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Banken: Dauerzoff um Geldautomatengebühr

Geldautomaten  

Dauerzoff um Geldautomatengebühr

23.12.2010, 09:52 Uhr | oca, dapd, dapd

Banken: Dauerzoff um Geldautomatengebühr. Zwei oder fünf Euro: Banken können sich bei Geldautomatengebühr nicht einigen (Foto: imago)

Zwei oder fünf Euro: Banken können sich bei Geldautomatengebühr nicht einigen (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Einige Banken in Deutschland kassieren von fremden Kunden bis zu zehn Euro Gebühr für das Geldabheben. Oft werden die Gebühren am Automaten noch nicht einmal angezeigt. Die dicke Überraschung sieht der Verbraucher meist erst auf dem Kontoauszug. Bisher konnten sich Sparkassen, Volksbanken und die privaten Institute nicht auf eine einheitliche Regelung einigen. Das Bundeskartellamt fordert eine deutliche Gebührensenkung. Auf eine kleine Verbesserung für Geldautomaten-Kunden von Banken und Sparkassen konnten sich die Beteiligten immerhin einigen: Ab dem 15. Januar 2011 sollen die Automaten den Preis für das Abheben anzeigen. Entweder elektronisch oder per Aufkleber. Und es sollen die Gebühren im Hintergrund wegfallen, mit denen sich bisher die Banken und Sparkassen gegenseitig belasten. Das waren die einzigen Punkte, auf die sich der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) aller Institute im August 2010 einigen konnte.

Die Gebühren für die Kunden wollte der ZKA zunächst nicht verändern, sondern äußerte nur die Hoffnung, dass die Gebühren sinken würden. Doch die Privatbanken preschten vor: Sie kündigten gleich danach an, dass ihre Gebühren für "Fremdkunden" auf 1,95 Euro gesenkt würden. Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Andreas Schmitz, machte Druck: "Wir fordern Sparkassen und Volksbanken auf, sich unserer Gebühr anzuschließen."

Sparkassen wollen nicht Fremdkunden finanzieren

Doch die wollen das nicht breitflächig tun, sondern höchstens in Einzelfällen die Preise senken. Hintergrund ist, dass die Sparkassen knapp 26.000 Geldautomaten haben, mit Abstand die meisten. Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis sagte, es könne nicht sein, dass die Sparkassen-Kunden über ihre Konto-Gebühren den Kunden anderer Banken mit wenigen oder keinen Automaten das Netz finanzierten. Alle Kunden der Sparkassen könnten überall in Deutschland umsonst abheben. Nur fünf Prozent aller Kunden würden an Fremdautomaten gehen. Es handele sich daher bei den Gebühren um ein "Minderheitenproblem".

Hinter dem Marktführer folgen die Volks- und Raiffeisenbanken, die fast 19.000 Geldautomaten bereitstellen. Es handelt sich also auch um ein Konkurrenz-Problem. Weit dahinter kommen die Cash-Group, eine Automaten-Allianz, zu der sich Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank, Noris-Bank, Hypo-Vereinsbank und andere mit 9000 Automaten zusammengeschlossen haben, sowie der Cash-Pool aus Targo-Bank, Santander, SEB, Sparda-Banken und BB-Bank, die nur 2500 Automaten haben.

Hohe Gebühr an Geldautomaten

Um die Geldautomaten war 2010 ein kräftiger Streit zwischen Bundeskartellamt sowie den Banken und Sparkassen ausgebrochen. Das Kartellamt forderte die Institute auf, endlich die Gebühren für das Abheben an "Fremdautomaten" zu senken. Verbraucher müssen bis zu 10 Euro bezahlen, wenn sie an den Automaten fremder Geldinstitute Bares abheben wollen. Dabei betragen die Kosten für die Banken nach Angaben von Branchenkennern lediglich gut 60 Cent pro Transaktion. Das Kartellamt lehnte den Vorschlag ab, die Gebühr auf 5 Euro zu begrenzen.

Über die Neuerungen per 15. Januar 2011 wurden die Kunden bis Mitte November informiert. Der ZKA, der in diesem Jahr von den Sparkassen geführt wird, machte sich ihr "Minderheiten"-Argument zu eigen: Schon heute seien über 90 Prozent der Abhebungen für die Kunden kostenlos, da sie in den Verbünden der Geldautomaten-Betreiber erfolgten.

Verbraucherschutzministerin beobachtet Entwicklung

Verbraucherschutz-Ministerin Ilse Aigner (CSU), die schon mit einem Gesetz gedroht hatte, will nun die Entwicklung erstmal weiter beobachten. Auch das Kartellamt behält die Preise weiter im Blick. Es könnte auch 2011 noch ein Verfahren einleiten, wenn die Gebühren nicht tatsächlich sinken. Und dann müsste wahrscheinlich der ZKA wieder ran, dem der Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, der Bundesverband deutscher Banken, der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, der Deutsche Sparkassen- und Giroverband sowie der Verband deutscher Pfandbriefbanken angehören.

 

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