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Steuerberatung auch per Mausklick möglich

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Steuerberatung auch per Mausklick möglich

27.05.2009, 14:14 Uhr | Berti Kolbow, dpa, dpa-tmn, t-online.de

Steuerberatung immer öfter auch online oder telefonisch (Quelle: t-online.de)Steuerberatung immer öfter auch online oder telefonisch (Quelle: t-online.de) Gegen eine Rückerstattung vom Finanzamt hat niemand etwas. Der Gang zum Steuerberater gilt vielen jedoch als lästig. Ein Telefonat oder eine E-Mail kann einige Wege ersparen. Nur konsequent erscheint es, Steuerangelegenheiten gänzlich abzuwickeln, ohne einen Schritt vor die Tür zu setzen. Steuerberater kommen dem zunehmend entgegen und bieten ihre Dienste online an.

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Steuerberater komplett im Netz

Zum Beispiel steuerberaten.de: Die Gesellschaft aus Köln arbeitet seit November 2008 komplett im Netz. Eingaben der Mandanten erfolgen per Online-Maske. Unterlagen werden per Post oder als E-Mail-Anhang an das Steuerbüro geschickt. Im letzteren Fall übernehmen Mitarbeiter das Digitalisieren. Selbst einscannen geht auch, dann wird es billiger. Die Kosten lassen sich vorab per Mausklick ausrechnen. Der Anbieter wirbt damit, seine Gebühren lägen teils 70 Prozent unter dem Durchschnitt dessen, was Steuerberater verlangen dürfen.

Haftung bleibt auch online gleich

"Wir bieten all das, was herkömmliche Steuerkanzleien auch leisten", sagt Geschäftsführer Ralf Müller von Baczko. Da es weniger Wert auf repräsentative Räume legen müsse, die elektronische Verwaltung schlanker sei und Telearbeit die Personalkosten klein halte, könne das Online-Steuerbüro aber günstiger kalkulieren. Die Beratung solle darunter nicht leiden, sie erfolge nur eben per E-Mail, Skype oder - zu den üblichen Bürozeiten - kostenloser Hotline. Auch die Haftung für die Steuerberatung bleibe unberührt. Steuerberaten.de richtet sich an Unternehmen, Vereine und Privatpersonen.

Auch Lohnsteuerhilfe übers Internet

Ausschließlich Menschen mit Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit berät der Online-Lohnsteuerhilfeverein steuercheck24.de aus München. Besonders internetaffin müssen die Kunden nicht sein, nötig ist nur das einmalige Registrieren auf der Webseite. Danach erhalten Kunden eine Checkliste, mit der sie ermitteln können, welche Unterlagen sie einreichen müssen.

Berater melden sich bei Fragen

"In den meisten Fällen genügen sehr wenige Unterlagen. Aus der Lohnsteuerkarte und ähnlichen Dokumenten können wir schon einiges herauslesen", sagt Vereinsvorstand Silvia Steffen. Die Schriftstücke können per Post, Fax oder E-Mail übersandt werden. Die Berater erstellen einen Entwurf mit der voraussichtlichen Erstattungssumme - bei offenen Fragen meldet sich zuvor ein Berater. Gibt der Kunde grünes Licht, wird die Erklärung ans Finanzamt geschickt.

Kosten am unteren Ende der Skala

Beraten werden Mitglieder für einen pauschalen Jahresbeitrag von knapp 80 Euro. Das liegt am unteren Ende der Beitragsskala von Lohnsteuervereinen. "Aufgrund der Spezialisierung auf die Lohnsteuererklärung und weil der Kundenverkehr entfällt, können wir zügiger arbeiten", erklärt Steffen. Die Mitgliederzahl ist mit 2500 noch klein, sie wachse seit dem Start vor zweieinhalb Jahren aber kontinuierlich.

Online-Beratung hat auch Skeptiker

Der ebenfalls aus München stammende und mit Beratungsstellen bundesweit vertretene Verein HILO ("Hilfe in Lohnsteuerfragen") hat dagegen schlechte Erfahrungen mit der Online-Beratung gesammelt: "Die Beratung in Interviewform von Angesicht zu Angesicht hat sich bei uns als vernünftigste Alternative herausgestellt", sagt Vorstand Michael Schmitt-Walter. Zeitweilig hatte der Verein das Übermitteln der Steuerdaten an die Berater per Internet ermöglicht. Aber dadurch sei nichts verschlankt, sondern nur verkompliziert worden. Die Eingabe per Online-Maske sei vielen Klienten zu aufwendig gewesen und habe den Klärungsbedarf erhöht. "Letztlich war doch eine klassische Mandatierung nötig."

Steuerberaterverband empfiehlt persönliche Gespräche

Skepsis äußert auch der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) in Berlin: "Die Steuerberatung ist wenig standardisierbar. Gerade zu Beginn ist das Gespräch wichtig", erläutert Markus Deutsch. Der DStV-Sprecher bezweifelt, dass das online vergleichbar gut möglich ist. "Man muss sich nicht ständig treffen, aber ein persönliches Gespräch pro Jahr ist schon empfehlenswert." Gerade die sogenannte gestaltende Beratung, bei der auf Handlungsoptionen hingewiesen wird, erfordere Detailarbeit, die im echten Gespräch komfortabler sei. Ralf Müller von Baczko hält dagegen: "Jeder Fall ist individuell, aber bestimmte Bestandteile der Dienstleistung sind identisch."

Wahl zwischen Online- und klassischer Steuerberatung

Als Alternative kommt laut Deutsch eine Mischform infrage: Viele Steuerberater bieten neben klassischer Beratung ihre Dienste optional elektronisch an, etwa die Kanzlei Schuster und Schuster aus Krummesse (Schleswig-Holstein). Unter www.frage-an-einen-steuerberater.de ist sie erreichbar. Per Formular auf der Webseite wird der Sachverhalt geschildert. Nimmt die Kanzlei den Auftrag für die Pauschale von 83,30 Euro an, wird das Honorar mittels zuvor hinterlegter Kontodaten abgebucht. Die Beratung erfolgt via E-Mail. Ist der Sachverhalt zu umfangreich, erhält der Klient ein individuelles Angebot.

Selbst ist der Mann

Wer sich sicher ist, dass er keine ausführliche Beratung braucht, kann seine Erklärung gleich selbst online erstellen und ans Finanzamt übermitteln. Die offizielle staatliche Lösung ist die Software "Elster" (Download unter www.elster.de). Einige Funktionen ermöglicht das Portal elsterOnline.de auch ohne Programminstallation. Eine Alternative ist der kostenpflichtige Dienst steuerfuchs.de. Er arbeitet webbasiert, ein Browser genügt. Im Unterschied zu "Elster" gibt er Tipps, damit keine Steuerersparnis verschenkt wird. Die Vorjahresversion von steuerfuchs.de schnitt bei Stiftung Warentest "befriedigend" ab ("Finanztest" Ausgabe 3/2008).

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