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Immer mehr Verbraucherpleiten in Deutschland

Immer mehr Verbraucherpleiten in Deutschland

30.11.2010, 13:14 Uhr | dpa, dapd, dapd, dpa

Immer mehr Verbraucherpleiten in Deutschland. Immer mehr Haushalte sind überschuldet. Da bleibt nur der Weg in die Privatinsolvenz (Foto: imago)

Immer mehr Haushalte sind überschuldet. Da bleibt nur der Weg in die Privatinsolvenz (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Die Rezession ist überwunden und Deutschlands Wirtschaft boomt. Auch die Arbeitslosigkeit ist zuletzt weiter zurückgegangen. Dennoch sind Millionen Privathaushalte überschuldet. Die Zahl der Privatinsolvenzen steuert auf einen neuen Rekord zu, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform bekannt gab. Ganz anders ist die Lage bei den Firmenpleiten.

Private Insolvenzen gibt es seit zehn Jahren

Seit der Änderung des Insolvenzrechts vor gut zehn Jahren, durch die auch Privatpersonen die Möglichkeit eröffnet wurde, sich zu entschulden, haben laut Creditreform mehr als 700.000 Deutsche die Restschuldbefreiung beantragt. Jeder Siebte davon (14,6 Prozent) ist zwischen 20 und 29 Jahre alt.

2007 wurde der bisherige Rekord von 105.300 Verfahren erreicht. Doch in diesem Jahr dürfte diese Negativmarke noch übertroffen werden. Creditreform rechnet mit 111.800 Menschen in Deutschland, die von der Privatinsolvenz Gebrauch machen - das wären 10,9 Prozent mehr als im Krisenjahr 2009.

Jeder zehnte Erwachsene überschuldet

Inzwischen hat sich die Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen vom Konjunkturzyklus abgekoppelt, denn die Unternehmen meldeten zuletzt wieder deutlich steigende Gewinne. Das hat auch damit zu tun, dass immer mehr Haushalte in Deutschland verschuldet sind. Mit einer durchgreifenden Trendwende bei den Privatinsolvenzen rechnen die Experten daher vorläufig nicht. Schließlich ist nach früheren Angaben von Creditreform fast jeder zehnte erwachsene Bundesbürger überschuldet.

Weniger Firmenpleiten

Ganz anders ist die Lage bei den Unternehmen: Der Aufschwung hat die Pleitewelle in Deutschland gestoppt. Nach dem Negativrekord im Krisenjahr 2009 geht die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2010 laut Creditreform um 2,5 Prozent auf 32.100 (2009: 32.930) zurück. Positiv wirkten sich der anziehende Exportmotor, das Anspringen der Binnennachfrage sowie die Entspannung auf dem Kreditmarkt aus.

Da im laufenden Jahr anders als 2009 - als Firmen wie Arcandor, Woolworth oder der Chiphersteller Quimonda Insolvenz angemeldet hatten - meist Kleinstbetriebe (79 Prozent) mit maximal fünf Beschäftigten den Gang zum Amtsgericht antreten mussten, sank die Zahl der Jobverluste durch Insolvenz 2010 stark um 53,9 Prozent auf 240.000.

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