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OECD: Lebensmittel werden deutlich teurer

Agrarausblick  

OECD: Lebensmittel werden deutlich teurer

17.06.2009, 17:25 Uhr | cs, dpa, AFP, t-online.de

OECD: Langfristig sollen die Preise für Lebensmittel wieder steigen (Foto: imago)OECD: Langfristig sollen die Preise für Lebensmittel wieder steigen (Foto: imago) Lebensmittel werden in den kommenden Jahren deutlich teurer. Und das trotz weltweiter Wirtschaftskrise und gesunkener Energiepreise. Betroffen davon sind besonders arme Länder. Dort dürfte nach Einschätzung der Ernährungsexperten Hunger ein weiter zunehmendes Problem werden, wie aus dem Agrarausblick 2009 der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der UN-Ernährungsorganisation FAO hervorgeht.

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Preisschwankungen sehr wahrscheinlich

Die Organisationen warnen, dass auch extreme Preisschwanken in Zukunft nicht ausgeschlossen seien. Zuletzt hatten Preiskapriolen im vergangenen Jahr Verbraucher rund um den Globus belastet. Zwar seien die Höchststände der Nahrungsmittelpreise aus dem Jahr 2008 überwunden, schreiben OECD und FAO in ihrem Landwirtschaftsausblick für die Jahre 2009 bis 2018. Bis auf Rind- und Schweinefleisch werde aber alles durchschnittlich teurer bleiben als vor den Rekordpreisen.

Pflanzenöle sollen sich besonders verteuern

Vor allem Grundnahrungsmittel dürften sich verteuern. Die Schätzungen gehen davon aus, dass die Getreidepreise in den kommenden zehn Jahren inflationsbereinigt zehn bis zwanzig Prozent über dem Durchschnitt von 1997 bis 2006 liegen. Die Preise für Pflanzenöle dürften sogar um mehr als dreißig Prozent steigen. Dies erklärt sich dadurch, dass Nahrungsmittel zu den Grundbedürfnissen gehören. Und so kommt die Landwirtschaft bislang recht gut durch die Weltwirtschaftskrise.

Steigende Nachfrage treibt die Agrarpreise

Die erwartete wirtschaftliche Erholung und die damit wieder steigende Nachfrage in den Industriestaaten könnten die Preise der Agrarrohstoffe wieder antreiben. Dazu käme das starke Bevölkerungswachstum und der wachsende Wohlstand in den Schwellenländern, der zu einem deutlich höheren Nahrungsmittelverbrauch führte.

Anbau von Biokraftstoffen vereinnahmt Ackerfläche

Außerdem machen die wachsenden Biokraftstoff-Märkte und der damit verbundene Anbau von Energiepflanzen dem konventionellen Ackerbau für Nahrungsmittel die Anbauflächen streitig. Zu extremen Preisschwankungen werde es voraussichtlich kommen, da die Preise für Lebensmittel zuletzt stärker an die Kosten für Energie gebunden gewesen seien. Auch sei das Wetter unberechenbar. Ernteausfälle könnten dann die Preise in die Höhe treiben

Ackerfläche vor allem in Afrika verfügbar

Zur Nahrungsmittelsicherheit hieß es in dem Bericht, dass weltweit noch weitere 1560 Millionen Hektar Land für den landwirtschaftliche Anbau zur Verfügung stünden, hauptsächlich in Afrika südlich der Sahara sowie in Lateinamerika. Gegenwärtig werden weltweit 1,4 Milliarden Hektar Land für die Land- und die Forstwirtschaft genutzt.

Eine Milliarde Menschen leiden an Hunger

In den Entwicklungsländern werden dem Landwirtschaftsausblick zufolge zwar künftig mehr landwirtschaftliche Güter hergestellt, gehandelt und verbraucht. Lebensmittelknappheit und Hunger seien aber dennoch ein zunehmendes Problem. Weltweit litten eine Milliarde Menschen Hunger. Langfristig bestehe weniger die Gefahr, dass es nicht genug Nahrungsmittel gebe, sondern dass die Armen nicht ausreichend Zugang dazu hätten. Deshalb müsse die Armut verringert werden und die Wirtschaft wachsen - dazu könne in Entwicklungsländern die Landwirtschaft beitragen.

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