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Geldwert-Illusion: Hirnforscher und Ökonomen belegen Täuschung

Wissenschaft  

Menschen lassen sich von großen Zahlen täuschen

24.03.2009, 13:02 Uhr | lgs, t-online.de, dapd

Wie viel Geld man wirklich ausgegeben hat, merkt meist erst später.  (Quelle: t-online.de)Wie viel Geld man wirklich ausgegeben hat, merkt meist erst später. (Quelle: t-online.de) Menschen lassen sich gerne von großen Zahlen verführen. So bewerten viele eine Erhöhung ihres Einkommens auch dann positiv, wenn der Zugewinn durch die Inflation komplett aufgefressen wird, wie Ökonomen und Hirnforscher der Universität Bonn und des California Institute of Technology herausfanden. Grund für diese sogenannte Geldwert-Illusion ist demnach ein bestimmtes Areal im Gehirn, das die Menschen bei positiven Erlebnissen in Hochstimmung versetzt.

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Probanden testeten Geldwert-Illusion

In ihrer Studie überprüften die Wissenschaftler mittels eines Scanners die Hirnaktivität ihrer 24 Probanden, während sie mit zwei verschiedenen ökonomischen Situationen konfrontiert wurden. In einem Fall erhielten die Probanden als Belohnung für ihren Einsatz relativ wenig Geld, mit dem sie aus einem Katalog preisgünstiger Waren ein Produkt kaufen sollten. Im zweiten Szenario war der Lohn um 50 Prozent höher, gleichzeitig wurden jedoch auch alle Produkte um 50 Prozent teurer. Die Messungen zeigten: Eine bestimmte Hirnregion, die bei positiven Erlebnissen für Hochstimmung sorgt, entpuppte sich im Niedriglohn-Szenario stets weniger aktiv als im Hochlohn-Szenario - und das, obwohl die Probanden wussten, dass ihre reale Kaufkraft in beiden Situationen identisch war, wie die Forscher erklärten.

 

Geld wird im Gehirn nicht real wahrgenommen

Die Ergebnisse zeigten, dass Geld im Gehirn nominal und nicht nur real repräsentiert werde. Dieser Effekt hat den Wissenschaftlern zufolge auch große praktische Relevanz: Er erkläre, warum Geldpolitik und Inflation einen positiven Effekt auf Beschäftigung und Wirtschaftswachstum haben könnten. Viele Ökonomen sehen die "Geldwert-Illusion" zudem als Grund für spekulative Blasen wie etwa auf dem Immobilien- und Aktienmarkt.

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