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50.000 Deutsche leiden unter Lehman-Pleite

Lehman-Zertifikate  

50.000 Deutsche leiden unter Lehman-Pleite

05.08.2009, 10:17 Uhr | Spiegel Online, t-online.de, Spiegel Online

Lehman-geschädigte Privatanleger prosten sich symbolisch mit einem Glas Wasser zu.  (Foto: ddp)Lehman-geschädigte Privatanleger prosten sich symbolisch mit einem Glas Wasser zu. (Quelle: ddp) Plötzlich waren die Ersparnisse futsch: Vor allem ältere Anleger sind einer Studie zufolge durch die Pleite von Lehman Brothers um ihr Geld gebracht worden. Ihnen hatten Banken Zertifikate verkauft, die inzwischen praktisch wertlos sind. Der größte Teil der Geschädigten verlor durchschnittlich 20.000 Euro. #

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Vor allem Ältere betroffen

Die Pleite der US-Bank Lehman Brothers hat in Deutschland einer Studie zufolge vor allem ältere Privatanleger getroffen. Das Durchschnittsalter der Geschädigten liege bei 60 Jahren, teilte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf mit. Auch Anleger im Alter von mehr als 75 Jahren hätten massive Verluste erlitten, nachdem die US-Bank im September 2008 zusammengebrochen war. Viele ältere Menschen hatten in den vergangenen Jahren in Zertifikate von Lehman Brothers für ihre Altersvorsorge investiert, weil diese von Banken als ertragsstark und sicher beworben wurden.

Ersparnisse für Ausbildung futsch

Eine weitere betroffene Gruppe sind nach Angaben der Anlegerschützer Familien, die für ihre Kinder Zertifikate gekauft hatten - etwa um deren Ausbildung zu finanzieren. Teilweise seien diese Kinder im Kindergarten- oder Schulalter gewesen. Wie viele Anleger Erspartes verloren und wie hoch deren Einbußen insgesamt sind, lässt sich auch fast ein Jahr nach der Lehman-Pleite nicht genau angeben. Die DSW schätzt jedoch, dass in Deutschland rund 50.000 Anleger auf einen Schlag ihren kompletten Einsatz verloren haben.

Die meisten haben über 10.000 Euro investiert

In zahlreichen Fällen haben die Anleger der Studie zufolge immense Verluste erlitten. Gut 14 Prozent der Geschädigten hätten bis zu 74.000 Euro investiert. Etwas mehr als ein Viertel der Betroffenen habe bis zu 49.000 Euro angelegt. Der überwiegende Teil der Anleger habe zwischen 10.000 und 24.000 Euro in die Lehman-Papiere investiert, nur ein knappes Zehntel hatte weniger als 10.000 Euro für Lehman-Zertifikate ausgegeben.

Keine Erläuterung des Risikos

Ein schlechtes Zeugnis stellen die Anlegerschützer Banken und deren Kundenberatern aus. In vielen Fällen ließen sich Parallelen feststellen. So habe es in früheren Beratungsgesprächen laut DSW oft geheißen, die Zertifikate seien zu 100 Prozent sicher, schlimmstenfalls würde keine Zinszahlung, sondern nur die Rückzahlung des eingesetzten Betrages erfolgen.

Gute Chancen auf Schadenersatz

Druck sollen Bankberater in gezielten Anrufe außerdem über die Aussage gemacht haben, dass nur noch eine geringe Menge des Produkts verfügbar wäre oder das Zertifikat nur noch wenige Tage zu haben sei. Die größte Gruppe der geschädigten Anleger waren nach Angeben der Schutzvereinigung Kunden der Citibank, 46 Prozent hatten dort die Lehman-Papiere gekauft. Danach folgen unter anderem die Dresdner Bank/Commerzbank und die Sparkassen.

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