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Datenmissbrauch: Daten von 21 Millionen Bürgern im Umlauf

Datenklau  

Zeitschrift: Millionen Bankdaten illegal zu kaufen

07.12.2008, 14:20 Uhr | sky, dapd, dpa, t-online.de

Neuer Datenklau-Skandal (Foto: imago)Neuer Datenklau-Skandal (Foto: imago) Auf dem Schwarzmarkt sind nach Recherchen der "Wirtschaftswoche" Bankverbindungen von 21 Millionen Bundesbürgern illegal im Umlauf. Nach Angaben des Magazins wurde dem Blatt die Datenmenge zum Preis von knapp zwölf Millionen Euro zum Kauf angeboten. Eine CD mit 1,2 Millionen Kundendaten habe die "Wirtschaftswoche" als Muster erhalten. Neben Angaben zur Person wie etwa Geburtsdaten enthielten die Datensätze die Bankverbindung mit Kontonummer und Bankleitzahl, in einigen Fällen sogar detaillierte Angaben zur Vermögenslage. Erste Spuren führten fast ausschließlich zu kleineren Callcenter-Betreibern.

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Der Staatsanwalt ist eingeschaltet

Das Magazin habe die Datensätze bereits am Donnerstag der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft übergeben, um zu klären, wie die Kontonummern illegal in Umlauf geraten konnten. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der Behörde eine CD mit Daten übergeben worden sei. Dies sei allerdings kommentarlos geschehen, ohne dass die Hintergründe erläutert worden seien. Somit könne er keine weiteren Angaben machen, sagte der Sprecher. "Wir werden uns das am Montag in Ruhe angucken."

Plötzliche Abbuchung droht

Laut "Wirtschaftswoche" müssen drei Viertel aller Haushalte im Extremfall befürchten, dass ihre Bankverbindungen illegal auf dem riesigen Schwarzmarkt für persönliche Daten im Umlauf sind. Und nicht nur das: Die Betroffenen müssten fürchten, dass Geld von ihrem Girokonto abgebucht wird, ohne dass sie jemals eine Einzugsermächtigung erteilt haben.

So läuft der illegale Datenhandel (Grafik: dpa)So läuft der illegale Datenhandel (Grafik: dpa)

Konzerne geben Adressen weiter

Laut "Wirtschaftswoche" bedienen sich vor allem auf umkämpften Massenmärkten wie Telekommunikation, Energieversorgung oder Kabelfernsehen viele Anbieter fast nur noch externer Dienstleister und Callcenter. Diese erhielten die relevanten Kundendaten teilweise vom Auftraggeber. Schalteten die Dienstleister ihrerseits Subunternehmer ein, verliere sich die Kontrolle über die Daten irgendwann im Nichts.

Callcenter-Mitarbeiter verscherbeln Daten

Die Unterauftragnehmer ergänzten die Daten ihrer Auftraggeber nicht selten, indem sie weitere Daten zukauften. Das geschehe nicht nur bei legalen Adresshändlern. Offenbar besserten auch schlecht bezahlte Mitarbeiter insbesondere kleinerer Callcenter ihr Gehalt auf, indem sie Adressdaten auf USB-Sticks oder CDs kopierten und auf eigene Rechnung an Hintermänner weiterverkauften. Die wiederum führten die Bank- und Adressdaten aus verschiedenen Quellen zusammen, bereinigten sie um Doppelungen und böten sie im großen Stil zum Kauf an. In Deutschland gibt es den Angaben zufolge rund 5000 Callcenter. Ihnen zahlten beispielsweise Telefongesellschaften 100 Euro und mehr für einen Vertragsabschluss. Eine Vertragsverlängerung bringe etwa 50 Euro.

Niemand ist mehr sicher

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar geht sogar davon aus, dass inzwischen "mit den Daten aller Deutschen irgendwo gehandelt wird". "Jeder muss befürchten, dass er betroffen ist", sagte Schaar am Sonntag im NDR. "Es ist eine Art grauer Datenmarkt entstanden, dessen Konturen sich nicht mal ansatzweise abzeichnen", wurde er weiter zitiert. Es liege nahe, dass noch weitere Datenträger kursieren. Denn daran lasse sich richtig viel verdienen. Schaar riet den Bundesbürgern, ihre Kontoauszüge möglichst zügig und sorgfältig zu prüfen.

Experten schon lange skeptisch

Der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert, der mit Strafanzeigen einen anderen Datenklau-Skandal ins Rollen gebracht hatte, erklärte bereits im Sommer, dass allein zehn bis zwanzig Millionen illegal weitergereichte Kontodaten vagabundierten. Im August hatte der Leiter eines Call-Centers gestanden, Daten für fünfstellige Summen weiterverkauft zu haben. "Es waren bis zu 2,5 Millionen Datensätze - ich habe sie dreimal verkauft", zitiert eine Boulevardzeitung den mutmaßlichen Täter, der zwölf Jahre lang im Geschäft mit Telefonwerbung arbeitete. Aus diesen Daten seien dann die 17.000 Datensätze inklusive Kontoverbindungen gefiltert worden.

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