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Betriebliche Verlosungen: Finanzamt darf mitkassieren

Verlosungen  

Bei betrieblichen Verlosungen kassiert der Fiskus mit

26.11.2008, 18:58 Uhr | mfu, dpa-tmn, dpa, t-online.de

Bei betrieblichen Verlosungen kassiert der Fiskus manchmal mit. (Foto: imago)Bei betrieblichen Verlosungen kassiert der Fiskus manchmal mit. (Foto: imago) Betriebliche Verlosungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Oft geht es bei den Tombolas, wie zum Beispiel auf der Weihnachtsfeier, nur um Kleingewinne. Doch manchmal verlosen die Firmen hochwertige Preise bis hin zu Autos und Eigenheimen. In den Fall drohen den Gewinnern unter Umständen hohe Steuern, denn die Präsente betrachtet der Fiskus als zusätzlichen Einkommen. Ob Steuern anfallen, hängt vor allem von der Art der Finanzierung ab, wie der Bundesfinanzhof in zwei aktuellen Urteilen entschieden hat. (Az: X R 8/06 und X R 25/07)

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Preise aus Arbeitgebervermögen steuerpflichtig

Wenn der Auftraggeber den Preis allein finanziert hat, werden Steuern in jedem Fall fällig - so geschehen bei der Gewinnerin eines Einfamilienhauses. Das "Traumhaus" im Wert von 500.000 DM war von einem Kosmetikhersteller als zusätzliche Prämie ausgelobt worden. Je nach Umsatz mit den Produkten der betreffenden Firma gab es bis zu acht Lose. Der Preis wurde in diesem Fall vom Bundesfinanzhof als zusätzliches Einkommen gewertet und war damit zu versteuern.

Keine Steuern bei Finanzierung durch Auftragnehmer

Anders sieht die Lage aus, sofern der Preis ausschließlich durch den Auftragnehmer finanziert wird. Doppeltes Glück hat danach ein Außendienstler einer Bausparkasse. Das Unternehmen hatte 1996 für jeden vermittelten Bausparvertrag jeweils eine Mark der Provision der Außendienstler für ein Los einbehalten. Der Mitarbeiter gewann bei der Verlosung einen BMW Z3, den er später für 51.000 Mark verkaufte. Wie der Bundesfinanzhof nun entschied, darf der freiberufliche Vertreter den ganzen Gewinn steuerfrei einstreichen, denn der Preis sei aus den Provisionen der freiberuflichen Außendienstmitarbeiter und damit aus "bereits verdientem Geld" finanziert worden.

Urteil gilt auch für Arbeitnehmer

Zur Begründung in beiden Fällen verwiesen die obersten Finanzrichter auf das allgemeine Einkommensteuerrecht; die Urteile sind daher auch auf Arbeitnehmer übertragbar. Vor einem Jahr hatte der BFH entschieden, dass auch Gewinne aus Fernsehshows zu versteuern sind. Gewinne beim Lotto oder ähnlichen Wetten, für die die Lose mit dem eigenen versteuerten Einkommen gekauft wurden, bleiben nach der Münchner Rechtsprechung dagegen steuerfrei.

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