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GfK-Index: Konsumklima sinkt erstmals seit einem Jahr

GfK-Index  

Verbraucher schätzen ihre Lage schlechter ein

26.10.2009, 13:04 Uhr | dpa-AFX, AP, dapd, dpa-AFX, t-online.de

GfK-Index Das Verbrauchervertrauen in Deutschland sinkt wieder (Foto: imago)GfK-Index Das Verbrauchervertrauen in Deutschland sinkt wieder (Foto: imago) Verbraucher in Deutschland schätzen ihre Lage wieder pessimistischer ein. Wie das Marktforschungsunternehmen GfK mitteilte, trübte sich die Konsumstimmung erstmals seit September 2008 wieder ein. Grund für den Dämpfer seien Einbußen sowohl bei der Einkommenserwartung als auch bei der Anschaffungsneigung. Aber auch die Skepsis gegenüber den Wahlversprechen der neuen Bundesregierung und höhere Energiepreise setzten der Verbraucherstimmung zu.

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Angst vor Arbeitslosigkeit steigt

Die Experten prognostizierten für das Konsumklima im November überraschend einen Wert von 4,0 Punkten. Im Vormonat hatte der Indikator noch bei 4,2 Punkten gelegen. Die Konjunkturerwartungen setzten unterdessen den Aufwärtstrend fort. Belastet wurde die Kauflaune im Oktober vor allem durch die wieder gestiegenen Energiepreise und das Ende der Abwrackprämie, wie aus der GfK-Studie hervorgeht. Darüber hinaus steige die Angst vor Arbeitslosigkeit. "Das wird zunehmend zu einer Belastung für die Verbraucherstimmung", erklärte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl.



Konsum bleibt Stütze der Wirtschaft

Trotz des kleinen Rückschlags bleibe der private Konsum 2009 die wesentliche Stütze der deutschen Wirtschaft. Ob der private Konsum auch im kommenden Jahr diese Funktion erfüllen könne, bleibe abzuwarten. Bürkl rechnet 2010 mit einer realen Stagnation des Konsums nach einem Wachstum von 0,5 Prozent 2009. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit werde auch die Binnenkonjunktur belasten. Die leicht aufgehellten Konjunkturaussichten ließen aber hoffen, dass der ursprünglich befürchtete Beschäftigungseinbruch ausbleibe und die Arbeitslosigkeit weniger stark ansteige als befürchtet.  

Arbeitsmarkt entscheidend für den Konsum

 "Der entscheidende Faktor für die Konsumstimmung bleibt aber die Entwicklung am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten", sagte Bürkl. Der Arbeitsmarkt rücke verstärkt in den Fokus. Bisher sei die Lage in Deutschland dank der Kurzarbeit sehr robust. Auch hier sei es wichtig, wie die neue Regierung handle. Den Konsum würde es stützen, wenn die Regierung versuchen würde, stärkere Einbrüche am Arbeitsmarkt zu verhindern.  



Konjunkturprognosen lassen hoffen

Die jüngsten Signale aus der Wirtschaft stimmen Bürkl "vorsichtig optimistisch". Grund seien die jüngsten Konjunkturprognosen. Die deutsche Wirtschaft verlasse demnach das tiefe Konjunkturtal etwas schneller als erwartet. Im kommenden Jahr dürfte die Wirtschaft nach dem kräftigen Einbruch 2009 bereits wieder wachsen. Vor diesem Hintergrund könnten einige Unternehmer ihre Entlassungspläne überdenken. Auch die Arbeitsmarktlage 2010 werde von Experten nun um einiges günstiger als noch vor einem halben Jahr eingeschätzt. Ein dramatischer Einbruch sei nicht mehr zu erwarten. "Dies ist für den Konsum eine positive Nachricht."  

Inflation wird wohl anziehen

 Weniger Rückenwind für den Konsum erwartet Bürkl von der Preisfront. Die Zeit negativer Inflationsraten neige sich ihrem Ende zu. "Damit ist offenbar auch bei den Erwartungen der Verbraucher ein Wendepunkt erreicht", sagte Bürkl. Seit Oktober liege der Ölpreis in Dollar gerechnet wieder über dem Niveau vor einem Jahr. Preisdämpfende Effekte seien deshalb nicht mehr zu erwarten. "Von der Preisfront droht gleichwohl keine unmittelbare Gefahr", betonte der Experte. Die Inflation dürfte im laufenden und auch im kommenden Jahr moderat bleiben. So sorge beispielsweise der starke Wettbewerb im Lebensmittelhandel weiter für sinkende Nahrungsmittelpreise.  

Verbraucher warten weiter ab

Die Konsumenten in Deutschland befinden sich aus Sicht der GfK derzeit in einer Art Wartestellung. "Es besteht eine gewisse Unsicherheit darüber, was nach all den Versprechungen im Wahlkampf auch in Regierungshandeln umgesetzt wird", sagte Bürkl. Die Verbraucher zeigten sich mit Blick auf Steuererleichterungen in größerem Umfang wegen der angespannten Haushaltslage "eher skeptisch". Umso wichtiger wäre es nun für die Politik, den Konsumenten ein klares Signal zu geben, dass es tatsächlich zu Entlastungen kommt. Dabei sollte die Perspektive auf Entlastungen in den kommenden Jahren klar aufgezeigt werden. Dies würde den Verbrauchern wichtige Planungssicherheit liefern.

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