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Liechtenstein: Anleger ziehen Milliardensumme ab

Ehemaliges Steuerparadies  

Millionäre fliehen aus Liechtenstein

17.03.2010, 15:44 Uhr | cs mit dpa

Liechtenstein: Anleger ziehen Milliardensumme ab. Anleger ziehen Gelder aus Liechtensteins Hauptstadt Vaduz ab (Foto: imago)

Anleger ziehen Gelder aus Liechtensteins Hauptstadt Vaduz ab (Foto: imago)

Liechtenstein leidet zur Zeit unter einem massiven Abfluss von Anlagegeldern, die Millionäre zur Steueroptimierung in dem Fürstentum geparkt hatten. So zogen vermögende Anleger im vergangenen Jahr rund 2,6 Milliarden Euro ab. Experten mutmaßen, Hintergrund für den Anlegerexodus sei die Steueraffäre von 2008 und die damit ausgelöste Diskussion über das Bankgeheimnis. Offenbar haben die Millionäre schlicht Angst, im Fürstentum ins Visier von Steuerfahndern zu geraten.

Liechtenstein verschärft Kampf gegen Steuerhinterziehung

Liechtenstein hatte nach der Steueraffäre seine Gesetze zu Geldwäsche und dem Bankgeheimnis verschärft. Zudem kündigte das Fürstentum an, seine Finanz- und Steuerpraxis internationalen Regeln anzupassen. So schloss Lichtenstein ein Steuerabkommen mit der Bundesregierung, dass die Amtshilfe bei Steuerdelikten erleichtern soll. Diese Maßnahmen führten nun aber offensichtlich dazu, dass sich wohlhabende Anleger nicht mehr allzu wohl in dem ehemaligen Steuerparadies fühlen und ihre Gelder abziehen. Und das bekommt vor allem die zum Fürstenhaus gehörende Liechtensteiner Bankengruppe LGT zu spüren.

Größte Bank Liechtensteins verliert Anlagegelder

Die LGT verzeichnete auch 2009 weitere Geldabflüsse in Liechtenstein. Der Gewinn ging mit 106 Millionen Franken (fast 73 Millionen Euro) um über ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr zurück. Zwar hätten sich die verwalteten Vermögen um 14 Prozent auf 89 Milliarden Franken (rund 63,4 Milliarden Euro) erhöht, doch hätten Kunden vor allem in Liechtenstein Gelder abgezogen. Insgesamt kam es zu einem Nettogeldabfluss von 3,7 Milliarden Franken (rund 2,6 Milliarden Euro). Dies sei vor allem auf die Steuerdebatte und die Steueramnestien zurückzuführen. Prominentestes Opfer war Ex-Postchef Klaus Zumwinkel. Er gehörte zu der Vielzahl deutscher Steuerhinterzieher, die mit Stiftungen und Konten in Liechtenstein aufgeflogen waren. Zuflüsse aus den internationalen Standorten der Bank und dem Assetmanagement hätten die Abflüsse in Liechtenstein nicht kompensieren können, hieß es weiter.

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