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"Öko-Test": Gebührenfalle bei P-Konten

Pfändungsschutz  

Gebührenfalle bei P-Konten

16.12.2010, 16:00 Uhr | Özkan Canel Altintop, AFP, AFP

"Öko-Test": Gebührenfalle bei P-Konten. Öko-Test: Das Pfändungsschutzkonto kann für Verbraucher zur Gebührenfalle werden (Foto: dpa)

Öko-Test: Das Pfändungsschutzkonto kann für Verbraucher zur Gebührenfalle werden (Foto: dpa)

Seit dem 1. Juli 2010 können Verbraucher von ihrer Bank verlangen, dass ihr Konto als Pfändungsschutzkonto (P-Konto) geführt wird. Doch das Konto kann offenbar zur Gebührenfalle werden. Wie eine Untersuchung der Zeitschrift "Öko-Test" ergab, zahlen die Nutzer des sogenannten P-Kontos in mehr als der Hälfte der 159 untersuchten Fälle jeden Monat im Schnitt fünf bis sechs Euro mehr als für ein herkömmliches Girokonto. Außerdem gibt es demnach in fast allen Fällen Einschränkungen der Zahlungsfunktionen.

Das P-Konto bietet einen Pfändungsschutz in Höhe mindestens 985,15 Euro monatlich. Gläubiger, denen Verbraucher noch Geld schulden, bekommen keinen Zugriff auf dieses Geld. Vorher wurde bei einer Pfändung ein Bankkonto vollständig blockiert, bis das zuständige Vollstreckungsgericht ein unpfändbares Guthaben festgelegt hatte.

Verbraucherschützer fordern klare Regelungen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte nun eine gesetzliche Klarstellung. "Die Bundesjustizministerin muss aktiv werden. Verbraucher dürfen beim Umstieg auf ein P-Konto nicht mehr bezahlen als vorher", erklärte Vorstand Gerd Billen. Besondere Brisanz berge, dass ab 2012 der herkömmliche Pfändungsschutz ausläuft. Danach benötige jeder, der von einer Kontopfändung betroffen ist, ein P-Konto.

Öko-Test hatte nach bei 194 Banken die Preise für Girokonten und P-Konten nachgefragt. 125 Banken - also knapp zwei Drittel - hätten von vorneherein eine Teilnahme an dem Test abgelehnt, so dass Öko-Test 159 Kontomodelle von 69 Banken untersuchte.

Probleme beim P-Konto

Bei den Onlinekonten kosteten 43 der untersuchten 71 Angebote nach der Umstellung mehr. Bei den Filialkonten fiel demnach der Sprung nicht so drastisch aus, es wurden aber immer noch 38 der 88 untersuchten Kontomodelle teurer. Die Mehrkosten lagen demnach im günstigsten Fall bei wenigen Cent, aber auch Preisaufschläge von zehn bis zwanzig Euro pro Monat seien keine Seltenheit, der Schnitt liege bei fünf bis sechs Euro.

Bei den Leistungseinschränkungen war es in einem Fünftel der Fälle nicht mehr möglich, ein P-Konto als Onlinekonto zu führen. In 23 Prozent der Fälle mussten die Kunden auf ihre EC-Karte verzichten. Außerdem verweigerten einige Banken dem Test zufolge den Kunden sogar die Auszahlung von Bargeld und die Möglichkeit, bargeldlos zu zahlen.

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