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Aktienkauf: Was Einsteiger beachten sollten

Aktienmarkt  

Aktienkauf: Was Einsteiger beachten sollten

02.05.2011, 09:31 Uhr | dpa-tmn, mash

Er steigt und steigt: Der Deutsche Aktienindex DAX klettert derzeit von einem Hoch zum nächsten. Anleger, die noch einsteigen wollen, sollten aber nicht unüberlegt und wahllos Aktien kaufen. "Man muss schon nach Substanzwerten suchen", sagt Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf. Außerdem sollten potenzielle Aktionäre für die Bewertung der Papiere gewisse Kennzahlen wie KGV oder Eigenkapitalquote beachten. Lesen Sie, was die Kennzahlen verraten und inwieweit sie weiterhelfen.

Der DAX klettert von einem Hoch zum nächsten, erst am Freitag (29.4.) markierte der deutsche Leitindex den höchsten Stand seit Januar 2008. Anleger überlegen, ob der Einstieg noch lohnt - und was es dabei zu beachten gilt. Der Experte scheint noch keine Korrektur zu fürchten: Der DAX bewege sich zwar derzeit auf einem hohen Niveau, sagte Cabras. Die Aussichten seien jedoch weiter gut, denn die aktuellen Quartalszahlen vieler Unternehmen versprächen weitere Gewinne. "Die Konjunktur brummt, und das trotz der immer noch bestehenden Schwierigkeiten."

Keine Angst vor dem Einstieg in den Aktienmarkt

Daher müssten Anleger sich nicht vor einem Einstieg in den Aktienmarkt fürchten. Bei der Auswahl der Papiere sollten sie allerdings wählerisch sein: "Das Geschäftsmodell sollte erprobt sein, das Unternehmen Gewinne machen und am besten auch eine Dividende zahlen", empfiehlt Cabras. Mit Aktien schützten sich Anleger zudem vor der Inflation. Denn mit Aktien beteilige man sich an einem Unternehmen, investiere also in Sachwerte. Bei der Einschätzung eines Aktienwerts helfen Kennzahlen wie KGV, Dividendenrendite oder Eigenkapitalquote.

Kurs-Gewinn-Verhältnis

DAs Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, setzt den Gewinn je Aktie ins Verhältnis zum Aktienkurs. "Das Tolle daran ist, dass es nicht vom Unternehmen zu beeinflussen ist", sagt der DSW-Sprecher. Je niedriger das KGV ist, desto günstiger ist eine Aktie. "Es ist eine Art Rendite, die man beim Aktieninvestment herausbekommt", erklärt Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut (DAI).

Dividenden-Rendite

Relativ gut vergleichen lässt sich auch die Dividendenrendite: "Das ist aus unserer Sicht für Privatanleger die entscheidende Kennzahl", erklärt Cabras. Sie stellt die Dividende, also die Gewinnausschüttung an die Aktionäre, in Verhältnis zum Aktienkurs. "Eine hohe Dividendenrendite gibt das Signal, dass das Unternehmen unterbewertet ist", sagt Experte Leven.

Allerdings sollten Anleger darauf achten, dass in die Bewertung die aktuelle Dividende einfließt und nicht eine veraltete aus einem Vorjahr. In der rückwärtigen Betrachtung sieht "Finanztest"-Redakteur Roland Aulitzky ein grundsätzliches Problem bei der Dividendenrendite: "Der Haken ist, dass man sich die Vergangenheitsrendite angucken muss." Diese sei natürlich nicht unbedingt Ausdruck für die künftigen Ausschüttungen an die Aktionäre.

Dividendenrendite und KGV unterschiedlicher Unternehmen ist laut Aktionärsschützer Cabras besonders gut miteinander zu vergleichen. Allerdings ist auch hier der Haken, dass immer nur vergangene oder allenfalls vorhergesagte Gewinne in die Berechnung einfließen können. "Das KGV von heute ist nicht die Rendite von morgen", warnt DAI-Mitarbeiter Leven.

Verschuldung und Eigenkapitalquote

Weitere wichtige Größen eines Unternehmens sind nach Angaben von Anlegerschützer Cabras die Verschuldung und die Eigenkapitalquote. Vor allem die Höhe des Eigenkapitals gibt dem Anleger wichtige Informationen über die Substanz eines Aktienkonzerns, wie Cabras erklärt: "Das ist sozusagen der Speck des Unternehmens." Anleger sollten darauf achten, dass die Quote des Eigenkapitals nicht zu niedrig ist: "Unter 30 Prozent ist das schon erkärungsbedürftig."

Während KGV oder Dividendenrendite bei allen großen Börsenportalen direkt angezeigt werden, muss man für Werte wie Eigenkapitalquote oder Verschuldung laut Cabras etwas mehr Recherchezeit investieren. "Wenn man tiefer einsteigen möchte, dann muss man den Geschäftsbericht wälzen."

Viele Werte nicht wirklich vergleichbar

Problematisch ist laut Cabras außerdem, dass sich viele der Werte nicht miteinander vergleichen lassen. Das gelte etwa für den Unternehmensgewinn, der von jeder Firma anders berechnet werde. "Es ist absolut nicht vergleichbar", erklärt der Verbandssprecher. Das gelte nicht nur für die Vergleichbarkeit der Gewinne verschiedener Unternehmen.

Auch die Gewinnzahlen der gleichen Firma aus unterschiedlichen Jahren lassen sich nach Erfahrung des Aktionärsschützers oft nicht vergleichen, weil jedes mal eine andere Berechnungsmethode zum Einsatz komme. Selbst für professionelle Analysten, die sich täglich mit dem Thema beschäftigen sei es schwer, den Überblick zu behalten. "Da kann man als normaler Anleger nicht durchblicken."

Unerfahrene Privatanleger sollten streuen

Grundsätzlich gilt: Laien sollten ihr Geld nur in Unternehmen stecken, deren Geschäftsidee sie verstehen. Auf jeden Fall sollten Anleger nicht das gesamte Geld in eine einzelnen Aktienwert stecken, warnt Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut in Frankfurt: "Acht bis zehn verschiedene Titel sollten es schon sein."

Viele Verbraucherschützer raten unerfahrenen Privatanlegern vom Investment in Einzelaktien grundsätzlich ab. "Wir empfehlen die Anlage in Aktienfonds", heißt es etwa bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Und auch die Stiftung Warentest in Berlin rät, in Fonds zu investieren, um das Risiko zu streuen.

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