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Kreditkarten-Panne: Bankenverband warnt vor Klebetrick

Pannen-Kreditkarten  

Bankenverband warnt vor Klebetrick

08.01.2010, 08:59 Uhr | dpa, lgs, t-online.de, dpa

Video: Die Karten-Panne sorgte für viel Unmut (Foto: dpa)Video: Die Karten-Panne sorgte für viel Unmut (Foto: dpa) Millionen Kredit- und EC-Karten funktionieren zur Zeit nur eingeschränkt. Und obwohl bereits mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet wird, hat sich der ein oder andere Einzelhändler bereits einen findigen Trick überlegt, um das Problem auf seine Weise zu lösen. Der Chip wird per Hand mit Klebeband abgedeckt. Dadurch greifen manche Bezahlterminals automatisch auf den Magnetstreifen zurück, bei dem keine Probleme auftreten. Doch Vorsicht! Der deutsche Bankenverband warnt vor dieser Methode: Das Überkleben des Kartenchips kann sowohl die Karte als auch das Lesegerät beschädigen.


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Chip besser nicht überkleben

"Bitte versuchen Sie nicht selbst das Problem zu lösen, indem Sie zum Beispiel den Chip mit einem Klebestreifen abdecken. Dies könnte Karte und Lesegerät beschädigen." so steht es auf der Internetseite des deutschen Bankenverbandes. Laut Informationen der "Bild"-Zeitung, die einen Sprecher des Bankenverbandes zitiert, gibt es sogar bereits erste Meldungen, dass abgeklebte Karten bei Geldautomaten zu Problemen führten. „Die Klebestreifen auf den Karten bleiben oft in den Automaten hängen und führen dazu, dass das Gerät beschädigt wird“, warnt Lars Hofer, Sprecher des deutschen Bankenverbandes. Ist dies tatsächlich der Fall, könnte es bei zahlreichen Geldautomaten und Bezahlterminals in ganz Deutschland zu Defekten kommen, die wiederum nur durch aufwändige und zeitintensive Reparaturen behoben werden könnten. Die Verbraucher müssten sich also erneut auf Unannehmlichkeiten einstellen. Wer trotzdem an der Methode festhält, könnte bald Post von der Bank bekommen. Denn eine präparierte Karte könnte unter Umständen auch im Gerät steckenblieben, womit es recht einfach wäre, den Schuldigen für die Panne auszumachen und gegebenenfalls zur Verantwortung zu ziehen.



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Programmierfehler ist schuld

Unterdessen scheint die Nutzung der Geräte im Inland "wieder weitgehend möglich" zu sein, das teilte der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), die Dachorganisation der deutschen Banken und Sparkassen, mit. Die Störungen treten seit dem Jahreswechsel vor einer Woche auf. Ursache ist ein Programmierfehler in den Mikrochips von rund 30 Millionen EC- und Kreditkarten. Dem Vernehmen nach haben zwei große deutsche Banken noch Schwierigkeiten, ihre Geldautomaten so umzuprogrammieren, dass diese die Karten mit dem Problemchip wieder akzeptieren.

Sparkassen haben offenbar Lösung gefunden

Die Sparkassen haben für die von ihnen ausgegebenen Karten nach eigenen Angaben eine technische Lösung gefunden. Die betroffenen Karten erhielten eine aktualisierte Software. Ein Kartenaustausch werde damit unnötig, teilte der Sparkassenverband DSGV in Berlin mit. Bereits seit einigen Tagen könne an den mehr als 25.000 Sparkassen-Automaten mit allen EC-Karten problemlos Geld gezogen werden.

Einzelhandel befürchtet Umsatzeinbußen

Noch nicht funktionstüchtig waren allerdings zehntausende Kartenterminals in Geschäften und Restaurants. Der Einzelhandel befürchtet deshalb Umsatzeinbußen. Er will aber wegen der derzeitigen Panne keinen Schadenersatz von der Kreditwirtschaft fordern. Das sei schon deswegen nicht möglich, weil es keine Verträge zwischen Händlern und Geldinstituten gebe, sagte der Zahlungsexperte des Handelsverbands Deutschland (HDE), Ulrich Binnebößel. Die Fehlfunktion wird nach der ZKA-Mitteilung bei den Geräten im Inland "voraussichtlich bis Montag" vollständig behoben sein.



Kartenpanne sorgte für Verunsicherung

Der HDE dringt darauf, dass Banken und Sparkassen mit Ausfallgarantien und Schadenersatz geradestehen, wenn das elektronische Zahlungssystem nicht funktioniert. Dies sei bisher nicht der Fall. Die Kartenpanne habe "zu einer Verunsicherung der Verbraucher geführt, die manchen vom Einkaufen abhält", sagte der Sprecher des Landesverbandes des bayerischen Einzelhandels.

Einzelhändler haben wenig Handhabe

Für die Nutzung des Kartensystems schließen die Händler Verträge mit Netzbetreibern, die auch die Terminals zur Verfügung stellen, wie Binnebößel erläuterte. Diese Dienstleister erledigten die Abrechnung mit den Banken. Von den Händlern erhielten sie Mietgebühren für die Terminals sowie einige Cent für jede Buchung. Bei einem Systemausfall könnten die Einzelhändler deshalb allenfalls einen Teil der Mietgebühren zurückverlangen, aber selbst dies sei häufig per Klausel ausgeschlossen.

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