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EC-Karten: Panne könnte zur Millionenbelastung für die Banken werden

EC-Karten  

Kartenpanne könnte für die Banken teuer werden

06.01.2010, 15:09 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX, t-online.de

EC-Karte: Austausch von 30 Millionen defekten Exemplaren wird diskutiert (Foto: imago) (Quelle: imago images)EC-Karte: Austausch von 30 Millionen defekten Exemplaren wird diskutiert (Quelle: imago images) Die Fehlfunktion von Millionen Zahlungskarten in Deutschland könnte für die Geldinstitute auch finanziell zur Belastung werden. Mehrere Beteiligte von Dienstleistern im Zahlungsverkehr, Branchenverbänden und einzelnen Banken erklärten laut "Handelsblatt", dass mittlerweile zur Behebung der Panne auch ein Austausch von Karten diskutiert wird. Würden alle rund 30 Millionen fehlerhaften Karten ersetzt, käme auf die deutschen Banken insgesamt vermutlich ein dreistelliger Millionenbetrag zu - möglicherweise mehr als eine Viertelmilliarde Euro. Wer eine defekte Karte besitzt, kommt dennoch auf verschiedenen Wegen an Bargeld.


Video - Banken vergeben immer weniger Kredite
Preisvergleich - So teuer ist Deutschland

Noch keine Entscheidung

Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) - die Dachorganisation der Branche, der derzeit vom Sparkassenverband gesteuert wird - habe entsprechende Überlegungen nicht dementiert. "Es werden momentan die langfristigen Optionen geprüft", sagte eine Sprecherin der Zeitung. Entscheidungen seien noch nicht gefallen. Erst im November hatte die Branche unter hohen Kosten Hunderttausende von Kreditkarten ausgetauscht, nachdem es zu Spekulationen über ein Sicherheitsleck bei einem Abwicklungsunternehmen in Spanien gekommen war.

Probleme mit dem Plastikgeld (Grafik: dpa) (Quelle: dpa)Probleme mit dem Plastikgeld (Quelle: dpa)

Probleme im Ausland

Grund für die drohenden Millionenlasten seien die weiter ungelösten Probleme bei Kartenzahlungen und -abhebungen im Ausland, sagten mehrere Insider. Es sei bislang offen, ob sich diese ähnlich wie in Deutschland durch eine Umprogrammierung von Geldautomaten lösen lassen.

Produzent räumt Fehler ein

Der französische Technologiekonzern Gemalto räumte unterdessen auf Anfrage ein, fehlerhafte Karten ausgeliefert zu haben. "Auch bei unseren Karten ist das Problem aufgetreten", zitierte das Blatt Marketing-Direktor Christoph Siegelin. Wie viele der 30 Millionen fehlerhaften Karten von Gemalto stammen, habe er offen gelassen. Auch zu möglichen Schadenersatzforderungen durch die deutsche Kreditwirtschaft machte er keine Angaben.

Möglichkeiten bei defekten Karten

Der Bundesverband deutscher Banken erklärte derweil, die Anzahl betroffener Kreditkarten sei mit 100.000 bis 150.000 in seinem Bereich relativ gering. Sprecher Thomas Schlüter sagte zu t-online, der größte Teil der betroffenen Karten seien EC-Karten. Die Kunden sollten auf jeden Fall versuchen, ihre Karten zu benutzen. Kreditkartenbesitzer erhalten gegen Vorlage der Karte und ihres Ausweises Bargeld an jedem Bankschalter im In- und Ausland. Bei ihrer eigenen Bank können Kunden ebenso am Schalter Geld abheben, falls die EC-Karte nicht funktioniert. Kunden im Ausland, deren EC-Karte nicht funktioniert, sollten ihre Bank zuhause kontaktieren, sagte Schlüter. Es gebe Korrespondenzbanken und die Möglichkeit der Bargeldüberweisung.

Hände weg vom Klebeband

Angeblich soll es helfen, bei den defekten Karten den Chip mit Klebeband abzudecken. Vor diesem Kniff warnte Sparkassen-Sprecher Stefan Marotzke im Gespräch mit t-online.de. Dies sei eine Manipulation, die sowohl die Karte als auch das Terminal beschädigen könne. Auch er riet, die Karten auf jeden Fall auszuprobieren. Wer eine Auslandsreise vor sich habe, solle sich Reiseschecks besorgen.

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