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Niederlande: Autofahrer zahlen Kilometergeld statt Kfz-Steuer

Autobesitzer in Holland: Kilometergeld statt Kfz-Steuer

16.11.2009, 09:41 Uhr | dpa, mash, t-online.de, dapd

Kilometergeld: Könnte das Holland-Modell auch in Deutschland klappen?  (Foto: imago)Kilometergeld: Könnte das Holland-Modell auch in Deutschland klappen? (Foto: imago) Könnte das auch in Deutschland funktionieren? Die Niederlande reformieren radikal ihr System der Verkehrsbesteuerung. Statt der althergebrachten Kfz-Steuer zahlen Autobesitzer künftig drei Cents pro gefahrenem Kilometer - egal, ob sie im Wohnmobil auf deutschen Autobahnen unterwegs sind, Spaß im Sportcoupé an der Côte d'Azur haben oder im Kleinwagen zur Arbeit fahren. Die Gebühr wird bis 2018 schrittweise auf 6,7 Cents erhöht. Auf die Einführung dieses Systems von 2012 an einigte sich jetzt nach jahrelangen Debatten die Regierungskoalition aus Christ- und Sozialdemokraten. Die Umstellung soll das Klima schützen und Staus verringern.

Niederländer erhoffen sich große Entlastungen

Das neue System biete Anreize, das Auto stehen zu lassen. Dadurch werde die Belastung der Umwelt durch Kohlendioxid in Fahrzeugabgasen voraussichtlich um zehn Prozent abnehmen, erklärte Verkehrsminister Camiel Eurlings nach Medienberichten. Insgesamt werde die Zahl der von niederländischen Autos zurückgelegten Straßenkilometer um 15 Prozent abnehmen, da mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel sowie das Fahrrad umsteigen würden. Zudem werde es pro Jahr sieben Prozent weniger Verkehrstote geben. Bis 2020 könne sich zudem die Zahl der Staus auf Hollands Straßen auf das Niveau von 1992 verringern.

Spezielles GPS-System übermittelt Daten

Für die Gebührenberechnung müssen alle niederländischen Autos mit speziellen GPS-Systemen ausgestattet werden. Sie erfassen die gefahrenen Kilometer und senden die Informationen an eine staatliche Zentralkasse, die das Geld von den Konten der Fahrzeughalter einzieht. Informationen über den Streckenverlauf sollen aus Datenschutzgründen nicht gespeichert werden.

Kritiker monieren: Reform nicht radikal genug

Die oppositionellen Liberalen und Sozialisten kritisierten den Reformplan, auf den sich das Regierungskabinett geeinigt hatte. Der Verkehr werde dadurch nicht abnehmen, jedoch würden die Autofahrer künftig "mehr als bisher dafür bezahlen, dass sie im Stau stehen", hieß es. Die Grünen erklärten, die Reform sei nicht radikal genug auf den Umweltschutz ausgerichtet und könne daher nur ein erster Schritt sein.

Über die Hälfte der Autofahrer dürfte weniger bezahlen

Nach Berechnungen der Regierung werden 59 Prozent der holländischen Autofahrer weniger bezahlen als beim alten Kfz- Steuersystem. Für 25 Prozent würden die Kosten in etwa gleich bleiben, 16 Prozent würden allerdings mehr Geld fürs Autofahren hinlegen müssen, erklärte der Verkehrsminister. Die jährlichen Gesamteinnahmen des Staates durch die Verkehrsbesteuerung, die derzeit bei 6,6 Milliarden Euro liegen, steigen angeblich nicht. Es ändere sich lediglich die Zusammensetzung dieser Einnahmen und die Art, wie sie erhoben werden.

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