Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern >

Krankenkassenbeiträge künftig voll absetzbar

Steuer-Entlastung  

Krankenkassenbeiträge künftig voll absetzbar

19.06.2009, 17:07 Uhr | cs, AFP, t-online.de

Krankenkasse: Beitrag für Arbeitnehmer künftig absetzbar (Foto: imago)Krankenkasse: Beitrag für Arbeitnehmer künftig absetzbar (Foto: imago) Steuergeschenk für Krankenversicherte: Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können ab kommendem Jahr voll abgesetzt werden. Das beschloss der Bundestag und entlastet die Beitragszahler damit um insgesamt 9,3 Milliarden Euro. Besonders Verbraucher mit hohen Beitragszahlungen profitieren so von einem niedrigeren zu versteuerndem Einkommen. Menschen, die keine Steuern zahlen, gehen dagegen leer aus.

So sparen Sie Steuern - Tipps für das Finanzamt
Quiz - Wie gut kennen Sie das Steuersystem?
Ratgeber - Die richtige Krankenkasse finden

Gleichstellung von gesetzlich und privat Versicherten

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar 2008 eine Neuregelung angemahnt. Dem kam die Regierung nun nach. Die Verfassungsrichter hatten entschieden, dass Beiträge zu einer privaten Kranken- und Pflegeversicherung nicht im ausreichenden Umfang steuerlich berücksichtigt würden. Damit die soziale Balance gewahrt und eine Ungleichbehandlung vermieden wird, sieht das neue Gesetz vor, privat und gesetzlich Versicherte gleichermaßen zu entlasten. Die Steuerbefreiung gilt auch für Beiträge zur Krankenversicherung für Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder.



Kassenbeiträge als Sonderausgabe absetzbar

Vorgesehen ist, dass ab 2010 alle Kranken- und Pflegebeiträge, in Höhe des existenznotwendigen Versorgungsniveaus vollständig als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Das gilt für gesetzliche Versicherungen sowie für den neuen Basistarif der Privatkassen. Nicht berücksichtigt werden Prämien oder Prämienanteile, die für Ansprüche auf Krankengeld oder für private Zusatzversicherungen etwa für Einzelzimmer oder Chefarztbehandlung im Krankenhaus gezahlt werden.

Die Änderungen im sog. Bürgerentlastungs-Gesetz (Grafik: dpa)Die Änderungen im sog. Bürgerentlastungs-Gesetz - bitte klicken (Grafik: dpa)

Höchstbetrag wird angehoben

Zugleich wird der Höchstbetrag für die generelle steuerliche Absetzbarkeit von Versicherungsbeiträgen von bisher 1500 auf 1900 Euro für Arbeitnehmer sowie von 2400 auf 2800 Euro für Selbstständige angehoben werden. Dieser gilt sowohl für die Kranken- und Pflegebeiträge einschließlich etwaiger Zusatzleistungen zum Basisschutz als auch für sonstige Versicherungen wie zum Beispiel Unfall-, Haftpflicht oder Berufsunfähigkeitsversicherungen.



Absetzbarkeit auch bei Überschreitung des Höchstbetrags

Wird dieser Höchstbetrag mit dem Basisschutz für Krankheit und Pflege noch nicht ausgeschöpft, können also auch andere Versicherungsbeiträge steuerlich berücksichtigt werden. Umgekehrt sind aber die tatsächlichen Kranken- und Pflegebeiträge für einen Basisversicherungsschutz auch dann voll absetzbar, wenn sie die Höchstbeträge überschreiten.

Vor allem Geringverdiener profitieren

Die Einbeziehung der übrigen Versicherungen war in der Koalition lange umstritten gewesen. Die nun hierzu beschlossene Regelung kommt besonders Geringverdienern zugute, weil ihre Krankenkassenbeiträge allein meist unter den Höchstgrenzen liegen.

Weitere Entlastungen

Mit der Neuregelung verknüpft wurden weitere Entlastungen, die mit den Versicherungsbeiträgen nichts zu tun haben. So steigt der Betrag, den volljährige Kinder verdienen dürfen, ohne dass ihre Eltern den Kindergeldanspruch verlieren, von 7680 auf 8004 Euro. Die Zahlung von 100 Euro jährlich für Schulbedarf von Kindern aus einkommensschwachen Haushalten wird künftig auch für Schüler der Jahrgangsstufen elf bis 13 gewährt.

Mehr Themen:
Urteil - Privatkassen scheitern vor Verfassungsgericht
Krankenversicherung - Kaum Zusatzbeiträge bei Krankenkassen
PKV - Private wollen Leistungen der Kassen kürzen
Steuern - Schätzer erwarten hohe Ausfälle

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern

shopping-portal