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Geldautomaten umgestellt - Verbraucherzentralen starten Twitter-Aktion

Geldautomaten umgestellt - Verbraucherzentralen starten Twitter-Aktion

21.01.2011, 16:24 Uhr | dpa, dapd, AFP, AFP, dapd, dpa, t-online.de

Geldautomaten umgestellt - Verbraucherzentralen starten Twitter-Aktion. Geldautomaten: Verbraucherzentralen rufen Kunden zum Gebühren-Twittern auf (Foto: Imago; Montage: t-online.de)

Geldautomaten: Verbraucherzentralen rufen Kunden zum Gebühren-Twittern auf (Foto: Imago; Montage: t-online.de) (Quelle: imago images)

Seit diesem Samstag sind Bankgeschäfte in Deutschland ein bisschen transparenter. Nach der Umstellung ab Mitternacht wird bei den Geldautomaten der Preis fürs Fremdabheben angezeigt. Doch nach wie vor gibt es Zoff um die Höhe der Gebühren. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte die Kunden auf, ihm zu twittern, wie hoch die Gebühren ab Samstag tatsächlich sind, um die "Preiswillkür" zu beenden. Es sei zu erwarten, dass die Angaben an den Automaten sehr uneinheitlich erfolgen werden und dass es sogar zu unterschiedlichen Entgelten in ein und derselben Stadt kommen könne.

Geldabhebung: Kunde kann Vorgang abbrechen

Beim Abheben am Automaten einer fremden Bank erfährt der Kunde sofort die Gebühr und kann den Vorgang abbrechen, wenn sie ihm zu hoch ist. Außerdem fallen jene Gebühren weg, die sich die Banken bislang untereinander berechneten und die teilweise an die Kunden weitergereicht worden waren. Das waren die einzigen Punkte, auf die sich der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) aller Institute im August 2010 auf Druck des Bundeskartellamtes einigen konnte.

Privatbanken berechnen bei ihren Automaten 1,95 Euro

Über eine einheitlichen Preis fürs Fremdabheben konnten sich die Banken bislang nicht einigen: Die Privatbanken wollen den Fremdkunden bei ihren Geldautomaten einheitlich 1,95 Euro berechnen. Doch die wollen das nicht breitflächig tun, sondern nur in Einzelfällen die Preise senken. Hintergrund ist, dass die Sparkassen knapp 26.000 Geldautomaten haben, mit Abstand die meisten.

Sparkassen will nicht Automatennetz von Privatbanken mitfinanzieren

Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis sagt, es könne nicht sein, dass die Sparkassen-Kunden über ihre Konto-Gebühren den Kunden anderer Banken mit wenigen oder keinen Automaten das Netz finanzierten. Alle Kunden der Sparkassen könnten überall in Deutschland umsonst abheben. Nur wenige Kunden würden an Fremdautomaten gehen. Es handele sich daher bei den Gebühren um ein "Minderheitenproblem".

Hinter dem Marktführer Sparkassen mit 25.700 Automaten folgen die Volks- und Raiffeisenbanken, die fast 19.000 Geldautomaten bereitstellen. Weit dahinter kommen die Cash-Group, eine Automaten-Allianz, zu der sich Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank, Noris-Bank, Hypo-Vereinsbank und andere mit 9000 Automaten zusammengeschlossen haben, sowie der Cash-Pool aus Targo-Bank, Santander, SEB, Sparda-Banken und BB-Bank, die nur 2500 Automaten haben.

Abzocke an Automaten von Sparkassen und Volksbanken?

Die Verbraucherschützer befürchten nun eine "Abzocke" an den Geldautomaten der Sparkassen sowie der Volks- und Raiffeisenbanken, die über 80 Prozent aller Automaten ausmachen. Es sei zu erwarten, dass die Angaben an den Automaten sehr uneinheitlich erfolgen würden und es sogar zu unterschiedlichen Entgelten in ein und derselben Stadt kommen könne. Nur an wenigen Standorten, so etwa in belebten Innenstädten, werde es möglich sein, bei einer überhöhten Gebühr zu einem anderen Betreiber zu wechseln. Hohe Abhebegebühren seien ein lukratives Geschäftsmodell. Denn die tatsächlichen Transaktionskosten lägen weit unter einem Euro.

Gebührenhöhe twittern

Um die großen Unterschiede bei den Gebühren zu dokumentieren, rief der Verbraucherzentrale Bundesverband dazu auf, ihm per Twitter Kurznachrichten zu schicken, beispielsweise: #abgehoben: Geldinstitut Hintertupfing Tupfenhausen Tupfenhausenerstraße 5,60 Euro @vzbv. Dokumentiert werden sollen die Gebühren auf der Netzseite www.twitter.com/vzbv. (Kurznachrichten aus unserer Börsenredaktion finden Sie hier bei Twitter: www.twitter.com/boersenradar)

Verbraucherministerin Aigner will abwarten

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU), die schon mit einem Gesetz gedroht hatte, will nun die Entwicklung weiter beobachten. Auch das Kartellamt behält die Preise weiter im Blick. Es könnte auch 2011 noch ein Verfahren einleiten, wenn die Gebühren nicht tatsächlich sinken. Und dann müsste wahrscheinlich der ZKA wieder ran, dem der Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, der Bundesverband deutscher Banken, der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, der Deutsche Sparkassen- und Giroverband sowie der Verband deutscher Pfandbriefbanken angehören.

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