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Wissenschaftler halten Anlageberatung für nutzlos

Wissenschaftler halten Bankberatung für nutzlos

31.05.2011, 08:07 Uhr | dapd, dapd

Wissenschaftler halten Anlageberatung für nutzlos. Bei der Anlageberatung gewinnt vor allem die Bank (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Bei der Anlageberatung gewinnt vor allem die Bank (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Anlageberater verhelfen Privatleuten einer Studie zufolge nicht zu höheren Renditen. Dabei war es egal, ob die Anleger auf die Dienste einer Bank vertrauten oder unabhängige Finanzberater in Anspruch nahmen. Wissenschaftler der Universität Frankfurt am Main wiesen in einer Untersuchung nach, dass sich im Schnitt die Depots der Anleger, die Beratung in Anspruch nahmen, in beiden Fällen nicht besser entwickelten als Depots vergleichbarer Anleger, die sich nicht beraten ließen.

Berater korrigieren Anlagefehler nicht

"Die Ergebnisse lassen sich darauf zurückführen, dass die Berater die systematischen Anlagefehler ihrer Kunden nicht ausreichend korrigieren und häufig auch höhere Kosten produzieren", erklärte der Frankfurter Finanzprofessor Andreas Hackethal. Als Grundlage der Untersuchung dienten den Angaben zufolge Anlegerdaten von einer großen deutschen Bank sowie einem großen Online-Broker mit angeschlossenen unabhängigen Finanzberatern.

Beratung nutzt vor allem der Bank

Die Studie beschäftigt sich mit der falschen Anreizstruktur für Anlageberater, für die der Kundennutzen nicht an oberster Stelle steht. So zeigt die Untersuchung etwa, dass Kunden nach einer Beratung deutlich mehr Umschichtungen an ihrem Depot vornehmen - mit entsprechenden Verwaltungskosten. Ein anderes Forschungspapier der Frankfurter Uni belegt demnach, dass Anleger, die sich eng an die Empfehlungen ihrer Bankberater halten, der entsprechenden Filiale zu 20 Prozent höheren Einnahmen verhelfen.

Skepsis gegenüber neuen Produktinformationen

Eine Regulierung, die ausschließlich auf der Angebotsseite von Anlageberatung ansetzt, ohne die beschriebenen Probleme auf der Nachfrageseite zu berücksichtigen - wie etwa die ab Juli einzuführenden Produktinformationsblätter - könnte damit ihr Ziel verfehlen, heißt es im Fazit der Experten. "Die Studienergebnisse lassen Skepsis angebracht erscheinen, ob Produktinformationsblätter den erhofften Transparenz- und Lerneffekt bringen", erklärte Hackethal. Eigentlich sollen diese Infoblätter es den Verbrauchern ermöglichen, auf einen Blick die Chancen und Risiken einer Geldanlage zu erkennen.

Besonders Ältere und Wohlhabende suchen Beratung

Die Untersuchung zeigt demnach auch, welcher Personenkreis typischerweise Anlageberatung in Anspruch nimmt. So suchen überwiegend ältere, wohlhabendere und erfahrenere Investoren einen Berater auf. "Nach unseren Ergebnissen sollte man die Vermutung korrigieren, dass sich Finanzberatung vor allem an unerfahrene und deshalb besonders schützenswerte Investoren richtet", erklärte Hackethal.

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