Sie sind hier: Home > Finanzen >

EC-Kartenbetrug: Gegen Skimming am Geldautomat rütteln

EC-Kartenbetrug  

Rütteltest an Geldautomaten kann gegen Skimming helfen

15.09.2010, 17:05 Uhr | dpa tmn, mash, dpa-tmn , t-online.de

EC-Kartenbetrug: Gegen Skimming am Geldautomat rütteln.

Skimming: Betrüger manipulieren Geldautomaten mit falschen Aufsätzen (Foto: dpa)

Um betrügerischen Abbuchungen zu entgehen, sollten Bankkunden an auffälligen Geldautomaten den Rütteltest machen. Falsche Tastaturen und Kartenschlitze seien "fast immer" mit Klebeband befestigt. Darauf weist der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) in Berlin hin. Schon viele Manipulationen seien durch Kunden aufgedeckt worden, indem diese Hand an auffällige Bauteile gelegt hätten.

Skimming: mit falschen Auflagen Daten erschleichen

Beim sogenannten Skimming werden die Bankdaten des Kunden an manipulierten Geldautomaten ausgelesen. Die Kriminellen installieren einen Kartenleseaufsatz am Automatenschacht und eine kleine Kamera über dem Tastaturfeld, erläutern die Sachverständigen. Oder sie legen eine Aufsatztastatur über das Tastenfeld. So verschaffen sie sich Kontodaten und PIN für Abhebungen.

Vor dem Abheben nach versteckten Kameras schauen

Ein weiterer Tipp lautet daher, sich am Geldautomaten umzuschauen - die Kamera sitzt laut BVS meist hinter einer Leiste über der Tastatur oder am Prospektständer oder Rauchmelder im Eingangsraum. Vor dem neuesten Trick warnt die EURO Kartensysteme GmbH: Die Spione installieren die nahezu unsichtbaren Kameras direkt in der Sichtschutzblende der Tastatur. Kunden sollten aus diesem Grund bei der Eingabe der PIN das Tastenfeld mit der freien Hand verdecken. Vor allem im Auslandsurlaub sei Vorsicht angebracht.

EC-Karten mit EMV-Chip sind sicherer

Sicherer seien EC-Karten mit dem neuen, fälschungssicheren EMV-Chip. Viele Banken hätten den goldfarbenen Chip bereits auf ihre Karten gebracht. "Der Chip ist ein kleiner Computer, der aktiv Sicherheitsprogramme ausführen kann", sagt BVS-Präsident Roland R. Vogel. Vielfach werde allerdings weiter nur der gängige Magnetstreifen verwandt.

Zeitplan für Chip-Einführung hinkt hinterher

Der Verband fordert daher, die hinkende Umstellung auf das EMV-Verfahren zu beschleunigen und die Karten so sicherer zu machen. Handel und Banken wollten ursprünglich bis Mitte 2010 flächendeckend das EMV-Verfahren anbieten. Der Zeitplan gilt mittlerweile als nicht mehr haltbar.

Millionen Karten funktionierten nicht mehr

Dieser Chip ärgerte Anfang des Jahres Millionen Kunden. Zum Jahreswechsel waren Millionen EC-Karten der Postbank, der Commerzbank und der Sparkassen als nicht lesbar zurückgewiesen worden, da der Chip die Jahreszahl 2010 nicht erkennen konnte. Banken wie zum Beispiel die Postbank rüsteten daraufhin ihre Geldautomaten um. Diese reparierten dann fehlerhafte EC-Karten automatisch beim Geldabheben. Bei der Postbank wird diese Funktion bis Ende Juli an praktisch allen Automaten angeboten, sagte ein Unternehmenssprecher in Bonn.

Versicherungen gegen Karten-Missbrauch

Gegen die Risiken des bargeldlosen Zahlungsverkehrs bieten Versicherer wie CosmosDirekt Policen an. So schützt der "Konto-Schutzbrief" des Direktversicherers vor Vermögensschäden bis zu 50.000 Euro im Jahr. Abgedeckt wird unter anderem der Missbrauch von Kredit-, Bank- und sonstigen Zahlungskarten, beim Online-Banking und auch bei Barabhebungen. Besonders hervorgehoben wird die Gültigkeit des Versicherungsschutzes auch bei grob fahrlässiger Mitwirkung des Versicherten selbst. Die Jahrespolice für Singles kostet 24 Euro, für Familien 36 Euro.

Allerdings ergaben Tests von Verbraucherschützern, dass die Versicherung im Grunde unnötig ist. Der Versicherungsrahmen von 50.000 Euro sei sinnlos, urteilt zum Beispiel "Finanztest". Bei üblichen Kreditkarten sei die Verfügung meist auf einen vierstelligen Betrag pro Monat begrenzt, bei Bankkundenkarten sei die Grenze der Dispo. Als Karteninhaber haftet man darüber hinaus sowieso nur bis zur Kartensperre. Einziger Vorteil der Versicherung: die weltweite Gültigkeit und dass grobe Fahrlässigkeit mit eingeschlossen sei. Grob fahrlässig handelt ein Kunde dann, wenn er zum Beispiel die Geheimnummer zusammen mit der Karte im Geldbeutel aufbewahrt. Sparkassen und Volksbanken verzichten auf eine Selbstbeteiligung von 150 Euro, auch wenn der Kunde Schuld am Schaden hat. Fazit der Tester: Wer regelmäßig seine Konten überprüft, Karte und Geheimnummer getrennt aufbewahrt und insgesamt verantwortungsvoll mit seinem Konto umgeht, benötigt die Versicherung nicht.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal