Sie sind hier: Home > Finanzen >

EU-Richtlinie macht Schluss mit Zahlungsverzug

EU-Richtlinie  

EU bekämpft schlechte Zahlungsmoral - künftig hohe Verzugszinsen

24.01.2011, 14:39 Uhr | dapd, t-online.de - mmr, dapd, t-online.de

EU-Richtlinie macht Schluss mit Zahlungsverzug. Künftig maximal 30 Tage Zahlungsziel für Rechnungen  (Foto: imago)

Künftig maximal 30 Tage Zahlungsziel für Rechnungen (Foto: imago)

In den vergangenen Jahren hat sich beim Bezahlen von Rechnungen der Schlendrian breitgemacht. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen leiden unter säumigen Zahlern. Lieferanten warten im Schnitt etwa zwei Monate auf ihr Geld. Doch bald ist Schluss mit der schlechten Zahlungsmoral. Unternehmen, Behörden und private Auftraggeber in der EU müssen ihre Rechnungen künftig schneller begleichen. Die EU-Mitgliedsstaaten haben am Montag formell eine neue Richtlinie zur Bekämpfung von Zahlungsverzug beschlossen. Sie begrenzt die allgemeine Zahlungsfrist auf 30 Tage. Für Zahlungsmuffel fallen automatisch kräftige Verzugszinsen an.

30 Tage Zahlungsziel

Ob Rathaus-Reparaturen oder das Anstreichen von Bürowänden - derzeit lassen sich Unternehmen im Schnitt 65 Tage Zeit zum Bezahlen. Zu den säumigen Schuldnern zählen aber auch Behörden. Künftig haben öffentliche Auftraggeber und Unternehmen nur noch einen Monat Zeit. Der Schuldner kommt also nach dem neuen Gesetz grundsätzlich 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder einer gleichwertigen Zahlungsaufforderung in Verzug - sofern vom Gläubiger keine kürzere Frist gesetzt wurde.

Hohe Verzugszinsen wegen verspäteter Zahlung

Eine Ausweitung der Zahlungsfrist auf 60 Tage ist nur möglich, wenn sie vertraglich festgehalten wird. Für öffentliche Einrichtungen des Gesundheitssektors dürfen die Mitgliedsstaaten von vornherein eine Frist von zwei Monaten wählen, weil sich etwa Krankenhäuser zum Großteil durch Erstattungen von Krankenkassen finanzieren. Wer nicht rechtzeitig überweist, muss mindestens 40 Euro Strafe zahlen. Hinzu kommen Säumniszinsen von acht Prozent über dem Referenzsatz der Europäischen Zentralbank. "Wer arbeitet, hat ein Recht auf fristgerechte Bezahlung", sagte Industriekommissar Antonio Tajani. Das sei nicht nur ein einfaches Gebot der Fairness, sondern auch "entscheidend für die Solidität eines Unternehmens, seine Finanzen und seinen Zugang zu Krediten oder zu Finanzierungen."

Weniger Firmenpleiten?

Die EU-Kommission rechnet damit, dass die Richtlinie 180 Milliarden Euro in die Kassen kleinerer und mittlerer Unternehmen spülen wird. Unbeglichene Rechnungen sind nach Angaben Brüssels für jede siebte Insolvenz verantwortlich. Das Parlament hatte mehr als ein Jahr lang für die strengeren Regeln gekämpft. Am Montag gaben die Landwirtschaftsminister auf ihrem Treffen in Brüssel endgültig grünes Licht, Deutschland enthielt sich der Stimme.

Der verabschiedete Entwurf muss noch vom Europarat formell bestätigt werden. Nach Inkrafttreten der Richtlinie haben die Gesetzgeber der Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, die Regelungen in nationales Recht umzusetzen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
Anzeige
Jetzt bei der Telekom: Surfen mit bis zu 50 MBit/s!
z. B. mit MagentaZuhause M
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal