Sie sind hier: Home > Finanzen >

Stiftung Warentest: Banker tricksen weiter bei Zertifikaten

Geldanlage  

Banker tricksen weiter bei Zertifikaten

15.09.2009, 08:06 Uhr | cs, t-online.de

Viele Bankberater preisen ihren Kunden weiter Zertifikate an (Foto: imago)Viele Bankberater preisen ihren Kunden weiter Zertifikate an (Foto: imago) Ein Jahr nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers und dem Desaster um Zertifikate der Pleitebank haben die Produktstrategen der Banken offenbar nichts gelernt. Obwohl damals zehntausende deutsche Anleger einen Totalverlust mit den Papieren erlitten, preisen viele Berater nach wie vor die komplizierten Produkte an. Deshalb schlägt die Stiftung Warentest ("Finanztest" 10/2009) nun Alarm: Commerzbank, DZ Bank oder HypoVereinsbank etwa würden Produkte ausgeben, die eigentlich nur von absoluten Profis durchschaut werden könnten. Droht damit ein zweiter Fall Lehman für deutsche Kleinanleger?

Unzulässig -
Gute alte Zeit -
Bankgeschäfte per Internet -

Warnung vor riskanten Finanzprodukten

Was zur Zeit in vielen deutschen Banken vor sich geht, passt so gar nicht zu ihrem Versprechen, künftig nur noch verständliche Anleihen und Zertifikate anbieten zu wollen. So hat die Stiftung Warentest aktuelle Produkte von Banken unter die Lupe genommen und kommt zu einem vernichtenden Urteil: Viele Banker arbeiten nach wie vor mit althergebrachten Tricks, mit denen sie überteuerte Produkte an ahnungslose Kunden verhökern. Nur die Verpackung habe sich geändert. Zudem kämen immer noch Zertifikate auf den Markt, die viel zu kompliziert seien, als dass sie von Beratern oder Anlegern durchschaut werden könnten. Doch die Banken machen munter weiter, denn sie verdienen gut an den Papieren.



Viele Bedingungen machen Zertifikate undurchschaubar

Zertifikate ermöglichen Anlegern, an der Entwicklung eines Basiswerts wie einer Aktie oder eines Rohstoffes zu partizipieren. Allerdings gibt es eine Vielzahl an Produkten, die für Laien undurchschaubare Besonderheiten aufweisen. Bonus-, Express- oder Discount-Zertifikate sind nur einige der schier unüberschaubaren Spielarten, die die Produktstrategen in den Banken ersinnen. So bietet etwa die DZ Bank ein Produkt an, dass sie Variozins-Garant D 09/09 nennt. Bei diesem Produkt hängt die Zins- und Rückzahlung von 120 Bedingungen ab, die das Produkt völlig intransparent machen. Deshalb warnen Verbraucherschützer schon lange, dass viele der Produkte für den Kleinanleger viel zu kompliziert seien.

Ablenkungsmanöver bei Zertifikaten

Dabei arbeiten die Banken mit mehreren Tricks, um ihre zweifelhaften Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen. Den Testern zufolge benennen sie ihre Produkte einfach um. Denn seit der Lehman-Pleite und dem massenhaften Totalausfall deutscher Sparguthaben, die vermeintlich bombensicher angelegt waren, ist die Bezeichnung Zertifikat in Verruf geraten. Nun heißen die Papiere Inflations-, Zins- oder Aktien-Anleihe, was formaljuristisch vollkommen in Ordnung ist. Anleger sollten auf dieses Ablenkungsmanöver aber nicht hereinfallen. Denn bei den vermeintlich neuen Produkten handelt es sich um gewöhnliche Zertifikate, die an die Entwicklung eines bestimmten Referenzwerts gekoppelt sind.



Kapitalgarantie soll zum Kauf verführen

Darüber hinaus statten die Banken viele ihrer neuen Produkte mit einer Kapitalgarantie aus. Das verspricht dem Anleger eine gewisse Sicherheit. Allerdings können Lehman-Anleger ein Lied davon singen, was Produkte mit hundertprozentiger Sicherheit tatsächlich wert sind. Denn einen Kapitalsicherung ist immer nur so gut wie der Schuldner, der hinter dem Produkt steht. Und das ist die emittierende Bank oder ein anderes Institut, dass das Wertpapier herausgibt. Geht das Geldhaus pleite, ist auch in den meisten Fällen das vermeintlich sicher angelegte Geld des Anlegers futsch - Garantie hin oder her.

Zertifikate können wertlos verfallen

Im Gegensatz zu einem Investment in Aktien oder Fonds sind Inhaber von Zertifikaten in der Regel nicht gegen eine Pleite der ausgebenden Bank geschützt, da es sich bei Zertifikaten um Inhaberschuldverschreibungen handelt. Allerdings schützt etwa die Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken von angeschlossenen Institute herausgegebene Inhaberschuldverschreibungen im vollen Umfang. Das sollten Anleger immer bedenken, wenn sie ein Investment in Zertifikate erwägen. Denn mit einer Pleite von Lehman hatte vor einem Jahr auch keiner gerechnet. Und der bekannte Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson ist sich im Interview mit dem "Handelsblatt" sicher: "Ein neuer Fall Lehman ist jederzeit möglich."

Mehr Themen:
Ein Jahr danach - Kaum Lehren aus der Lehman-Pleite
Bankkunde - Kontoüberziehung ist viel zu teuer
Kredite - Finger weg von Restschuldversicherungen
Umfrage - Deutsche verleihen ungern Geld
Schufa - Daten zur Kreditwürdigkeit sind oft falsch



Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Magenta SmartHome Bonus: bis zu 4 Geräte für nur 1,- €*
zur Telekom
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe