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Banken wollen mit Niedriggebühr punkten

Banken wollen mit Niedriggebühr punkten

25.08.2010, 18:28 Uhr | dpa-AFX, AFP, dpa, apn, bab, bv, dapd, dpa, AFP, t-online.de, dpa-AFX

Banken wollen mit Niedriggebühr punkten. Die Bankenbranche hat sich auf ein neues System für die Gebühren beim Abheben an fremden Geldautomaten geeinigt (Foto: dpa)

Die Bankenbranche hat sich auf ein neues System für die Gebühren beim Abheben an fremden Geldautomaten geeinigt (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

In den Streit um hohe Bankgebühren für die Abhebung an fremden Geldautomaten ist Bewegung gekommen. Sämtliche Finanzinstitute einigten sich darauf, am Januar 2011 die Extragebühren direkt am Automaten anzuzeigen. Keine Einigung gab es hingegen bei einer Obergrenze für die Gebühren, die exorbitant hoch ausfallen können. Hier preschten jetzt allerdings die Privatbanken vor. Sie wollen künftig von Fremdkunden nur noch maximal 1,95 Euro für eine Abhebung verlangen. Das Bundeskartellamt und das Verbraucherministerium reagierten trotzdem kühl.

Zunächst hatte sich die deutsche Bankenbranche auf ein Transparenz-Modell geeinigt. Das gab ein Sprecher des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) als Dachorganisation der Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Berlin bekannt. Kunden soll demnach vor dem Abheben am Automaten angezeigt werden, wie hoch die Extrakosten sind. Über die Gebührenobergrenze sei bei dem Treffen aber nicht gesprochen worden, hieß es.

Gebührenanzeige ab Januar 2011

Das neue System soll zum 15. Januar 2011 in Kraft treten, sagte ein Sprecher. Die bisher erhobenen Interbankenentgelte entfallen, das heißt, die Banken berechnen sich künftig untereinander für die Fremdabhebungen keine Gebühren mehr. Der ZKA teilte weiter mit, er hoffe, dass die Neuerung "schnell zu sinkenden Preisen führt".

Wenige Stunden später preschte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) vor, in dem nur die Privatbanken organisiert sind. Er will die Gebühren für Fremdkunden an seinen Automaten auf 1,95 Euro senken. BdB-Präsident Andreas Schmitz sagte der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe): "Die privaten Banken werden als erste und bisher einzige den Preis für Kunden von anderen Instituten auf höchstens 1,95 Euro begrenzen." Gleichzeitig übte er Druck aus auf die anderen Institute: "Wir fordern Sparkassen und Volksbanken auf, sich unserer Gebühr anzuschließen!"

Kartellamt zeigt sich noch zurückhaltend

Das Kartellamt, das wegen überhöhter Gebühren bis Ende August ein neues Modell verlangt hatte, reagierte einstweilen noch kühl: "Wir bezweifeln, dass die Maßnahmen ausreichen, um direkten Wettbewerb zu erzeugen und damit in der Folge sinkende Gebühren", sagte Kartellamtssprecher Kay Weidner. Die Behörde werde die Entwicklung deshalb weiter prüfen und beobachten. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ließ durch einen Sprecher in Berlin erklären, die Angabe des Preises sei "ein Schritt in die richtige Richtung". Damit sei das zweite Problem der überzogenen Gebühren aber nicht gelöst. Geldautomaten dürften keine "Kostenfallen" mehr sein. Ähnlich reagierte der verbraucherpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Erik Schweickert.

Mindestpreise für Fremdabhebungen (Grafik: dpa) (Quelle: dpa)Mindestpreise für Fremdabhebungen (Grafik: dpa) Wegen teils hoher Abhebegebühren (Grafik links zum Vergrößern anklicken) war die Branche bei Verbraucherschützern und in der Politik massiv unter Druck geraten. Wer nicht bei seiner Hausbank oder einer Partnerbank abhebt, muss bisher nach Angaben der Verbraucherzentralen durchschnittlich sieben Euro zahlen. Das Bundeskartellamt hatte eine von der Kreditwirtschaft vorgeschlagene Maximalgebühr von fünf Euro pro Abhebung im Juli als zu hoch abgelehnt und ein neues Konzept bis Ende August gefordert.

Bargeldabhebungen meistens kostenlos

Die meisten Bargeldabhebungen an Automaten in Deutschland sind allerdings für die Kunden ohnehin kostenlos. Denn mehr als 90 Prozent der Transaktionen erledigen Verbraucher nach Branchenangaben an Geräten ihrer Hausbank oder einer Partnerbank, bei der dies ebenfalls gratis ist. Dafür haben sich viele Institute in Verbünden zusammengeschlossen. Rund 9000 Automaten betreibt die "Cash Group", zu der Commerzbank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank und Postbank samt Töchtern gehören. Der "Cash Pool" um Targobank, SEB und Santander hat etwa 2500 Automaten. Die größten Verbünde bilden die Sparkassen (25.700 Automaten) sowie die Volks- und Raiffeisenbanken (19.050).

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