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Nur jeder Vierte hat sein Depot umstrukturiert

Abgeltungsteuer  

Nur jeder Vierte hat sein Depot umstrukturiert

03.03.2009, 11:25 Uhr | mmr, dapd , dpa , t-online.de

Kaum Wertpapier-Depots umstrukturiert (Foto: imago)Kaum Wertpapier-Depots umstrukturiert (Foto: imago) Steuerliche Aspekte spielen für die Anleger bei der Geldanlage inzwischen nur noch eine untergeordnete Rolle. Sie waren für lediglich 48 Prozent wichtig. Und sogar nur 27 Prozent der Befragten erklärten in einer Umfrage der DZ-Bank, sie hätten im vergangenen Jahr ihr Depot wegen der zum 1. Januar 2009 erfolgten Einführung der Abgeltungsteuer angepasst. Unter diesen wiederum hatte nur rund die Hälfte gezielt Wertpapiere gekauft bzw. war auf Wertpapiere gewechselt, die von der Abgeltungsteuer begünstigt werden. Aktive Trader leiden unterdessen unter einer unterschiedlichen Behandlung von Gewinnen und Verlusten.


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Fonds-Anleger zogen 2008 insgesamt 27,8 Milliarden Euro ab

Das Gros der Anleger scheint auf die Verkäufer-Seite gewechselt zu sein. Insbesondere viele Fondsanleger haben angesichts der Finanzkrise bereits im vergangenen Jahr die Notbremse gezogen. Bei den Publikumsfonds haben sie 2008 Anteile im Wert von 27,8 Milliarden Euro zurückgegeben, wie aus einer Statistik des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI) hervorgeht. Verkauft wurden insbesondere Renten- und Geldmarktfonds, während Dach- und Mischfonds sowie wertgesicherte Fonds Zuflüsse verbuchen konnten.

 


Düstere Jahresbilanz bei Investmentfonds

Allein bei den Rentenfonds gaben Anleger Anteile im Wert von 17,8 Milliarden Euro zurück. Bei Geldmarktfonds waren es sogar 26,5 Milliarden Euro. Ein Grund dafür sei die Abgeltungsteuer gewesen, hieß es. Auf der Verkaufsliste der Anleger standen außerdem Aktienfonds (minus 2,3 Mrd. Euro) und Hedge Fonds (minus 0,5 Mrd. Euro).

Dachfonds profitieren

Gefragt waren im vergangenen Jahr insbesondere Dachfonds, die Zuflüsse von 9,3 Milliarden Euro verbuchen konnten. Investiert wurde auch in wertgesicherte Produkten wie Garantiefonds, die einen Zufluss von 6,1 Milliarden Euro erzielten. Zuwächse gab es auch bei Mischfonds (plus 2,4 Mrd. Euro) und offenen Immobilienfonds (plus 0,6 Mrd. Euro). Bei den Spezialfonds, die ausschließlich für institutionelle Anleger wie Banken und Versicherungen verfügbar sind, verbuchten die Anbieter 2008 Zuflüsse in Höhe von 19,9 Milliarden Euro.



Aktive Börsianer benachteiligt

Während längerfristig orientierte (Fonds-)Anleger allgemein auf die Abgeltungsteuer schimpfen, sind aktive, kurzfristig orientierte Anleger wegen der unterschiedlichen Behandlung von Gewinnen und Verlusten verunsichert. Denn alle erzielten Kapitalerträge werden sofort besteuert; dabei wird die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent sowie 1,4 Prozent Solidaritätszuschlag von den Banken einbehalten und direkt ans Finanzamt abgeführt.

Gewinne sofort besteuert - Verluste-Abrechnung erst am Jahresende

Bis einschließlich 2008 spielte es keine Rolle, wann der Investor Gewinne oder Verluste gemacht hatte, da das gesamte Jahr zusammengefasst wurde und die Endsumme entsprechend versteuert wurde. Nun müssen schon vor dem Jahresende auf alle Gewinne Steuern gezahlt werden - egal ob zwischendurch Verluste anfielen oder nicht. Ein Nachteil für den Investor.

Abhilfe durch virtuelles Konto

Zahlreiche Online-Broker haben auf diesen Nachteil reagiert. Die meisten Anbieter verfahren deshalb wie folgt: "Die Bank führt ein virtuelles Konto, auf dem sie die abgeführte Steuer kumuliert", erläuterte Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegenüber der "Welt". Wenn anschließend ein Verkauf mit Verlusten realisiert werde, erfolge automatisch eine Steuergutschrift, indem das Steuerkonto reduziert wird. Werden Verluste realisiert und hat der Kunde bereits im laufenden Jahr Abgeltungsteuer bezahlt, so wird diese durch eine sogenannte Verlustoptimierung entsprechend wieder erstattet. Es findet so zu jedem steuerrelevanten Geschäft eine Gewinn/Verlustverrechnung statt, die auf der täglichen Abrechnung basiert.

Regelmäßige Verlustverrechnungen

Die meisten Banken führen dazu regelmäßig Verlustverrechnung durch. Dabei können allerdings Verluste aus Aktien nur mit Gewinnen aus Aktien verrechnet werden. Verluste aus "sonstigen Wertpapieren" - also auch Zertifikate - können jedoch sowohl gegen Gewinne aus Aktien als auch gegen Gewinne aus sonstigen Wertpapieren verrechnet werden - und zwar sofort, wenn sie anfallen.

Mehr zur Abgeltungsteuer:
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