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Geld abheben wird billiger - doch nicht überall

Geld abheben wird billiger - doch nicht überall

30.12.2010, 10:38 Uhr | dpa, dpa-tmn, dpa-tmn, dpa

Geld abheben wird billiger - doch nicht überall. Verbraucher sind wegen hoher Automatengebühren sauer auf die Banken (Foto: imago)

Verbraucher sind wegen hoher Automatengebühren sauer auf die Banken (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Das böse Erwachen kommt oft erst Wochen später, wenn der Blick auf den Kontoauszug verrät, was das Abheben bei der fremden Bank gekostet hat. Doch damit ist ab 15. Januar Schluss. Dann nämlich muss der Geldautomat anzeigen, wie hoch die Gebühr ist. Dazu wird das Abheben billiger, aber nicht bei allen Banken.

Laut einer Stichprobe der Tageszeitung "Welt" gehen die bislang von Sparkassen und Genossenschaftsbanken verlangten Gebühren in der Spitze um bis zu 87 Prozent zurück. Auch die Institute, die bislang 15 Euro und mehr pro Transaktion berechneten, verlangen demnach künftig weniger als fünf Euro.

Sparkassen bleiben teuer

Es gibt jedoch auch kritische Stimmen: einer Umfrage der "Financial Times Deutschland" zufolge senken die Sparkassen die Gebühren weit weniger deutlich als Privatbanken, die sich auf einen einheitlichen Satz von 1,95 Euro verständigt haben. Demnach werden die Sparkassen Fremdkunden zwischen 3,95 Euro und 4,75 Euro pro Transaktion berechnen und liegen damit nur knapp unter dem im Juli diskutierten Maximalbetrag.

Die Institute begründen die hohen Gebühren mit den Kosten für das dichte Automatennetz. Experten beziffern die Durchschnittskosten für eine Transaktion allerdings zwischen einem und zwei Euro. Demgegenüber stehen durchschnittliche Gebühren von 5,64 Euro wie die unabhängige Finanzberatung FMH ermittelt hat. Einige Institute berechnen jedoch weit höhere Gebühren von zehn oder sogar 15 Euro.

Undurchsichtiges System

Im Sommer 2010 hatte die Bankenbranche deshalb über eine Deckelung der Gebühren für Fremdabhebungen diskutiert, war aber zu keiner Einigung gekommen. Hintergrund ist, dass der Fremdkunde bisher die Gebühr nicht an die Bank zahlt, an deren Automat er Geld abhebt, sondern er einen Teil der Kosten trägt, die sich Banken untereinander berechnen. Die sind je nach Bank sehr unterschiedlich und vor allem undurchsichtig.

Das wird sich nun ändern: wie viel wirklich vom Konto abgebucht wird, erfährt der Kunde ab dem 15. Januar nicht mehr über die Kontoabzüge, sondern direkt am Automaten. Das bisherige Verfahren, bei dem die Fremdbank von der Bank des Kunden ein Entgelt verlangt, entfällt. Bislang ist es der Bank des Kunden überlassen, wie viel sie davon an ihn weitergibt.

"An dem Automaten wird dann angezeigt, welche Gebühr die Bank für die Fremdabhebung erhebt", sagt Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin. Dann kann sich der Kunde noch überlegen, ob er die bezahlen will oder nicht - theoretisch. Denn praktisch nutzt man nur dann den Automaten einer Fremdbank, wenn man keine Alternative hat. «Diese Transparenz ist zwar gut und begrüßenswert, schützt aber nicht vor Wucherpreisen», kommentiert der vzbv-Bankenexperte das neue System.

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