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Einzelhandel: Konsum deutscher Verbraucher bleibt stabil

Einzelhandel  

Deutsche shoppen weiter

14.04.2009, 09:01 Uhr | Maren Martell, t-online.de, dpa-AFX

Die Deutschen lassen sich von der Krise nicht die Lust aufs Shoppen verderben (Quelle: imago images)Die Deutschen lassen sich von der Krise nicht die Lust aufs Shoppen verderben (Quelle: imago images) Von wegen Krise - tausende Kunden schleppen um Mitternacht Laptops und Fernseher aus einem Elektronikmarkt. Manche kommen zu einer Laden-Eröffnung am Berliner Alexanderplatz Ende März sogar mit Kleintransportern, um ihre Beutestücke besser nach Hause schaffen zu können. Die Einkaufsstraßen sind voll: In der Krise shoppen die Deutschen scheinbar munter weiter und kaufen nicht nur mit Abwrackprämien subventionierte Autos. Zwar berichten die Einzelhandelsverbände von allmählich sinkenden Umsätzen. Gemessen an anderen Branchen sind die Rückgänge aber noch gering.

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Das Geschäft ist stabil

"Die Krise hat sich noch nicht signifikant durchgeschlagen", heißt es beim zu Arcandor gehörenden Karstadt-Warenhauskonzern. "Unser Geschäft ist weiterhin stabil", sagt Sprecher Michael Scheibe. Auch der Handelsriese Metro (Kaufhof, Real) sieht noch keine Einbrüche im Deutschland-Geschäft. Für Schwarzmalen bestehe kein Anlass, die Geschäfte liefen sogar positiv.

Billig und teuer geht immer

Wenig zu spüren ist die wirtschaftliche Flaute ohnehin im Discount- und Luxus-Segment. "Billig und teuer geht immer - auch in schwierigen Zeiten", sagt Nils Busch-Petersen vom Handelsverband Berlin-Brandenburg. Entweder kauften die Leute Hochwertiges, oder sie gingen gleich zu Aldi & Co. Nur die richtig teuren Luxusgüter gehen derzeit nicht mehr so leicht über den Ladentisch. Das bemerken auch zahlreiche Hersteller und Händler.

Deutsche spüren die Rezession nicht

"Derzeit spüren die Deutschen die Rezession noch nicht in ihrer Tasche", meldet der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Positiv wirkten sich weiter die Tarifabschlüsse vom vergangenen Jahr und die geringe Inflation mit insbesondere niedrigen Preisen für Energie und Lebensmittel aus. Auch die Rückzahlung der Pendlerpauschale wirke "wie ein warmer Regen". Außerdem helfe der Saisonstart mit dem warmen Frühlingswetter.

Es könnte kritisch werden

Für 2009 bleibt der HDE daher weiter bei seiner Prognose eines stabilen Umsatzniveaus, auch wenn einige Einzelhändler ihre Erwartungen jüngst etwas nach unten schraubten. "Die Entwicklung wird auch sehr getragen von den großen Lebensmittelkonzernen", betont HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Kritisch könnte es in der zweiten Jahreshälfte werden, wenn die Kurzarbeitregelungen auslaufen und die Arbeitslosigkeit spürbarer ansteigen sollte. Mit Sorgen wird außerdem die Abwrackprämie betrachtet, dank der Geldsummen in Milliardenhöhe in die Autobranche geleitet werden.

Verbraucher sind noch gelassen

Auch Konsumforscher beobachten noch besonnene Verbraucher. "Die Konsumenten haben bisher auf die ständigen Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft erstaunlich gelassen reagiert", betont Rolf Bürkl vom Marktforschungsinstitut GfK in Nürnberg. Wie lange die verhältnismäßig positive Stimmung der Krise noch trotzen kann, hänge "maßgeblich vom Arbeitsmarkt ab".

Schokolade wird zur Krisennahrung

Optimistisch sind die Anbieter von Süßwaren, Schmuckwaren, Kosmetik und auch Büchern. Die Verbraucher ließen sich den Appetit auf Schokolade, Pralinen und Fruchtgummi durch die Krise nicht verderben, betont der Handelsverband Sweets Global Network. Nach Absatz- und Umsatzplus im vergangenen Jahr rechnet die Branche damit, ihre Erlöse auch 2009 halten zu können. Wenn die Zukunftssorgen wachsen und das Geld knapper wird, suchten viele Menschen Ablenkung bei einem spannenden Krimi, hofft die Buchhandelskette Hugendubel.

Flucht aus der Realität

Von der Wirtschaftsflaute sei im Moment direkt nur ein Fünftel der Bevölkerung betroffen, betont GfK-Experte Wolfgang Twardawa. Für gut 46 Prozent der Haushalte - dazu zählt auch ein Großteil der Rentner - hat sich nichts geändert. Gleichzeitig sei aber auch eine "Flucht aus der Realität" zu beobachten. "Das Geld wird für andere Dinge ausgegeben, davon profitieren Einrichtungshäuser sowie Bau- und Elektronikmärkte." Verlierer sind Gastronomie und Kulturveranstalter. Twardawa spricht vom "Cocooning-Effekt". "In schlechten Zeiten machen es sich die Menschen zu Hause schön und gehen weniger ins Restaurant oder Theater."

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