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Steueraffäre: Immer mehr reuige Steuersünder melden sich

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Immer mehr reuige Steuersünder melden sich

19.02.2010, 19:18 Uhr | apn, dpa, mash, dapd, dpa, t-online.de

Steueraffäre: Immer mehr reuige Steuersünder melden sich. Immer mehr reuige Steuersünder zeigen sich selbst an (Foto: AP)

Immer mehr reuige Steuersünder zeigen sich selbst an (Foto: AP)

Schon vor dem Kauf der Steuersünderdaten aus der Schweiz kann der deutsche Fiskus auf reichliche Nachzahlungen reuiger Steuersünder hoffen. Laut Umfragen der "Financial Times Deutschland" (FTD) und der Nachrichtenagentur DAPD gab es einen rasanten Anstieg der Selbstanzeigen. In den vergangenen zwei Wochen gingen bundesweit mehr als 600 Meldungen in den Finanzbehörden ein. Die zusätzlichen Einnahmen könnten in den dreistelligen Millionenbereich gehen.

Rekord-Zahlen in Bayern

Allein in Bayern meldeten sich bis Ende vergangener Woche insgesamt 291 Steuerhinterzieher. Eine Woche zuvor waren es noch weniger als 20 gewesen. In Hamburg stieg die Zahl der Fälle innerhalb von drei Tagen von 10 auf 88. Die Finanzbehörde der Hansestadt rechnet mit Steuernachzahlungen von 20 Millionen Euro allein aus diesen Fällen.

Fast eine Million Euro in Dresden

Sachsen meldete am Montag 17 Selbstanzeigen, die einen Bezug zu Schweizer Bankkonten aufweisen. Nach Angaben des Dresdner Finanzministeriums beträgt die Summe der nacherklärten Einkünfte rund 960.000 Euro. Die hinterzogenen Steuern machten damit 161.000 Euro aus. Die endgültigen Summen dürften noch höher liegen, weil nicht in allen Selbstanzeigen bereits konkrete Beträge genannt worden seien, erklärte das Ministerium.

Rasanter Anstieg in ganz Deutschland

Auch in Nordrhein-Westfalen melden die Finanzbehörden laut dem Onlineportal "derwesten.de" erste Selbstanzeigen von mutmaßlichen Steuersündern. Genaue Zahlen erwarten die Behörden in den nächsten Wochen. Niedersachsen zählte bislang 204 Selbstanzeigen. Davon kamen allein 27 am Freitag herein. Die erwarteten Zusatzeinnahmen hier bislang: 13,5 Millionen Euro.

Dreimal so viele Selbstanzeigen als im Vorjahreszeitraum

In Rheinland-Pfalz gingen an einem Tag 34 Meldungen ein. Seit Jahresbeginn offenbarten sich dort 85 Steuersünder den Behörden - dreimal mehr als im Vorjahreszeitraum. Dies sei wesentlich auf die jüngsten Steueraffären zurückzuführen, sagte ein Finanzsprecher in Mainz. In Hessen seien mindestens 113 solcher Anzeigen bekanntgeworden, teilte das Finanzministerium in Wiesbaden mit.

Zumwinkel-Anwalt hat viel zu tun

Die Berliner Behörden zählten 112 Schweizer Fälle. In Schleswig-Holstein sind es bislang 36 Fälle. Die großen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wollen ihre Zahlen in dieser Woche vorlegen. Rolf Schwedhelm, Anwalt des verurteilten Steuerhinterziehers und Ex-Post-Chefs Klaus Zumwinkel, sagte der "FTD", seine Kanzlei habe in den vergangenen Tagen mehr als 100 Selbstanzeigen begleitet. Einige Mandanten hätten zweistellige Millionenbeträge nachgemeldet. Die DAPD zählte bis Freitag insgesamt mehr als 850 Menschen, die mit einer Selbstanzeige Straffreiheit zu erlangen suchten.

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