Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern >

Streit um angebliche Fahndungspanne im Steuersünder-Skandal

Geheimdossier  

Streit um Fahndungspanne im Steuersünder-Skandal

10.06.2010, 14:14 Uhr | apn, dapd

Streit um angebliche Fahndungspanne im Steuersünder-Skandal. Panne bei Schweizer Steuer-CD: Informationen sind einsehbar (Foto: dpa)

Panne bei Schweizer Steuer-CD: Informationen sind einsehbar (Foto: dpa)

Drei Monate nach dem Ankauf einer Steuersünder-CD durch das Land Nordhrein-Westfalen gibt es Streit um mögliche Fehler der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen gegen deutsche Steuerflüchtlinge und ihre Schweizer Helfer. Die "Financial Times Deutschland" (FTD) und "Capital" berichteten am Donnerstag, die Ermittler hätten zusammen mit den Ermittlungsakten interne Dokumente mit pikanten Details über den Ankauf der CD an Dutzende andere Staatsanwaltschaften verschickt.

Insider: "Verfahren vor die Wand gefahren"

Dort könnten sie nun von den Anwälten der Beschuldigten eingesehen werden - und seien damit quasi öffentlich. Dies gefährde vor allem die politisch brisanten Ermittlungen gegen Beschäftigte der Schweizer Großbank Credit Suisse, hieß es in dem Bericht. Denn die Schweizer hätten auf diesem Weg wohl inzwischen bereits erstklassige Informationen über den genauen Wissensstand der Ermittler. "Damit ist das Verfahren an die Wand gefahren", zitierte die Zeitung einen Insider. Außerdem drohe aufgrund der im Dossier enthaltenen detaillierten Beschreibung die Enttarnung des Informanten.

Staatsanwaltschaft spricht von Spekulationen

Der Sprecher der Düsseldorfer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen, Nils Bußee, wies allerdings den Vorwurf einer Ermittlungspanne entschieden zurück. Die Staatsanwaltschaft habe gar keine andere Wahl, als alles in die Akten zu nehmen, was für das Verfahren von Bedeutung sei. "Das Gesetz verlangt, dass wir da mit offenem Visier spielen", sagte Bußee. Dass dadurch das Verfahren vor die Wand gefahren worden sein könne, "halten wir für reine Spekulation", meinte er. "Wir sehen die Ermittlungen nicht gefährdet."

Angeblich 1,3 Milliarden Euro auf Schweizer Konten

Nach Informationen der "FTD" enthält die Steuersünder-CD Informationen über 1106 deutsche Kunden von Credit Suisse, die insgesamt 1,3 Milliarden Euro unversteuertes Vermögen bei der Schweizer Großbank deponiert haben sollen. Außerdem hätten die Fahnder von dem mit 2,5 Millionen Euro bezahlten Informanten auch Material erhalten, mit dem die deutschen Behörden möglicherweise erstmals Mitarbeitern eines Schweizer Geldinstituts Beihilfe zur systematischen Steuerhinterziehung nachweisen können.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Diese Banken finanzieren Ihr Eigenheim
Jetzt hier den Zins-Check machen:

AnzeigeZINS-CHECK

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern

shopping-portal