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Neue Vorwürfe gegen Easycash - Unternehmen dementiert

Neue Vorwürfe gegen Easycash - Unternehmen dementiert

14.10.2010, 16:13 Uhr | dpa-AFX, bab, dpa-AFX, t-online.de

Neue Vorwürfe gegen Easycash - Unternehmen dementiert. Neue Vorwürfe gegen Easy Cash (Foto: dpa)

Neue Vorwürfe gegen Easy Cash (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Schock für Verbraucher: Die Daten von Millionen Bürgern sollen nach Recherchen von "NDR Info" systematisch für Kundenanalysen verwendet und Handelsunternehmen zum Kauf angeboten worden sein. Erneut erhebt der Radiosender schwere Vorwürfe gegen Deutschlands größten EC-Netzbetreiber Easycash. Dessen Tochter Easycash Loyalty Solutions bietet laut dem Bericht einen besonderen Service: Sie gleicht die Kontonummern, die beim Einsatz von EC-Karten in Supermärkten oder Tankstellen gespeichert werden, mit den Daten von Kunden- und Rabattkarten ab. Easycash dementierte den Bericht und erwägt rechtliche Schritte gegen den NDR.

Die gegen Loyalty Solutions erhobenen Vorwürfe sind schwer. Das Hamburger unternehmen betreut nach eigener Aussage etwa 14 Millionen Kundenkarten von Handelsfirmen. In einer Präsentation, die "NDR Info" vorliegt, wird mit mindestens zehn "Zahlungsverkehrsauswertungen" geworben. Demnach sei es möglich, zu ermitteln, welcher Kunde was wann und wo einkaufe. Zudem sei Easycash Loyalty Solutions in der Lage, Bewegungsprofile und die "Kundenqualität" und den "Ausschöpfungsgrad" der Kunden zu ermitteln.

Während Easycash Kontodaten aus EC-Zahlungen dauerhaft speichert, verfügt die Tochter laut NDR durch die Kundenkartenanträge neben der Bankverbindung auch über zahlreiche weitere Angaben wie Name, Anschrift, Beruf und Geburtsdatum. Der Vorwurf des NDR: Easycash Loyalty Solutions suche beim Abgleich der EC-Kartendaten und der Kundenkartendaten identische Kontonummern. Würden diese gefunden, könne das Unternehmen das Einkaufsverhalten der Kunden ohne deren Wissen oder Einverständnis anhand ihrer EC-Karten in weiten Bereichen des Handels genau verfolgen und entsprechende Datensätze erstellen.

Easycash wehrt sich entschieden

Easycash wies diese Vorwürfe entschieden zurück. "Wir führen keine Daten aus dem EC-Netzbetrieb der Easycash mit den Daten aus den Kundenkartenprogrammen der Easycash Loyalty Solutions zusammen“, teilte Frank Wio, Mitglied der Easycash Geschäftsleitung, per Pressemitteilung mit. "Unsere Schwestergesellschaft verwaltet im Auftrag von Handelsunternehmen Kundenkartenprogramme. Die Möglichkeit einer Nutzung und des Vergleiches der Daten wurde zwar in der Vergangenheit erwogen und intern diskutiert, aber unter anderem aufgrund datenschutzrechtlicher Vorbehalte nicht realisiert.“

Scharfe Kritik übte das Unternehmen auch an der zugrunde liegenden Präsentation, bestätigte jedoch deren Existenz. In seiner Meldung zitiert der NDR laut Easycash veraltete Präsentationsunterlagen, die zu Gesprächen mit potenziellen Kunden gedient haben. Auf deren Basis sei es zu einer temporären Zusammenarbeit mit einem einzelnen Kunden gekommen, die inzwischen beendet sei. Doch auch in diesem Fall sei es zu keinem Austausch zwischen Kundenkartendaten und den Transaktionsdaten gekommen.

Vorwürfe rufen Datenschützer auf den Plan

Ungeachtet des Dementis hat der Bericht den Hamburger Datenschutz auf den Plan gerufen. Mitarbeiter der Behörde wollten das Unternehmen bereits am Donnerstag prüfen. "Wir wollen uns vor Ort ein Bild von der Firma machen und dessen, was sie tatsächlich tut", sagte Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar. "Illegal wäre es, wenn zwei Firmen unterschiedliche Datenbestände mit unterschiedlichen Zwecksetzungen etwa aus dem bargeldlosen Zahlungsverkehr und von Kundenkarten zusammenführen, ohne dass der Verbraucher dies weiß und dem zustimmen konnte", erläuterte Caspar.

Durch eine solche Zusammenlegung wäre es laut Caspers möglich, Kundenprofile zu erstellen. Caspers betonte: "Es kann dann genau festgelegt werden, welcher Verbraucher wann wo etwas umgesetzt hat, wie viel er ausgegeben hat - und letztlich auch, wann er zur Konkurrenz gegangen ist." Dies sei eine bedenkliche Entwicklung, wenn sich die Vorwürfe bestätigten. Der Datenschutzbeauftragte verwies jedoch ebenfalls darauf, dass Kundenbindungssysteme mit Kundenkarten legal sind, beruhten sie doch darauf, dass der Einzelne mit seinen unterschriebenen Anträgen zugestimmt hat.

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