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Steuererklärung: Pendlerpauschale bringt Finanzämter in Not

Finanzämter in Not  

Pendlerpauschale verursacht Steuerchaos

19.01.2009, 16:59 Uhr | cs, AFP, t-online.de

Die Pendlerpauschale sorgt in den Finanzämtern für Mehrarbeit (Foto: ddp)Die Pendlerpauschale sorgt in den Finanzämtern für Mehrarbeit (Foto: ddp) Steuerzahler müssen in diesem Jahr deutlich länger auf ihre Steuerbescheide warten als üblich. Schuld ist die Pendlerpauschale. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, müssen die Finanzämter rund zwei Millionen Steuererklärung per Hand nachbearbeiten. Die Folge für den Steuerzahler: Er muss wohl länger auf eine mögliche Rückerstattung warten.

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Steuererklärung: Bearbeitungszeit verdoppelt

Nach der Wiedereinführung der Pendlerpauschale bräuchten die Finanzämter voraussichtlich vier Monate oder mehr zur Bearbeitung von Einkommensteuererklärungen, sagte der Vorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek. Dies sei doppelt so lange wie normalerweise üblich.

Finanzämter sind gefordert

Je nach Zeitpunkt der Abgabe der Steuererklärung könne die Bearbeitung bis zu 18 Wochen dauern, so Ondracek. Während die Finanzämter zu Beginn des Jahres Steuererklärungen in der Regel "relativ zügig" abarbeiten könnten, wachse die Arbeitsbelastung bis zum Frühjahr erfahrungsgemäß deutlich an. So müssten Steuerzahler bei einer Abgabe zu Jahresbeginn normalerweise rund sechs Wochen warten, ab April oder Mai dann aber acht bis zehn Wochen. Nach der Wiedereinführung der Pendlerpauschale sei jetzt jedoch "mit einer zusätzlichen Bearbeitungszeit von acht Wochen" zu rechnen.

Urteil zur Pendlerpauschale

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Pendlerpauschale im Dezember müssten die Finanzämter jetzt zwei Arten von Fällen bearbeiten. Einmal müssten Steuererklärungen für das Jahr 2007 überprüft werden, in denen Steuerzahler den Weg zum Arbeitsplatz bereits als Werbungskosten angegeben hatten, die Kosten jedoch nicht in voller Höhe geltend machen konnten. Bis zum Urteil der Verfassungsrichter galt die Pendlerpauschale erst ab dem 20. Kilometer. Daneben käme auf die Finanzbehörden jetzt "eine Flut rückwirkender Anträge" zu. Viele Steuerzahler, die weniger als 20 Kilometer von ihrer Arbeit entfernt wohnen, würden die Kosten jetzt nachträglich geltend machen.

Rentenbesteuerung macht auch Sorgen

Neben der Wiedereinführung der Pendlerpauschale sorge bei den Finanzbeamten in diesem Jahr auch die Rentenbesteuerung für zusätzliche Arbeitsbelastung. Zwar seien die Neuregelungen des Alterseinkünftegesetzes seit 2005 in Kraft. Jedoch habe das Bundeszentralamt für Steuern die Steuerdaten der Rentner erst jetzt an die Finanzämter weitergegeben. Die Finanzämter müssten jetzt rückwirkend die Steuererklärungen der Rentner aus den vergangenen Jahren überprüfen.

Situation ist einzigartig

Gewerkschafts-Boss Dieter Ondracek sagte der "Bild", er könne sich an keine vergleichbare Situation erinnern. Angesichts der zusätzlichen Belastungen durch Pendlerpauschale und Rentenbesteuerung forderte Ondracek deutlich mehr Personal für die Finanzämter. Insgesamt seien 10.000 Finanzbeamte mehr nötig. "Die Zusatzarbeiten, die jetzt auf uns zukommen, sind kaum noch zu bewältigen."

Qualität der Steuerbescheide leidet

Hierunter werde auch die Qualität der Steuerbescheide leiden. "Es werden unkorrekte Steuerbescheide an die Steuerzahler herausgehen." Dies könne "im Einzelfall zu Gunsten des Steuerzahlers laufen, im Einzelfall aber auch zu seinen Ungunsten." Wenn Bürger dann in Einspruch gegen unkorrekte Steuerbescheide gehen, werde dies noch zu einer zusätzlichen Belastung der Finanzämter führen.

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