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Verbraucher erwarten düstere Zukunft

GfK-Bericht  

Verbraucher erwarten düstere Zukunft

27.11.2008, 15:54 Uhr | cs, dapd, dpa, t-online.de

Das Konsumklima in Deutschland bleibt stabil (Foto: imago)Das Konsumklima in Deutschland bleibt stabil (Foto: imago) Das Konsumklima in Deutschland hat sich zum Jahresende leicht verbessert. Dennoch gibt es keinen Grund zur Erleichterung. Denn die Verbraucher sind hinsichtlich der Konjunkturaussichten so pessimistisch wie lange nicht mehr. Dieses Fazit zieht die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus ihrer jüngsten Untersuchung. Der Indikator, der die Konjunkturerwartungen erfasst, sank nach GfK-Angaben auf den niedrigsten Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebungen 1991. Die Rezessionsängste seien inzwischen Realität.

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Konsumklima noch stabil

Das Konsumklima könne zum Jahresende auf niedrigem Niveau aber noch einmal zulegen, lauteten die Erkenntnisse der Konsumforscher. Sowohl steigende Einkommensaussichten als auch eine verbesserte Anschaffungsneigung trügen dazu bei. Zum vergleichsweise stabilen Konsumklima habe die weiterhin niedrige Arbeitslosigkeit ebenso beigetragen wie die gesunkene Inflationsrate.

Kaufbereitschaft noch nicht einschränken

"Die Verbraucher gehen davon aus, dass sie persönlich von dem Konjunkturtief nicht so stark betroffen sein werden", erklärte GfK-Autor Rolf Bürkl. Sie glaubten daher, dass sie ihre Kaufbereitschaft derzeit nicht weiter einschränken müssten. Für das Weihnachtsgeschäft gebe es deshalb keinen Anlass zu übertriebenem Pessimismus, sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst. "Die Konsumenten möchten sich das Weihnachtsfest nicht verderben lassen."

Anstieg der Verbraucherstimmung

Zuletzt hätten fallende Preise für Heizöl und Benzin dafür gesorgt, dass die Einkommensaussichten etwas optimistischer beurteilt werden. Auch die Tarifabschlüsse in der Metall- und Elektroindustrie seien für den vierten Anstieg der Verbraucherstimmung in Folge mit verantwortlich. "Damit konnte sich das Konsumklima zum Jahresende noch erfolgreich gegen die wachsenden Rezessionstendenzen behaupten", teilte die GfK mit. Der Indikator stieg von 1,9 auf 2,2 Punkte.

Zukunftsaussichten sind düster

2009 steht Deutschland vor einem schwierigen Jahr. Und so blicken die Bundesbürger der GfK-Untersuchung zufolge düster in die Zukunft. Produktionsstopps in der Automobilindustrie dürften die Angst vieler Beschäftigter vor einem Jobverlust weiter schüren. Weder das Banken-Rettungspaket noch das Konjunkturprogramm hätten für einen Stimmungsumschwung sorgen können.

Positive Faktoren

Allerdings gibt es auch einige positive Faktoren: Die Arbeitslosigkeit sei niedrig, die Inflationsrate nicht mehr so hoch, und die jüngsten Tarifabschlüsse seien in Ordnung gewesen. "Man muss den Konsum für 2009 nicht abschreiben", betonte Wübbenhorst. Er forderte möglichst rasche Steuersenkungen, um die Konjunktur zu stabilisieren. "Es nützt nichts, Steuerentlastungen erst für 2010 anzukündigen", sagte er in einem Gespräch mit der dpa. "Es gibt keinen Grund, damit zu warten. Wenn man Steuersenkungen ins Auge fasst, dann sollte man sie jetzt vorziehen. Das kann den Konsum antreiben."

Wirtschaft verschlechtert sich

Erst am Montag hatte das Münchner ifo Institut über eine weitere Verschlechterung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft berichtet. Der ifo-Geschäftsklimaindex sank im Zuge der weltweiten Finanzkrise im November zum sechsten Mal in Folge von 90,2 Punkten im Vormonat auf 85,8 Punkte. Damit ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft so schlecht wie seit 15 Jahren nicht mehr. In einer Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnete ein Drittel der Unternehmen für das kommende Jahr mit Stellenabbau.

Weitere Themen:
ifo-Geschäftsklima - Deutliche Verschlechterung
Rezession - Deutsche Wirtschaft schrumpft offiziell
Preise - Inflation sinkt, Lebensmittel bleiben teuer

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