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Mineralölindustrie weist Kritik an gestiegenen Benzinpreisen zurück

Benzinpreise  

Gestiegene Benzinpreise: Ölmultis weisen Kritik zurück

30.03.2010, 12:38 Uhr | dpa, apn

Die Mineralölindustrie hat sich gegen die Kritik von Politikern an den steigenden Spritpreisen zur Osterreisewelle gewehrt. "Von Abzocke kann gar keine Rede sein", sagte Uwe Franke, Präsident des Mineralölwirtschaftsverbands, der "Bild"-Zeitung. Ohne Steuern koste ein Liter Benzin oder Diesel je nach Sorte zwischen 53 und 61 Cent. Erst die Steuern machten Benzin und Diesel für die Autofahrer so teuer, sagte Franke, der Deutschland-Chef von BP und Aral ist. Zudem lägen die aktuell hohen Benzinpreise in dem schwachen Euro und der gestiegenen Nachfrage begründet. Im Übrigen koste Benzin weniger als ein Liter Erfrischungsgetränk bei ungleich höherem Aufwand bei der Verarbeitung und dem Transport.

Benzinpreise zur Ferienzeit

Franke wies in der "Bild" auch die Kritik des ADAC zurück, dass die Konzerne zu den Ferienzeiten zusätzliche Gewinne einstrichen: "Diese Behauptung ist schlicht falsch und wird auch durch häufiges Wiederholen nicht richtiger." Rund ein Drittel des Jahres seien in Deutschland Ferienzeiten. Es sei nicht möglich, diese Zeiten von der Preisgestaltung auszunehmen, denn die Preisentwicklung an den internationalen Märkten richte sich nicht nach Ferienzeiten in Deutschland, sagte Franke.

Bisher keine Hinweise auf Preisabsprachen

Laut ADAC kostet Benzin derzeit im Schnitt 1,43 Euro pro Liter, Diesel im Schnitt 1,21 Euro. Das Bundeskartellamt untersucht seit Frühjahr 2008 den Wettbewerb auf dem Tankstellenmarkt, hat aber bislang keine Hinweise auf verbotene Absprachen. In Deutschland kontrollieren Shell, Aral, Jet, Esso und Total mehr als 70 Prozent des Marktes.

Regierung und Opposition greifen Ölkonzerne wegen Spritpreisen an

Politiker aus Regierung und Opposition hatten die Preissteigerung an deutschen Tankstellen pünktlich zu Beginn der Osterfeiertage kritisiert. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle griff am Montag die Ölkonzerne scharf an. Vor Feiertagen wie Ostern sei zu beobachten, wie die Preise an den Zapfsäulen auf breiter Front nach oben gingen, sagte der FDP-Politiker der "Bild"-Zeitung. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles nannte die regelmäßigen Benzinpreiserhöhungen "ein trauriges Spiel".

Brüderle: Benzin ist nicht billig

Der Wirtschaftsminister erklärte, dass den Konzernen noch genauer auf die Finger geguckt werden solle. "Ob das mit rechten Dingen zugeht, untersucht ja gerade das Kartellamt", sagte er. Schon jetzt habe er sich über die Preise "mächtig geärgert". Auf die Frage, was er vom Vorstoß von Bundespräsident Horst Köhler halte, dass die Benzinpreise steigen müssten, sagte der Wirtschaftsminister: "Das will ich nicht kommentieren. Aber ich glaube, die Bürger haben zu dieser Frage ihre eigene Meinung. Ich finde jedenfalls nicht, dass Benzin zu billig ist."

Kritik auch von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer

Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer kritisierte die Preispolitik der Mineralölkonzerne scharf: "Die Benzinpreise in Deutschland dürfen sich nicht nach den Ferienzeiten richten. Es ist unerträglich, dass die Ölkonzerne pünktlich zum Hauptreiseverkehr regelmäßig an der Preisschraube drehen", sagte der CSU-Politiker. Er könne die Wut der Autofahrer gut verstehen.

ADAC nennt Begründung für Preise fadenscheinig

Für den ADAC sind die Begründungen der Ölmultis fadenscheinig : "Mal ist es der Dollarkurs, mal der Rohölpreis, dann wieder der besonders strenge Winter in den USA", sagte ADAC-Sprecher Maxmilian Maurer. Es gebe immer Begründung, die die Erhöhungen nicht rechtfertigten. Auch wenn der Euro derzeit niedrig sei, dürften die großen Konzerne diese nicht in Rechnung stellen, da sie untereinander ohnehin größtenteils in Dollar abrechneten, erklärte Maurer weiter.

Expertin: Alternative Kraftstoffe notwendig

Die Energie-Expertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsförderung sagte in der ARD, dass die Politik die Preistreiberei nicht mit Steuererhöhungen anfeuern solle. Langfristig müsse nach alternativen Kraftstoffen gesucht werden. Kemfert rät, sich nach günstigen Tankstellen umzusehen, nicht vor Wochenenden, an Feiertagen und auch nicht an Autobahnen zu tanken und, wenn möglich, sich jenseits der deutschen Grenze mit Benzin zu versorgen.

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