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Steuerhinterziehung: Multimillionär zahlt zehn Millionen nach

Steuerhinterziehung  

Multimillionär zahlt zehn Millionen Euro nach

26.03.2010, 20:29 Uhr | t-online.de - lgs, mmr

Steuerhinterziehung: Multimillionär zahlt zehn Millionen nach. Die Steuersünder-CD setzte viele unter Druck (Foto: imago)

Die Steuersünder-CD setzte viele unter Druck (Foto: imago)

Nach dem Trubel um die Steuersünder-CD aus der Schweiz gingen in den letzten Wochen mehr als 10.000 Selbstanzeigen bei den deutschen Finanzämtern ein. Jetzt dürfte das Finanzamt Wiesbaden nicht schlecht gestaunt haben, als sich ein hessischer Multimillionär meldete. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtete, hat der Mann bereits eine Abschlagzahlung auf eine zu erwartende Steuernachzahlung von zehn Millionen Euro geleistet. Die Informationen stammen laut der Zeitung "aus gut unterrichteten Finanzkreisen".

Millionen-Nachzahlung ist absoluter Einzelfall

Insidern zufolge handelt es sich dabei um einen absoluten Einzelfall. Das Vermögen, welches der namentlich nicht bekannte Steuerhinterzieher in der Schweiz deponiert haben soll, könnte sich nach Schätzungen auf rund eine halbe Milliarde Euro belaufen. Der Mann, der im Einzugsbereich des Wiesbadener Finanzamts wohnen muss, werde anwaltlich beraten, hieß es.

Steuerrecht ermöglicht Straffreiheit bei Selbstanzeige

Zeigt sich ein Betroffener selbst vollständig und rechtzeitig an, kann ein bereits eingeleitetes Verfahren ohne Strafprozess wieder eingestellt werden. Dabei gilt der vermeintliche Steuerhinterzieher dann als nicht vorbestraft. Dies ist eine Sonderregelung, die es nur im deutschen Steuerrecht gibt. Der reuige Sünder muss dann allerdings nicht nur die hinterzogenen Steuern, sondern auch die Zinsen auf das "verheimlichte" Vermögen nachzahlen.

Hessen nimmt mindestens 100 Millionen Euro ein

Die Flut von Selbstanzeigen deutscher Steuersünder beschert dem Land Hessen wohl einen Geldsegen von mindestens 100 Millionen Euro. Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) erwarte Steuermehreinnahmen in dieser Höhe, teilte das Ministerium in Wiesbaden mit. Die bisher unversteuerten Kapitalerträge summieren sich nach Darstellung der Betroffenen auf 303,4 Millionen Euro. Im Durchschnitt hatten die Anleger 175 000 Euro in der Schweiz auf der hohen Kante. Im Gegensatz zu Hessen führten Steuerfahnder in Bayern und im Saarland in den vergangenen Tagen bereits erste Hausdurchsuchungen durch. Grundlage der Ermittlungen sind die von Nordrhein-Westfalen angekauften und an die jeweiligen Bundesländer weitergeleiteten Steuersünder-Daten.

Steuersünder-CDs sorgten für Panik

Bundesweit gibt es bereits erste Verfahren und Durchsuchungen aus Basis der Steuerdaten-CDs und den daraus resultierende Selbstanzeigen. Bei den Finanzministerien der Länder haben sich zudem weitere Anbieter von Datenbanken mit pikanten Informationen gemeldet. Laut "Frankfurter Rundschau" gibt es jedoch Streit zwischen den Ländern, wer die Daten bearbeitet. Die Finanzminister sollen sich darauf geeinigt haben, bei jedem Angebot das Bundeszentralamt für Steuern einzuschalten.

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