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Krankenkasse, Reisen, Zigaretten: Das wird 2011 alles teurer

Ausblick 2011  

Krankenkasse, Reisen, Zigaretten: Das wird 2011 alles teurer

31.12.2010, 15:24 Uhr | dpa, bv, sky, t-online.de, dpa

Krankenkasse, Reisen, Zigaretten: Das wird 2011 alles teurer. Die Verbraucher müssen sich 2011 auf zusätzliche Ausgaben einstellen (Foto: imago)

Das Leben für die Verbraucher wird 2011 teurer (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Die Deutschen werden im neuen Jahr die Sparpolitik der Bundesregierung und die gesetzliche Schuldenbremse zu spüren bekommen. Vor allem die öffentliche Hand greift Otto Normalverbraucher tiefer in die Tasche: Beiträge, Steuern und Gebühren sollen angehoben werden. Wir zeigen in unserem Artikel, was sich ändern wird. Für noch mehr Details klicken Sie sich durch unsere Show.

Raucher werden zur Kasse gebeten

Tabak wird in den kommenden fünf Jahren zunehmend stärker besteuert. Im Mai 2011 soll das Stufenmodell in Kraft treten. Eine Packung mit 19 Zigaretten wird dann jedes Jahr um vier bis acht Cent teurer. Damit die Raucher nicht aufs Selbstdrehen umsteigen und vermehrt Feinschnitt kaufen, sollen die Steuern hier um 12 bis 14 Prozent pro 40-Gramm-Packung steigen.

Die Kassen kassieren ab

Die meisten Bundesbürger (rund 80 Prozent) sind gesetzlich krankenversichert. Für die Beitragszahler erhöht sich ab Januar der Beitragssatz von 14,9 auf 15,5 Prozent. Das macht bei einem Brutto-Monatseinkommen von 2500 Euro im Monat 7,50 Euro aus. Für Besserverdiener wird der Wechsel in die private Krankenversicherung leichter. Wer brutto über der Versicherungspflichtgrenze von 4125 Euro (2011) verdient, kann bereits nach einem Jahr von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Bisher musste man drei Jahre warten. Schon jetzt erheben einige Kassen Zusatzbeiträge und haben angekündigt, dies auch 2011 tun zu wollen.

Neue Beitragsbemessungsgrenzen

In der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sinkt die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze von 3750 Euro auf 3712,50 Euro Monatseinkommen. Wer mehr verdient, zahlt für das Einkommen über 3712,50 Euro keine Beiträge zur Kranken- und Pflegversicherung. Durch die Absenkung werden Einkommen im Bereich zwischen 3712,50 und 3750 Euro geringfügig entlastet.

In der Renten- und Arbeitslosenversicherung gibt es nach Ost und West differenzierte Beitragsbemessungsgrenzen: Im Westen bleibt sie unverändert bei 5500 Euro Monatseinkommen. Im Osten steigt sie von 4650 auf 4800 Euro. Für Ost-Beschäftigte mit einem Verdienst von derzeit 4650 Euro oder mehr wird die Sozialversicherung in diesem Bereich also um bis zu 17 Euro im Monat teurer. Das gleiche gilt für deren Arbeitgeber.

Strom und Müll werden teurer

Ebenso wenig wie steigende Gesundheitskosten lassen sich auch steigende Strompreise für die Haushalte vermeiden. Weil die staatliche Umlage für erneuerbare Energien steigt, klettert auch der Strompreis. Die so genannte EEG-Umlage erhöht sich von 2,05 auf 3,53 Cent pro Kilowattstunde. Ein durchschnittlicher Haushalt muss dadurch rund fünf Euro mehr im Monat zahlen.

Nur teilweise umgehen lassen sich Gebühren und Steuern, die Kommunen erheben. Auch hier sind 2011 Steigerungen zu erwarten - die Städte und Gemeinden wollen so ihre Haushaltslöcher stopfen. Die "Bild"-Zeitung berichtete, teils würden die Gebühren um 50 Prozent erhöht. Das gilt beispielsweise für die Eintrittspreise von Schwimmbädern, aber auch für die Müllgebühren oder Steuern im Zusammenhang mit dem Kauf oder Besitz von Immobilien. Wird zum Beispiel die Grundsteuer angehoben, betrifft das auch Mieter, da sie diese anteilig über die Nebenkosten bezahlen müssen.

Urlaub wird noch wertvoller

Auch Fliegen wird wegen der neuen Flugticketsteuer teurer, die ab 1. Januar 2011 erhoben wird. Die Flugticketsteuer beträgt für Kurzstrecken acht Euro pro Start, für die Mittelstrecke 25 und die Fernstrecke 45 Euro. Tickets jetzt noch schnell zu buchen bringt allerdings nichts, da das Abflugdatum maßgeblich ist. Immerhin: Wer nicht ab Deutschland in den Urlaub fliegt, kann sich zumindest diese Steuer sparen. Auch Kinder ohne eigenen Sitzplatz müssen sie nicht bezahlen.

Hartz-IV-Erhöhung in der Schwebe

Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung steigt von 2,8 auf 3,0 Prozent. Er wird zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Bei 2500 Euro Monatseinkommen muss der Beschäftigte 2,50 Euro mehr bezahlen, seine Firma ebenfalls.

Der Regelsatz im Arbeitslosengeld II soll von 359 auf 364 Euro steigen - also monatlich um fünf Euro. Die Erhöhung liegt aber auf Eis, nachdem der Bundesrat die Pläne gestoppt hat. Derzeit verhandeln Regierung und Opposition - ein Nachschlag ist nicht ausgeschlossen. Die mehr als 1,7 Millionen Kinder von Hartz-IV-Empfängern sollen besser gefördert werden. Zum Bildungspaket gehören Schulessen, Angebote für Nachhilfeunterricht oder für Sport- und Musikstunden am Nachmittag. Für Vereinsbeiträge stehen pro Kind etwa zehn Euro monatlich zur Verfügung. Zum warmen Mittagessen in Schule oder Kita soll es monatlich bis zu 26 Euro Zuschuss geben.

Beim Übergang vom Arbeitslosengeld I ins Arbeitslosengeld II erhalten Erwerbslose bisher Zuschläge für zwei Jahre. Sie entfallen ersatzlos. Der Bund bezahlt für Langzeitarbeitslose auch keine Beiträge mehr zur Rentenversicherung. Den Betroffenen entgeht ein späterer Rentenanspruch von monatlich 2,09 Euro.

Streichen bei Zuschüssen

Der Heizkostenzuschuss wird für Wohngeldempfänger gestrichen. Für Ein-Personen-Haushalte gab es bislang 24 Euro im Monat, für Fünf-Personen-Haushalte 49 Euro. Der Wegfall bringt rund 100 Millionen Euro an Einsparungen.

Das Elterngeld als Lohnersatzleistung wird moderat gekürzt. Künftig werden nur 65 statt 67 Prozent als Berechnungsgrundlage genommen, wenn das Nettoeinkommen bei mehr als 1200 Euro im Monat liegt. Für Empfänger von Arbeitslosengeld II soll das Elterngeld von 300 Euro monatlich ganz entfallen, ebenso für Top-Verdiener, die die "Reichensteuer" zahlen. Dies betrifft aber nur wenige Bundesbürger.

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