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Geldautomaten zeigen ab 15. Januar Gebühren vorher an

Geldautomaten zeigen ab 15. Januar Gebühren vorher an

21.01.2011, 16:05 Uhr | dpa, dpa, t-online.de

Geldautomaten zeigen ab 15. Januar Gebühren vorher an. Geldautomat: Beim Fremdabheben mehr Klarheit über die Gebühren (Foto: dpa)

Geldautomat: Beim Fremdabheben mehr Klarheit über die Gebühren (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Ab diesem Samstag (15. Januar) werden Bankgeschäfte in Deutschland ein bisschen transparenter. Dann sollen Geldautomaten vorher anzeigen, welche Gebühr für das Abheben fällig wird - und zwar vor der Bestätigung zur Auszahlung. Wem der Preis zu hoch ist, der kann den Vorgang abbrechen und zu einem anderen Automaten gehen.

Die von Verbraucherverbänden erhoffte Höchstgebühr gibt es damit aber nicht. Nur die Privatbanken erklärten sich dazu bereit. Gehen Kunden einer anderen Institutsgruppe an einen ihrer Geldautomaten, dann berechnen sie ihnen nun maximal 1,95 Euro. Die Privatbanken haben damit eine Messlatte gelegt, an der sich Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken orientieren dürften.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken ohne einheitliche Gebühr

Selbstverständlich ist das aber nicht. Denn jede Sparkasse und jede Genossenschaftsbank entscheidet selbst, wie viel sie einem Fremdkunden abknöpft. "Jedes Institut ist geschäftspolitisch eigenständig", stellte der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) fest. Aber: "Wir gehen davon aus, dass die Preise stark sinken werden." Auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) verweist auf die Eigenständigkeit seiner Mitglieder. Die Preise "sollen sich im Wettbewerb bilden", hieß es dort.

Gerade auf dem Land gibt es diesen Wettbewerb aber häufig nicht. Dort haben Ortsfremde mitunter keine andere Wahl, als den nächstbesten Automaten anzusteuern, wenn sie Bares brauchen. Das eine oder andere Geldhaus könnte dies ausnutzen und Fremdkunden weiterhin deutlich mehr als zwei Euro berappen lassen. Das befürchten zumindest die Verbraucherzentralen. Sie haben auch die Sorge, dass die Banken künftig ihre Automaten noch stärker an gut besuchten Plätzen wie Einkaufszentren aufstellen und dünn besiedelte Regionen darunter leiden könnten.

Vier Bankengruppen bilden Automaten-Verbünde

Sparkassen und Genossenschaftsbanken weisen darauf hin, dass im Inland nur weniger als fünf Prozent aller Abhebungen an fremden Automaten vorgenommen werden, also an Geräten, die nicht zum Kundeninstitut oder der eigenen Institutsgruppe gehören. Und nur dann wird beim Abheben eine Gebühr fällig. Die wichtigsten Gruppen sind die Sparkassen, die Volks- und Raiffeisenbanken, die Cash Group (u.a. mit Deutscher Bank, Postbank und Commerzbank) und der Cash Pool (u.a. mit Sparda-Banken, Santander).

Die meisten Automaten, rund 25.700, haben die Sparkassen aufgestellt, es folgen die Genossenschaftsbanken mit 19.000. Die Cash Group kommt auf 9000, der Cash Pool auf 2500. Wegen dieses Zahlenverhältnisses sehen die Sparkassen für ihre Kunden auch kein Problem, gebührenfrei an Geld zu kommen. Darin liegt aber auch der Konflikt mit der Konkurrenz. Fremdkunden sollen nicht zu günstig das dichte Automatennetz der Sparkassen mitnutzen können.

Langes Gezerre bis zur Einigung

Der Kompromiss - Gebührenanzeige, aber keine Höchstgebühr - war eine schwere Geburt und erst auf Druck aus der Bundesregierung im August zustande gekommen. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatte mit einem Gesetz gedroht. Das Bundeskartellamt schaltete sich ein und stoppte zwischenzeitlich den Plan einer Gebührenobergrenze von fünf Euro. Zuvor hatte sich öffentlich Protest erhoben gegen exorbitante Gebühren in Einzelfällen (zehn Euro) und das hohe Durchschnittsniveau (etwa fünf bis sieben Euro).

Am Samstag wird auch ein Systemwechsel vorgenommen. Bislang verrechneten die Banken untereinander ein "Interbanken-Entgelt": Die Bank, die den Automaten betreibt, stellte der Hausbank einen Preis in Rechnung, den diese dann vom Konto ihres Kunden abbuchte. Nach dem neuen System erhebt die Automatenbank die Gebühr direkt beim Kunden.

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