzielen, dann ist der Freibetrag bei einer Verzinsung von angenommenen 4% erst ab einer Anlagesumme von ca. 20.000 Euro ausgeschöpft.




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